Schaulaufen…

… war heute f├╝r die Spieler der ESG IV beim Tabellenvorletzten Velbert III angesagt; denn es ging um nichts mehr, konnte man doch im vorletzten Mannschaftskampf der Saison mit einem Sieg ├╝ber Ronsdorf die Erstklassigkeit f├╝r die n├Ąchste Saison klarmachen. Dennoch darf man seinen Gegner nicht untersch├Ątzen; denn der vorletzte Tabellenplatz von Velbert III ist vor allem der Ersatzschw├Ąche geschuldet – nicht nur einmal musste ein Brett freigelassen werden.

So hat Velbert heute alle Bretter besetzt, auch wenn es f├╝r sie genauso wenig noch um etwas ging; denn wie die ESG IV unverr├╝ckbar auf dem zweiten Tabellenplatz stand und steht, so stand und steht Velbert unverr├╝ckbar auf dem vorletzten Tabellenplatz. So hatte man heute ins Ausweichquartiert in die Musikschule eingeladen, was wohl Yadollah Zargari nicht mitbekommen hatte und statt dessen vor dem Hauptquartier herumirrte, und die ESG IV ging damit nach drei├čig Minuten mit 1:0 in R├╝ckstand.

Doch nicht f├╝r lange, denn kurz darauf konnte Mannschaftsf├╝hrer Thomas Falk am Brett 5 den Anschlusstreffer erzielen.

Falk vs Petersdorf nach 11. Dxe3
Falk vs Petersdorf nach 11. Dxe3

Droht hier etwa mehr als nur Dxa7 ? Sein Gegen├╝ber Lion Petersdorf glaubte nicht daran, wie er in der nachtr├Ąglichen Analyse erkl├Ąrte, dass die Dame allein matt setzen k├Ânnte, dass es einer Hilfsfigur, wie zum Beispiel eines Springer, bedarf und glaubte vielmehr an ein Gegenspiel auf dem K├Ânigsfl├╝gel. So spielte Lion dann auch 11. … d5 ??, und Thomas r├╝ckte mit 12. Dxa7 dem K├Ânig gef├Ąhrlich nahe, der nun ein Schlupfloch brauchte, aber es kam 12. … Tdf8 und das Matt mit 13. Da8.

Am Brett 4 sah es f├╝r Josef Komeinda mit den schwarzen Figuren gegen Simon H├╝lsemeyer ebenfalls sehr vielversprechend aus. Schon fr├╝hzeitig beherrschte Josef die Partie und konnte dann die Partie

H├╝lsemeier vs Komeinda nach 18. ... Sd7
H├╝lsemeier vs Komeinda nach 18. … Sd7

f├╝r sich entscheiden, nachdem wei├č mit 19. f3 ihm den Springereinfall auf g3 erlaubte. Es folgten dann 20. Dd3, Te3; 21. Dd1, Sxf1; 22. Df1, Lh4. Wei├č versuchte nun noch den Turm auf e3 mit 23. Lc1 zu vertreiben, doch daf├╝r war es zu sp├Ąt, und Josef zog 23. … Dg3+; 24. Kh, Te1 und wei├č gab zum Zwischenstand 1:2 auf.

Weniger Gl├╝ck hatte Markus Biedermann am Brett 6 mit den schwarzen Figuren. Zwar konnte er fr├╝h eine Figur gegen Birgit Gillessen gewinnen, doch vers├Ąumte er es, von nun an gezielt auf Figurenabtausch zu spielen, sondern versuchte weiterhin, die Partie kompliziert zu halten. So kam Birgit zu Gegenspiel und drang ins schwarze Lager ein. Es drohte nichts konkretes, war jedoch be├Ąngstigend, und so sah Markus „Gespenster“ und schlug mit dem Bauern einen sich opfernden L├Ąufer, ├Âffnete damit aber den Weg des gegnerischen Bauern auf den K├Ânig zu. Das war der Anfang vom Ende – Ausgleich 2:2.

Erfreulich sah es daf├╝r am Brett 3 f├╝r Udo K├Ânig aus, der extra Termine mit seinen T├Âchtern verschoben hatte, um am Mannschaftskampf der ESG teilzunehmen, ging es f├╝r ihn doch um mehr als nur ums Schaulaufen und darum, sich f├╝r die 1. Kreisklasse in der n├Ąchsten Saison zu empfehlen, sondern um die Krone des Topscorers der Liga. Mit nur einen halben Z├Ąhler Differenz auf den F├╝hrende, der heute spielfrei hatte, lag er auf Platz 2. Mit einem Sieg w├╝rde er die Krone an sich rei├čen. So dominierte auch er mit den wei├čen Figuren in der Partie gegen Julius Kanigowski und sah

K├Ânig vs Kanigowski nach 20. ... Tb8
K├Ânig vs Kanigowski nach 20. … Tb5

mit 21. Sd5 eine Sprigergabel auf c7, die sein Gegen├╝ber wohl auch sah und seinen K├Ânig mit 21. … Kd7 aus der Gabel, aber in einen m├Âglichen Abzug durch 22. Tfd1 brachte. Diesen Abzug f├╝rchtend, zum Beispiel durch Se3, zog er den K├Ânig mit 22. … Ke6 in die Springergabel und gab auf, bevor Udo diesen Zug ausf├╝hren konnte, und Udo setzte sich mit 7,5 Punkten aus 8 Partien die Krone des Topscorers auf.

Jetzt bedurfte es lediglich noch eines remis f├╝r den Mannschaftssieg; doch ging es in diesem Mannschaftskampf f├╝r beide Seiten um nichts mehr. Mannschaftsdisziplin war also nicht wichtig, sondern es gab Raum f├╝r pers├Ânliche Entfaltung, den Bernd M├╝hlinghaus anfangs auch gestaltete und so gegen Lukas R├Âger leicht in F├╝hrung kam, aber nicht die zwingenden Z├╝ge fand, so dass sechs Bauern, ein Turm und eine Dame auf beiden Seiten auf dem Brett standen – eigentlich eine Remis-Stellung, wie Thomas Falk und Herr Gillessen von Velbert I fand, doch wollte Bernd dem unvermeidlichen remis ausweichen und weiterhin auf Sieg spielen, den er dann verspielte. Am Ende musste sein Turm den K├Ânig besch├╝tzen, w├Ąhrend seine Dame abseits auf b3 stand, w├Ąhrend der gegnerische Turm und die Dame auf den offenen e- und d-Linien standen. So wurde aus dem Mannschaftssieg mit einem remis am Spitzenbrett nur ein Mannschaftsremis.

Auch wenn es im letzten Mannschaftskampf gegen Velbert nur zu einem Remis reichte, hat die ESG IV eine ├╝beraus erfolgreiche Saison gespielt und verdient den Aufstieg in die 1. Bezirksklasse geschafft.

[thf]

 

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