Klassenerhalt wohl trotz Heimklatsche sicher

1. Bezirksliga: ESG III – SW Remscheid 1,5 : 6,5

Reicht es, oder reicht es nicht? Diese Frage beschĂ€ftigte die Spieler der Drittvertretung nach der Heimklatsche gegen Remscheid. Stand jetzt sieht es so aus, als wenn der 9. Platz doch fĂŒr den Klassenerhalt reichen sollte.

UrsprĂŒnglich hatten sich die Elberfelder aber natĂŒrlich vorgenommen, den Heimkampf gegen Schwarz-Weiß Remscheid, den direkten Konkurrenten, im Abstiegskampf, erfolgreich zu gestalten. Denn damit wĂ€ren jedwede EventualitĂ€ten und Rechenschiebereien vom Tisch gewesen.

Dem kampflosen Sieg folgen ausgespielte Niederlagen

So spielte es der ESG in die Karten, dass Peter Wiesemann an Brett zwei zu einem kampflosen Sieg kam, und die Gastgeber mit einer FĂŒhrung in den Mannschaftskampf starteten. Die FĂŒhrung hielt indes nicht lange, da Thorben Mantler am Spitzenbrett einen taktischen Einschlag seines Gegners Dr. MĂŒnich ĂŒbersah und direkt aufgab. Ähnlich wie Thorben erging es Benedikt Abel, der an Brett sieben ebenfalls von einer Taktik seines Gegners Stutt ĂŒberrascht wurde. Auch hier erwies sich das Figurenopfer als korrekt und Benedikt wurde kurz darauf Matt gesetzt.

Am 8. Brett war es dann ESG-Akteur RĂŒdiger Horn, der Material opferte und sich einen erfolgreichen Königsangriff davon versprach. Sein GegenĂŒber Hein fand jedoch die richtige Verteidigung und behielt den Materialvorteil, sodass RĂŒdiger aufgab. Kurios verlief die Partie von Thomas Falk am 5. Brett gegen Vinotharan. Thomas glaubte, bei einem Generalabtausch einen Bauern erobern zu können. In Wahrheit verlor er jedoch einen Offizier im Tausch fĂŒr den Bauern und die Partie war verloren.

Reichlich Spannung bot die Partie von Denis Krzysztala, der an Brett sechs Stiller gegenĂŒbersaß. Denis versuchte, mit einer Turmbatterie in die gegnerische Stellung einzudringen. Dabei wurden die TĂŒrme jedoch getrennt, und als einer von ihnen gefangen wurde, gab Denis die Partie auf. Ohne Materialnachteil aber mit einer dennoch hoffnungslosen Stellung musste sich schließlich auch Dietmar Kaufmann an Brett drei geschlagen geben. Dietmar hatte gegen Freiknecht kein Gegenspiel aufziehen können und sah keinen Ausweg mehr, nachdem sein König immer mehr unter Beschuss geriet.

Martin mit List zum Remis

Am Debakel war jetzt nichts mehr zu Ă€ndern, doch Martin Keller mĂŒhte sich an Brett vier gegen Kittling, um zumindest noch ein HĂ€lftchen auf die Spielberichtskarte bringen zu können:

Keller – Kittling nach 70.Ke3

Kittling stand auf Gewinn, doch Martins Zug war nicht ohne List. Nach 70
d2 71.Kxd2 f4 72.Sxf4 Kxf4 verblieb Kittling mit dem „falschen LĂ€ufer“, und eine Bauernumwandlung war unmöglich. Martin hatte dies rechtzeitig erkannt und konnte schelmisch grinsend den Teilerfolg verbuchen.

„Mit der Leistung haben wir den Klassenerhalt auch nicht verdient!“, war die einhellige Meinung einiger konsternierter ESG-Akteure noch wĂ€hrend des Mannschaftskampfes. Nun sieht es allerdings, wie anfangs erwĂ€hnt, doch danach aus, als wenn es aufgrund von Punkt 18 der Meisterschaftsausschreibung zum Klassenverbleib reichen sollte. Die Drittvertretung wĂ€re in diesem Fall mit einem blauen Auge davongekommen.

[TM]

Überzeugender Sieg vor dem „Finale“

1. Bezirksliga: SC Solingen 1928 – ESG III 1,5 : 6,5

Mit dem ĂŒberzeugenden Sieg hat die Drittvertretung die Chance auf den Klassenerhalt gewahrt. Nun steht am letzten Spieltag wie erwartet ein echtes „Finale“ an.

Zu einem Zeitpunkt, als andere Partien noch in der Eröffnungsphase waren, hatte Denis Krzysztala an Brett sechs bereits das Endspiel erreicht. Dort lockte er seinen Gegner Martino-Groß in eine Mattfalle, die auch prompt zuschnappte. MannschaftsfĂŒhrer Thomas Falk konnte ebenfalls im Endspiel triumphieren: Er opferte an Brett fĂŒnf gegen Malkeit einen Bauern, um den gegnerischen König nach vorn zu locken:

Falk – Malkeit nach 35…Kxf5

Nach 36.d6 war der König zwar noch im berĂŒchtigten Quadrat, allerdings konnte er den Bauern nicht mehr vor dem Umwandlungsfeld aufhalten, da dieser von seinem Turm unterstĂŒtzt wurde. Folglich spielte Malkeit 36
Td3, um die TĂŒrme zu tauschen. Nach 37.Txd3 cxd3 38.d7 jedoch befand sich der König dennoch einen Schritt zu weit vorne und Malkeit gab die Partie auf.

Nervenkitzel bei Dietmars Partie

Nichts fĂŒr schwache Nerven war Dietmar Kaufmanns Partie am 3. Brett: Mit einem starken LĂ€uferopfer hatte sich Dietmars Gegner Hammermeister bereits eine zweizĂŒgige Mattmöglichkeit erspielt, diese aber ĂŒbersehen. Im weiteren Spielverlauf glich Dietmar zunĂ€chst den Materialnachteil aus, um dann im Endspiel sogar noch den vollen Punkt zu holen. Drei erfolgreiche Partien, die im Endspiel entschieden wurden – eine tolle Zwischenbilanz des Mannschaftskampfes!

Martin Keller konnte am 4. Brett zudem ein sicheres Remis mit den schwarzen Steinen erreichen. Auch Martin bewies gegen Lange ein gutes VerstĂ€ndnis des Endspiels, sodass sein Gegner keine gefĂ€hrlichen Drohungen aufbauen konnte. Eben jenen Drohungen hatte sich vielmehr Thorben Mantler am Spitzenbrett zu erwehren. Thorben hatte seinem Gegner Marcel DĂŒxmann das Zentrum und teilweise sogar die Initiative ĂŒberlassen. DĂŒxmann griff jedoch zu ĂŒberhastet an, ohne zuvor die Entwicklung aller Figuren abzuschließen, sodass Thorben doch noch einen Sieg vermelden konnte.

Die Ersatzspieler punkten voll

An Brett sieben rechtfertigte Ersatzmann Benedikt Abel seinen Einsatz mit einem schönen Sieg gegen Kamphausen:

Abel – Kamphausen nach 19…cxd4

Nach dem Abtausch einiger Bauern fand Benedikt den spektakulÀren Abzug 20.La5! Kamphausen versuchte noch 20
b6, doch nach 21.Lxb6 Dxb6 22.Txc8 hatte der ESG-Spieler die QualitÀt gewonnen und sich eine solide Gewinnstellung erspielt.

Etwas lĂ€nger als zwischendurch erwartet dauerte die Partie von Frank Tiegs am 8. Brett gegen Dirk DĂŒxmann. Frank hatte in der geschlossenen Stellung zwei LĂ€ufer erobern können und nach Abtausch der Damen jedes Gegenspiel seines Gegners unterbunden. DĂŒxmann stemmte sich jedoch noch ĂŒber zahlreiche ZĂŒge gegen die Niederlage – letztlich jedoch ließ sich Frank nicht mehr die Butter vom Brot nehmen. Einziger Wehmutstropfen war die Niederlage von Peter Wiesemann, der es an Brett zwei allerdings auch mit dem DWZ-stĂ€rksten Akteur der Gastgeber Robert Jenusch zu tun hatte. Peter konnte mit einem schönen Bauernopfer die Partie ausgleichen, setzte die Partie danach jedoch zu inkonsequent fort. Jenusch tauschte schließlich sĂ€mtliche Offiziere ab und nahm den Mehrbauern in ein gewonnenes Endspiel mit, sodass Peter aufgeben musste.

Somit könnten die Voraussetzungen vor dem letzten Spieltag nicht spannender sein: Die ESG III empfĂ€ngt zu Hause SW Remscheid, den punktgleichen Konkurrenten auf dem Nichtabstiegsplatz. Ein Sieg wĂŒrde der Drittvertretung somit den Klassenverbleib sichern, ein Unentschieden dagegen wĂŒrde nicht ausreichen.

[TM]

Zwischenzeitliche FĂŒhrung reichte nicht

1. Bezirksliga:  ESG III – Velberter SG 3 : 5

Trotz zwischenzeitlicher FĂŒhrung musste die Drittvertretung nach knapp dreieinhalb Stunden Spielzeit die Überlegenheit des Verbandsklassenabsteigers anerkennen. Deshalb stehen fĂŒr die Elberfelder im April gleich zwei „Endspiele“ um den Klassenerhalt auf dem Spielplan.

Die favorisierten GĂ€ste gingen frĂŒh in FĂŒhrung, nachdem an Brett fĂŒnf Moritz Perne gegen KrĂŒger aufgrund einer Fesselung die QualitĂ€t verloren hatte. Postwendend schlugen die Gastgeber jedoch zurĂŒck. ZunĂ€chst in Person von Peter Wiesemann, der sich am 2. Brett gegen Brell die folgende Stellung erspielt hatte:

Wiesemann – Brell nach 14…Te8

Mit 15.Sxf6+ Lxf6 16.Lxd5 nutzte Peter die simultane Fesselung beider Deckungsbauern aus, um die Partie fĂŒr sich zu entscheiden. TatsĂ€chlich wĂ€re die schwarze Stellung aber auch nach 15
Sxf6 16.Txe6! Lxe6 17.Lxe6+ Kh8 oder Kf8 18. Se5 nicht mehr adĂ€quat zu verteidigen gewesen. Die Variante 15
gxf6 scheiterte recht offensichtlich an 16.Dg6+.

Kurze Zeit spĂ€ter erspielte Martin Keller an Brett vier einen weiteren vollen Punkt fĂŒr die ESG. Martin fand gegen Steinhauer das folgende feine LĂ€uferopfer:

Keller – Steinhauer nach 19…h6

20.Lxg5! Steinhauer nahm das Opfer an, musste allerdings nach 20
hxg5 21.Txg5+ Kh8 22.De2 die Segel streichen. Das Opfer abzulehnen wĂ€re aufgrund des entblĂ¶ĂŸten Königs allerdings auch keine spielbare Option gewesen.

Die FĂŒhrung bot keine Sicherheit

Anlass zur Hoffnung bot die Zwischenzeitliche 2:1-FĂŒhrung indes nicht. Denn an den ĂŒbrigen Brettern sah es aus ESG-Sicht nicht besonders vielversprechend aus. Ralf Quast musste sich an Brett acht gegen Gutzeit eines Königsangriffs erwehren und verlor dabei zu viel Material. Folglich gab sich Ralf geschlagen. MannschaftsfĂŒhrer Thomas Falk dagegen fand an Brett sieben gegen Curdts ein schönes QualitĂ€tsopfer. Damit nahm Thomas den Druck aus der Stellung und nach dem RĂŒckgewinn der QualitĂ€t verstĂ€ndigte man sich auf Remis.

Am 6. Brett boten Berk Boyacioglu und Dorn eine wilde Partie. Berk glĂŒckte ein QualitĂ€tsgewinn, sein Springer war im Anschluss jedoch in der Ecke gefangen. Da er diesen nicht mehr befreien konnte, hatte Dorn nun Material- und Stellungsvorteile, die er in einen vollen Punkt ummĂŒnzte. Deutlich ruhiger ließen es an Brett drei Dietmar Kaufmann und sein GegenĂŒber Kowalewski angehen. Bis ins Turmendspiel hinein sah es so aus, als könne Dietmar sich immer noch verteidigen. Doch dann ging ein wichtiger Bauer verloren und das Endspiel war nicht mehr zu halten. Den Schlusspunkt setzten Thorben Mantler und Dr. Gillessen, die sich angesichts des bereits entschiedenen Mannschaftskampfes eine Punkteteilung vereinbarten.

Ein schönes Gastgeschenk
Bierkrug zum 125. VereinsjubilÀum

Ein Gastgeschenk hatten die Velberter den Elberfeldern aber doch gemacht. AnlĂ€sslich des 125. VereinsjubilĂ€ums waren im Jahr 1976 eine limitierte Anzahl an BierkrĂŒgen mit ESG-Emblem verteilt worden. Dr. Gillessen hatte einen ebensolchen Krug mitgebracht und den Gastgebern gespendet. Herzlichen Dank an dieser Stelle noch einmal fĂŒr dieses schöne Mitbringsel! Gegen eine kleine Spende durfte der Autor dieser Zeilen das gute StĂŒck glĂŒcklich mit nach Hause nehmen.

EnttÀuschender Start ins Kalenderjahr 2024

1. Bezirksliga: SV Wermelskirchen II – ESG III 7 : 1

FĂŒr die Drittvertretung begann das Kalenderjahr 2024 mit einer herben EnttĂ€uschung. In Wermelskirchen wurden die Elberfelder vom TabellenfĂŒhrer mit 1:7 abgefertigt.

Der Mannschaftskampf begann vielversprechend, als MannschaftsfĂŒhrer Thomas Falk an Brett vier gegen Scheunemann mit den schwarzen Steinen gut aus der Eröffnung kam. Trotz einer aussichtsreichen Stellung bot er Remis an, was von Scheunemann akzeptiert wurde. Oleksandr Antonenko an Brett acht erspielte sich zu diesem Zeitpunkt bereits eine Gewinnstellung. An den ĂŒbrigen Brettern war noch alles offen.

Materialverluste lassen zwei Partien kippen

Dann kippten jedoch fast zeitgleich zwei Partien zu Ungunsten der Elberfelder GĂ€ste: An Brett zwei hatte Dietmar Kaufmann den Stonewall seines Gegners Werner MĂŒller nahezu kopiert und bei blockierten Bauernketten bahnte sich ein Remis an. Dietmar ließ jedoch eine Springergabel zu, verlor die QualitĂ€t und gab sofort auf. Ebenfalls mit einem Fehlgriff endete die Begegnung zwischen Peter Wiesemann und Lohmann an Brett drei. Der Wermelskirchener hatte dank eines weit aufgerĂŒckten Freibauern sowie aufgrund des LĂ€uferpaares etwas besseres Spiel. Peter konnte jedoch den Bauern blockieren und genĂŒgend Gegenspiel aufbauen. Als Peter jedoch seinen h-Bauern ungedeckt ließ und Lohmanns Dame am KönigsflĂŒgel einbrechen konnte, war die Stellung nicht mehr zu halten.

Die Hoffnungen im ESG-Lager schwanden schließlich, als der fast schon sicher geglaubte Punkt an Brett acht ebenfalls verloren ging: Oleksandr hatte sich wie zuvor erwĂ€hnt gegen Arwen Steinhaus eine Gewinnstellung mit drei Mehrbauern erspielt. Er wollte es dann allerdings zu kunstvoll machen und opferte einen Turm, um einen der Bauern umzuwandeln. Steinhaus durchschaute den Plan allerdings und schnappte sich den Turm, ohne die Bauernumwandlung zuzulassen. Nicht drei aber immerhin einen Mehrbauern konnte Thorben Mantler am Spitzenbrett gegen Hermes mit ins Endspiel nehmen. Der Wermelskirchener MannschaftsfĂŒhrer vermochte jedoch mit seinen Springern Thorbens Bauernstellung so zu schwĂ€chen, dass sich dieser mit einem Remis zufriedengab.

Am Ende wird es deutlich

An den ĂŒbrigen Brettern ereignete sich aus ESG-Sicht nichts Erfreuliches mehr. Hakan UludĂŒz verlor am 7. Brett durch ein Scheinopfer seines Gegners Paradies einen Bauern. Als Paradies seinen Mehrbauern gefĂ€hrlich nah ans Umwandlungsfeld brachte, musste Hakan auch noch die QualitĂ€t geben und gab kurze Zeit spĂ€ter auf. Bei Valeriia Antonenko an Brett fĂŒnf dagegen erwies sich der weit aufgerĂŒckte Bauer als Sorgenkind. Ihr Gegner Faupel kassierte den Bauern im Turmendspiel ein und erspielte sich geschickt eine Gewinnstellung. Valeriia verteidigte sich verbissen, musste jedoch am Ende die Segel streichen. Auch am 6. Brett waren die MĂŒhen von Ralf Quast letztlich vergebens. Obwohl er sich gegen Kubiak lange gut verteidigt hatte, eroberte der Wermelskirchener im Springerendspiel zwei Mehrbauern am DamenflĂŒgel. Ralf bemĂŒhte sich, seinen Springer ins gegnerische Lager einbrechen zu lassen. Kubiak jedoch ließ kein Gegenspiel zu und fuhr den vollen Punkt ein.

Zu allem Überfluss gab es mit Blick auf die ĂŒbrigen Bezirksliga-Paarungen weitere Hiobsbotschaften! Mit Solingen 1928 und den Schachfreunden Neviges konnten zwei Konkurrenten im Abstiegskampf voll punkten. Dementsprechend muss die ESG III in den verbliebenen drei Runden auf jeden Fall noch einige ZĂ€hler holen, um den Klassenverbleib zu sichern.

[TM]

Drittvertretung mit wichtigem ZĂ€hler

1. Bezirksliga: Elberfelder SG III – BSC Wuppertal II 4 : 4

Zum Abschluss des Kalenderjahres hat die Drittvertretung am dritten Advent dem favorisierten BSC Wuppertal II ein 4:4-Unentschieden abgetrotzt. Ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk war es zwar nicht, dafĂŒr aber ein verdienter und wichtiger ZĂ€hler im Kampf um den Klassenerhalt.

Bevor die Uhren jedoch in Gang gesetzt wurden, erhoben sich die 16 Akteure, um mit einer Schweigeminute dem kĂŒrzlich verstorbenen Ahmed Agic zu gedenken. Ahmed war in beiden Vereinen aktiv und wurde fĂŒr seine Schachbegeisterung genauso geschĂ€tzt wie fĂŒr seine neckische humorvolle Art. Auch Alfred GĂŒthler hatte sich in beiden Vereinslagern als zuverlĂ€ssiger Mitstreiter verdient gemacht. Sein Ableben lag bereits einige Monate zurĂŒck, einige ESG-Spieler erfuhren dies jedoch erst im Rahmen des Mannschaftskampfes.

Alfred GĂŒthler †

Ahmed Agic †
Die ESG ĂŒbernimmt die FĂŒhrung

Spielerisch ĂŒbernahmen die Gastgeber bereits nach einer Stunde die FĂŒhrung. An Brett sieben warf Denis Krzysztalas seinem Gegner Decker folgenden Köder zum Fraß vor:

Decker – Krzysztala nach 28…Tb2

Decker schlug den vergifteten Bauern auf c3, woraufhin Denis die Mattfalle mit 29…Dxf2+ zuschnappen ließ. Konsterniert gab sich sein GegenĂŒber geschlagen.

Es folgte eine kleine Welle an Punkteteilungen, die ihren Ursprung an Brett drei fand: Dort ĂŒbersah Martin Keller gegen Röder einen zwischenzeitlichen Gewinnweg und musste sich am Ende mit dem HĂ€lftchen zufrieden geben. An Brett fĂŒnf dagegen war das Remis eine logische Folge der „Abtauschwut“ von Berk Boyacioglu und der seines Gegners MĂŒller.

Punkteteilungen spielen der ESG in die Karten

Da die ESG-FĂŒhrung weiterhin bestand hatte, spielten die Punkteteilungen dem Gastgeber durchaus in die Karten. Hervorzuheben ist hierbei das Remis von MannschaftsfĂŒhrer Thomas Falk am 6. Brett gegen den 400 DWZ „schwereren“ Altmeister Nettesheim. Aber auch Peter Wiesemann bot eine gewohnt solide Leistung an Brett zwei und konnte gegen Krick einen weiteren halben Punkt fĂŒr die Gastgeber verbuchen.

Sehr unglĂŒcklich aus ESG-Sicht verlief allerdings die Partie an Brett acht: Ralf Quast hatte wie gewohnt seinen Orang-Utan klettern lassen und sich auch gegen God eine Ă€ußerst vielversprechende Stellung erspielen können. Leider blieb sein schwarzfeldriger LĂ€ufer in der Entwicklung zurĂŒck, was ihn letztlich die Partie kostete.

Thorben geht auf Nummer sicher

Somit lief beim Zwischenstand von 3,5:3,5 nur noch die Partie am Spitzenbrett. Hier hatte Thorben Mantler zwar Stellungsvorteile, sein Gegner Will behauptete sich allerdings mit Gegenspiel und bot im richtigen Moment Remis an. Thorben wollte den sicheren Mannschaftspunkt nicht gefĂ€hrden und ging auf Nummer sicher – Handschlag, halber Punkt, beide Spieler zufrieden.

Mit dem Teilerfolg ĂŒberwintert die Drittvertretung nun erst einmal ĂŒber der roten Linie und kann entsprechend zuversichtlich der zweiten SaisonhĂ€lfte entgegenblicken.

Im Anschluss an den Mannschaftskampf wurde zudem Peter Wiesemann fĂŒr seine langjĂ€hrige Vorstandsarbeit geehrt. Über ein halbes Jahrhundert hinweg hatte Peter als Schatzmeister die Finanzen des Vereins fest im Griff. FĂŒr sein Engagement erhielt er von Thomas Falk und Martin Keller einen PrĂ€sentkorb mit diversen Köstlichkeiten.

Peter Wiesemann erhielt vom ESG-Vorstand zum Dank einen Delikatessenkorb

[TM]

Klare Niederlage im Stadtderby

1.  Bezirksliga: Schachfreunde Anna 88 – ESG III 5,5 : 2,5

Dem Hoppeditzerwachen am Samstag folgte das böse Erwachen am Sonntag: Denn eigentlich wollte die Drittvertretung den RĂŒckenwind vom letzten Ligasieg vor zwei Wochen mitnehmen und etwas ZĂ€hlbares im Stadtderby bei den Schachfreunden Anna mitnehmen. Stattdessen gab es im Laurentiustreff eine schmerzliche Niederlage gegen den Aufsteiger.

An Brett sechs musste sich Denis Krzysztala bereits in der Eröffnung eines Angriffs auf seinen rochierten König erwehren. Denis eroberte zwar einen Turm, der Mattangriff seines Gegners Rauter war dennoch durchschlagend und entschied die Partie. Es folgten zwei Punkteteilungen, wobei sich am Spitzenbrett Thorben Mantler und Kuhnhenn bereits nach 13 ZĂŒgen die HĂ€nde reichten. Wesentlich lĂ€nger – nĂ€mlich bis ins Endspiel – kĂ€mpfte Thomas Falk und Passon an Brett fĂŒnf. Das Bauernendspiel schien die gesamte Zeit ĂŒber totremis zu sein, die spĂ€tere Computeranalyse offenbarte jedoch kurzzeitige Gewinnwege zunĂ€chst fĂŒr Thomas, dann fĂŒr Passon. Das vereinbarte Remis scheint somit auch im Nachhinein ein faires Ergebnis zu sein.

Partien kippen zu Ungunsten der ESG

Beim Zwischenstand von 1:2 aus ESG-Sicht kippten nun einige Partien zu Ungunsten der GĂ€ste: ZunĂ€chst musste Peter Wiesemann am 2. Brett die Waffen strecken, nachdem er in eine Springergabel seines Gegners Hölzer getappt war. Dann hatte Martin Keller am 4. Brett das Pech, dass er aufgrund des Zwischenstandes im Mannschaftskampf bedingungslos auf Sieg spielen musste. Seine Stellung bot durchaus das Potenzial dazu, zumal sein Gegner Beil mit akuter Zeitnot zu kĂ€mpfen hatte. Am Ende war es dennoch der Anna-Spieler, der seinen Königsangriff mit einem unabwendbaren Matt abschließen konnte.

Mit der Niederlage an Brett acht war der Mannschaftskampf bereits entschieden: Zwar wehrte sich Nachwuchsspieler Oleksandr Antonenko bei seinem BezirksligadebĂŒt nach KrĂ€ften, musste nach einem Turmverlust im Endspiel jedoch die spielerische Überlegenheit seines GegenĂŒbers Kannengießer anerkennen.

Zumindest ein Debakel wird verhindert

In verbliebenen Partien ging es somit nur noch darum, ein Debakel zu verhindern. Somit war das Remis von Dietmar Kaufmann an Brett zwei gegen Richert durchaus als Erfolg zu werten. Dietmar baute sich gewohnt solide auf und brachte Richert immerhin dazu, eine Menge Bedenkzeit zu verbrauchen. Nach dem Abtrausch der Damen war die Luft allerdings raus und man verstÀndigte sich darauf, die Punkte zu teilen.
In der letzten verbliebenen Partie hatte Ralf Quast am 7. Brett trotz deutlicher Stellungsnachteile den Kampfesmut noch nicht verloren:

Quast – Soechting nach 47…Td7

Mit der Springergabel 48.Th8+ Kg6 49.Se5+ Kh5 50.Sxd7 konnte Ralf die Partie zu seinen Gunsten drehen und seinen Gegner Soechting wenige ZĂŒge spĂ€ter zur Aufgabe zwingen.

Dennoch stand am Ende eine klare Niederlage im Stadtderby, was die Drittvertretung im Kampf um den Klassenerhalt wieder zurĂŒckgeworfen hat. Ein schachlicher Aschermittwoch ist es so kurz nach dem Hoppeditzerwachen zwar nicht, aber in den kommenden MannschaftskĂ€mpfen mĂŒssen Punkte her!

Der Hoppeditz weiß, was zu tun ist.

Erster Saisonsieg

1.  Bezirksliga: Schachfreunde Neviges – ESG III 2,5 : 5,5

Die Drittvertretung konnte vergangenen Sonntag den ersten Saisonsieg feiern und sich damit ein wenig Luft im Abstiegskampf der 1. Bezirksliga verschaffen. Dabei musste MannschaftsfĂŒhrer Thomas Falk im Vorfeld einige GesprĂ€che fĂŒhren und Nachrichten schreiben, ehe er seine Acht zusammen hatte. Doch auch die Gastgeber konnten nicht in Bestbesetzung antreten – ErkĂ€ltungsviren gibt es schließlich auch in Velbert – bekamen aber ebenfalls acht Spieler ans Brett.

Den ersten Sieg konnte Martin Keller an Brett vier vermelden: Sein Gegner Konrad Öttl hatte in der Eröffnung ĂŒberraschend eine Figur gegen zwei Bauern geopfert und tatsĂ€chlich gefĂ€hrliches Gegenspiel erhalten. Martin schaffte es jedoch, die Bauern rechtzeitig vor den Umwandlungsfeldern zu verhaften und den Materialvorteil in einen vollen Punkt umzumĂŒnzen. Es folgte ein sicheres Remis von Thomas Falk an Brett sechs gegen Jens Schneider, ehe Dietmar Kaufmann am 3. Brett die ESG-FĂŒhrung ausbauen konnte. Dietmar und sein GegenĂŒber Binas verließen relativ schnell die gewohnten Theoriepfade zugunsten eines sehr scharfen Abspiels mit beidseitig unrochierten Königen.

Kaufmann – Binas nach 16…Dd7

Nach dem ungenauen Zug seines Gegners schlug Dietmar Kapital aus der halboffenen h-Linie und fuhr mit 17.Dxd7+ Kxd7 18.Txh7 fort. Binas blieb nichts anderes ĂŒbrig, als mit 18…Txh7 19.gxh7 Lg7 20.hxg8 seinen Springer zu opfern. Dietmar nahm den Materialvorteil mit ins Endspiel und gewann dieses problemlos.

Ein ungestĂŒmer Angriff und ein kletternder Orang-Utan

Ein weniger glĂŒckliches HĂ€ndchen hatte Berk Boyacioglu, der an Brett fĂŒnf gegen GĂŒnther zu ungestĂŒm mit seinen Bauern nach vorne marschiert war, und dabei einen Bauern verlor. GĂŒnther gewann Oberwasser und verwandelte den Materialvorteil sicher zum Sieg.
„Mich laust der Affe!“ wird sich Alexander Schneider an Brett sieben möglicherweise gedacht haben, als ihn ESG-Ersatzmann Ralf Quast mit dem „Orang-Utan“ – wie die Sokolski-Eröffnung scherzhaft auch genannt wird – konfrontierte. TatsĂ€chlich wusste Schneider dem ungewöhnlichen Aufbau nie so recht beizukommen, was Ralf geschickt zu seinem Vorteil nutzte und schließlich den vollen Punkt einfuhr. Somit wog die unglĂŒckliche Niederlage von Peter Wiesemann an Brett zwei gegen Friedrich auch nicht allzu schwer. Die gesamte Partie ĂŒber hatte sich Peter sehr gut gegen die konstanten Angriffe seines Nevigeser GegenĂŒbers erwehren können und schließlich ein Turmendspiel abtauschen können, dass fĂŒr Friedrich nicht zu gewinnen war. Jedoch ein Turmtausch brachte Friedrich auf die Siegerstraße, was Peter erst nach dem erfolgten Abtausch realisiert hatte.

Am Ende wird es deutlich

Am Ende wurde es aber dennoch ein klarer Mannschaftssieg fĂŒr die ESG, da die beiden noch ausstehenden Partien gewonnen wurden: ZunĂ€chst brachte Frank-Peter Tiegs an Brett acht seinen Gegner Bagi dazu, sich am Igelaufbau die ZĂ€hne auszubeißen. Dann eroberte er wĂ€hrend des zu stĂŒrmischen Angriffs seines Gegners einen Offizier und fĂŒhrte die Partie umsichtig zum Sieg.
Nach ĂŒber fĂŒnf Stunden Spielzeit gelang es auch Thorben Mantler am Spitzenbrett, seinen Gegner Klaus Meyer zur Aufgabe zu zwingen:

Mantler – Meyer nach 21…Tae8

Das Figurenopfer 22.Sxe6 Txe6 war noch korrekt, doch Thorbens Fortsetzung 23.Sxd5 verpasste den sicheren Gewinnweg 23.Lxd5 (z.B. 23…Kh8 24.Lxe6 Dxe6 25.e4 fxe4 26.Td6 mit klarem Vorteil fĂŒr Weiß). In der Folgezeit entstand ein Endspiel mit Turm und sieben Bauern auf Thorbens Seite sowie Turm, Springer und zwei Bauern auf Seiten Meyers. Auch nicht unbedingt das, was man in LehrbĂŒchern findet und somit musste Thorben ordentlich kĂ€mpfen, bis er schlussendlich einen Bauern durchbringen und die Partie gewinnen konnte.

Die Drittvertretung hat nach dem ersten Saisonsieg jetzt Anschluss ans Tabellenmittelfeld und könnte mit einem Erfolg in zwei Wochen gegen die SF Anna 88 sogar ein wenig Abstand zu den AbstiegsplÀtzen gewinnen.

[TM]

MissglĂŒckter Saisonstart

1.  Bezirksliga: ESG III – Vohwinkeler SC 3 : 5

MissglĂŒckter Saisonstart fĂŒr die Drittvertretung: Auch das Heimspiel am Sonntag gegen Aufsteiger Vohwinkel wurde verloren. Damit wartet das Bezirksligateam nach zwei Spieltagen weiterhin auf den ersten Punktgewinn.

Dabei gestaltete sich der Auftakt des Mannschaftskampfes sehr vielversprechend: An Brett sechs konnte MannschaftsfĂŒhrer Thomas Falk seinen Gegner Pietzka zunĂ€chst immer weiter einengen und schließlich mit einer Bauerngabel einen Turm erobern. Auch Martin Keller wirkte unmittelbar nach der Partie noch glĂŒcklich ĂŒber sein Remis gegen Nareike, da er das spĂ€te Mittelspiel mit einem Minusbauern bestreiten musste. Die spĂ€tere Analyse zeigte jedoch, dass Martins Initiative und aktiveren Figuren den Bauern mehr als kompensierten, sodass man von einer klar besseren Stellung des Elberfelders sprechen musste.

Die ESG-Akteure bleiben optimistisch

Doch zunĂ€chst blieb man im ESG-Lager weiterhin optimistisch, zumal der zwischenzeitliche Ausgleich nach der Niederlage von Valeriia Antonenko (Brett sieben) gegen Dietze nicht lange Bestand hatte. An Brett acht gelang Denis Krzysztala nĂ€mlich postwendend die erneute ESG-FĂŒhrung, nachdem er seinem Gegner Denner eine gefesselte Figur abnehmen konnte. An den ĂŒbrigen Brettern deutete sich zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht an, dass der Mannschaftskampf kippen könnte. Jedoch folgten gleich zwei Partien mit aus ESG-Sicht unglĂŒcklichen VerlĂ€ufen:

An Brett vier hatte sich Moritz Perne gegen Knapp eine Gewinnstellung erspielt, wobei der „Vollstreckungszug“ allerdings schwer zu finden war.

Perne – Knapp nach 26…Tb8

Nach dem Scheinopfer 27.Lf4! muss die Dame die Deckung des Bauern d5 aufgeben und Schwarz gerĂ€t in eine hoffnungslose Stellung 27…Dxf4 28.Dxd5+ Df7 Dxd4. Moritz wĂ€hlte stattdessen das Abspiel 27.Lc3 Le6 28.Lxd4 Dxd4 29.Dc3 um das von ihm ursprĂŒnglich angestrebte Remis zu erreichen. Objektiv ist die Stellung ausgeglichen, doch die schwarzen Zentrumsbauern erwiesen sich als mĂ€chtige Waffe im Endspiel, sodass Knapp dieses fĂŒr sich entscheiden konnte.

QualitÀtsopfer bringen nicht den erhofften Erfolg

Am Spitzenbrett riskierte Thorben Mantler gegen Hegde ein QualitĂ€tsopfer, um drei verbundene Freibauern am DamenflĂŒgel zu generieren. Die Bauern kamen jedoch nie wirklich nach vorne und Hegde spielte seinen Materialvorteil erbarmungslos zum vollen Punktgewinn aus.

Die letzten Hoffnungen, zumindest noch ein 4:4-Unentschieden erreichen zu können, zerschlugen sich mit der Niederlage von Berk Boyacioglu am 5. Brett. Ähnlich wie Thorben hatte Berk ein QualitĂ€tsopfer riskiert, in seinem Fall allerdings mit der Hoffnung auf einen Königsangriff. Sein Gegner Pufal verbrauchte viel Bedenkzeit, fand allerdings auch stets die richtigen VerteidigungszĂŒge und fĂŒhrte mit dem Materialvorteil die Partie zum Sieg.

Die Elberfelder standen somit trotz des guten Beginns am Ende mit leeren HĂ€nden da. In der nĂ€chsten Runde muss gegen Neviges somit etwas ZĂ€hlbares rausspringen, will man im Kampf um den Klassenerhalt nicht frĂŒhzeitig in eine prekĂ€re Lage geraten.

[TM]

Was zÀhlt ist der Klassenerhalt!

1. Bezirksliga: ESG III – Schwarz-Weiß Remscheid 1,5 : 6,5

Stark ersatzgeschwÀcht musste die Drittvertretung zum Saisonabschluss eine deftige Klatsche einstecken, was allerdings nicht das Gesamtbild einer insgesamt zufriedenstellenden Spielzeit schmÀlern soll. Trotz aller Widrigkeiten hat die ESG III immerhin solide den Klassenerhalt geschafft.

Die Niederlage der Gastgeber zeichnete sich schon frĂŒh ab: An Brett fĂŒnf musste Hakan UludĂŒz gegen Ferger die Segel streichen, nachdem er beim Versuch eine Springergabel anzubringen, den Springer ohne Materialgewinn verloren geben musste. Am 2. Brett lieferte sich Martin Keller einen spannenden Schlagabtausch mit Barten. Beide Spieler hatten ihren Bauern bis kurz vors Umwandlungsfeld gezogen, Barten hĂ€tte jedoch mit Schach umgewandelt, was ihm den partieentscheidenden Vorteil gab. Am Spitzenbrett glaubte Thorben Mantler, angesichts schnell abgetauschter Damen auf die Rochade verzichten zu können. Sein Gegner Dr. MĂŒnich bestrafte den in der Mitte verbliebenen König jedoch und zwang Thorben zur Aufgabe.

Zumindest nicht „Schwarz gespielt“

Zwischenzeitliche BefĂŒrchtungen, man könne gar „Schwarz gespielt“ werden – also 0:8 verlieren – konnte Peter Wiesemann am 4. Brett gegen Kittling zerstreuen. Peter spielte solide, tauschte viel ab und konnte am Ende immerhin ein HĂ€lftchen erspielen. Lange sah es auch bei RenĂš Niebergall  an Brett acht nach einer Punkteteilung aus. Im ausgeglichenen Mittelspiel ließ sich RenĂš jedoch zu einem riskanten Springermanöver verleiten, dass sein Gegner Stiller zu einem Bauerngewinn nutzte, mit dem er die Partie fĂŒr sich entschied.

„Am schwersten ist es, ein gewonnenes Spiel zu gewinnen“, wusste bereits der deutsche Weltmeister Dr. Emmanuel Lasker. Leider musste auch RĂŒdiger Horn an Brett fĂŒnf diese Erfahrung machen, als er gegen Löffler folgende Stellung auf dem Brett hatte:

Löffler – Horn nach 26.h4

Offenkundig steht Schwarz dank QualitĂ€tsvorteils und Mehrbauern auf Gewinn, doch die weiße Drohung h5 ist nicht zu unterschĂ€tzen. RĂŒdiger versuchte mit dem Damentausch 26…Dg7 den weißen Angriff zu stoppen, geriet aber nach 27.Dxg7+ Kxg7 28.Sxc5 plötzlich in eine missliche Lage und fand auch nicht mehr in die Partie zurĂŒck.
Ähnlich unglĂŒcklich verlief die Partie von Julian Brandt, der am 6. Brett gegen Vöpel bereits in der Eröffnung zwei Bauern erobern konnte. Bei einem dritten Bauerngewinn ließ Julian jedoch einen Offizier ungedeckt, sodass eine unklare Stellung entstand. Letztlich geriet der ESG-Akteur in ein Mattnetz, als er seine Bauern Richtung Umwandlungsfelder nach vorn schicken wollte.

Dietmar betreibt Ergebniskosmetik

Zum Abschluss des Mannschaftskampfes konnte Dietmar Kaufmann an Brett drei noch einmal Ergebniskosmetik betreiben. Sein GegenĂŒber, Freiknecht, hatte bereits in der Eröffnung einen Offizier eingebĂŒĂŸt, aber ungeachtet des Materialnachteils weiter gekĂ€mpft. Dietmar parierte jedoch sĂ€mtliche Königsangriffe und fuhr die Partie sicher nach Hause.

Die Drittvertretung verabschiedet sich mit einem soliden Mittelfeldplatz in die Sommerpause und hat ihr Saisonziel somit erreicht. In der kommenden Saison dĂŒrften die Trauben etwas höher hĂ€ngen, da mehrere Teams aus der Verbandsklasse in die Bezirksliga absteigen und das Niveau der höchsten Spielklasse im Bezirk noch einmal anheben dĂŒrften.

[TM]

Mit Kantersieg zum Klassenerhalt

1. Bezirksliga: SC Tornado Wuppertal – ESG III 1,5 : 6,5

Die Drittvertretung hat mit einem Kantersieg den Klassenerhalt gesichert und wird auch nÀchste Saison in der höchsten Liga des Bezirks auf Punktejagd gehen.

Thorben Mantler kam am Spitzenbrett zu einem kampflosen Erfolg und hatte deshalb genĂŒgend Zeit, Fotos zu schießen und die Partien zu beobachten. Dabei stachen ihm zwei Partien ins Auge, in denen seine Teamkollegen bereits in der Eröffnung die Weichen auf Sieg stellen konnten:
Da war zunĂ€chst einmal Deniz Krzysztala, der an Brett sieben gegen Frericks zunĂ€chst mehrere Bauern und spĂ€ter sogar einen LĂ€ufer erobern konnte. Nach gerade einmal 18 ZĂŒgen war Frericks Stellung bereits hoffnungslos, sodass sich dieser geschlagen gab.
Gar nur 15 ZĂŒge benötigte Berk Boyacioglu, um am 6. Brett sein GegenĂŒber Block in die Knie zu zwingen. Block hatte seine Dame zu frĂŒh ins Spiel gebracht, was Berk nutzte, um mit Tempogewinnen seine Stellung zu verbessern und sich am Ende mit Materialgewinnen fĂŒr sein gutes Spiel zu belohnen.

Die hinteren Bretter punkten voll

Die Siegesserie der GĂ€ste wurde kurzzeitig unterbrochen, als sich Peter Wiesemann am 4. Brett mit Kortwig nach durchweg ausgeglichenem Spielverlauf auf Remis verstĂ€ndigte. Doch schon die nĂ€chste Entscheidung fiel wieder zugunsten der ESG aus: MannschaftsfĂŒhrer Thomas Falk hatte an Brett fĂŒnf gegen Schulte nach durchweg druckvollem Spiel nicht optimal abgewickelt und fand sich in folgender Stellung wieder:

Falk – Schulte nach 33…axb4

Schwarz hat zwar einen Mehrbauern, die Stellung ist angesichts der besser postierten Figuren im weißen Lager ausgeglichen. Der Weiße Plan muss darin bestehen, mit dem König zum DamenflĂŒgel zu laufen und den Bauern b4 einzukassieren, wĂ€hrend Schwarz seinen LĂ€ufer nach c8 und seinen König nach d6 ĂŒberfĂŒhren muss. Thomas fand relativ prĂ€zise den korrekten Plan, wĂ€hrend Schulte erfolglos einen Durchbruch am KönigsflĂŒgel anvisierte und nach dem Verlust der Zentralbauern aufgab.

Die 100% Quote an den hinteren Brettern sicherte Benedikt Abel an Brett acht mit seinem Erfolg ĂŒber Caknak. Benedikt hatte im Mittelspiel zunĂ€chst zwei Bauern erobert und schließlich mit einer Fesselung die QualitĂ€t erobert. Im nun hoffnungslosen Endspiel gab sich Cakmak geschlagen.
In der fĂŒr den Mannschaftskampf nun nicht mehr relevanten Partie an Brett drei verstĂ€ndigte sich Dietmar Kaufmann daraufhin mit seinem GegenĂŒber JĂŒhrs auf eine Punkteteilung. Das Spiel verlief durchweg ausgeglichen, sodass beide Konttrahenten mit der Punkteteilung zufrieden waren.

Martin Keller setzt den Schlusspunkt

Den Schlusspunkt im Mannschaftskampf setzten Martin Keller und sein GegenĂŒber an Brett zwei, Wegner. Martin hatte wie bereits einen Spieltag zuvor ein Turmendspiel auf dem Brett, diesmal allerdings kĂ€mpfte er um mehr als „nur“ ein HĂ€lftchen:

Wegner – Keller nach 70.Ke4

Der zuverlĂ€ssigste Gewinnweg ist wohl 70…Ta7 mit der unabwendbaren Drohung Txa6. Martin unterschĂ€tzte allerdings den Randbauern und versuchte 70…Kd1, woraufhin Wegner den rettenden Zug 71.a7! fand. Martin war zu 71…Txa7 gezwungen, was nach 72.Kxd3 zu einer theoretischen Remisstellung fĂŒhrte. Die EnttĂ€uschung hielt sich bei Martin und im ESG-Lager allerdings in Grenzen, da nunmehr der 6,5:1,5-Erfolg und der damit verbundene Klassenerhalt feststand.

[TM]