Erster Saisonsieg

1.  Bezirksliga: Schachfreunde Neviges РESG III 2,5 : 5,5

Die Drittvertretung konnte vergangenen Sonntag den ersten Saisonsieg feiern und sich damit ein wenig Luft im Abstiegskampf der 1. Bezirksliga verschaffen. Dabei musste Mannschaftsf√ľhrer Thomas Falk im Vorfeld einige Gespr√§che f√ľhren und Nachrichten schreiben, ehe er seine Acht zusammen hatte. Doch auch die Gastgeber konnten nicht in Bestbesetzung antreten – Erk√§ltungsviren gibt es schlie√ülich auch in Velbert ‚Äď bekamen aber ebenfalls acht Spieler ans Brett.

Den ersten Sieg konnte Martin Keller an Brett vier vermelden: Sein Gegner Konrad √Ėttl hatte in der Er√∂ffnung √ľberraschend eine Figur gegen zwei Bauern geopfert und tats√§chlich gef√§hrliches Gegenspiel erhalten. Martin schaffte es jedoch, die Bauern rechtzeitig vor den Umwandlungsfeldern zu verhaften und den Materialvorteil in einen vollen Punkt umzum√ľnzen. Es folgte ein sicheres Remis von Thomas Falk an Brett sechs gegen Jens Schneider, ehe Dietmar Kaufmann am 3. Brett die ESG-F√ľhrung ausbauen konnte. Dietmar und sein Gegen√ľber Binas verlie√üen relativ schnell die gewohnten Theoriepfade zugunsten eines sehr scharfen Abspiels mit beidseitig unrochierten K√∂nigen.

Kaufmann – Binas nach 16…Dd7

Nach dem ungenauen Zug seines Gegners schlug Dietmar Kapital aus der halboffenen h-Linie und fuhr mit 17.Dxd7+ Kxd7 18.Txh7 fort. Binas blieb nichts anderes √ľbrig, als mit 18…Txh7 19.gxh7 Lg7 20.hxg8 seinen Springer zu opfern. Dietmar nahm den Materialvorteil mit ins Endspiel und gewann dieses problemlos.

Ein ungest√ľmer Angriff und ein kletternder Orang-Utan

Ein weniger gl√ľckliches H√§ndchen hatte Berk Boyacioglu, der an Brett f√ľnf gegen G√ľnther zu ungest√ľm mit seinen Bauern nach vorne marschiert war, und dabei einen Bauern verlor. G√ľnther gewann Oberwasser und verwandelte den Materialvorteil sicher zum Sieg.
‚ÄěMich laust der Affe!‚Äú wird sich Alexander Schneider an Brett sieben m√∂glicherweise gedacht haben, als ihn ESG-Ersatzmann Ralf Quast mit dem ‚ÄěOrang-Utan‚Äú – wie die Sokolski-Er√∂ffnung scherzhaft auch genannt wird ‚Äď konfrontierte. Tats√§chlich wusste Schneider dem ungew√∂hnlichen Aufbau nie so recht beizukommen, was Ralf geschickt zu seinem Vorteil nutzte und schlie√ülich den vollen Punkt einfuhr. Somit wog die ungl√ľckliche Niederlage von Peter Wiesemann an Brett zwei gegen Friedrich auch nicht allzu schwer. Die gesamte Partie √ľber hatte sich Peter sehr gut gegen die konstanten Angriffe seines Nevigeser Gegen√ľbers erwehren k√∂nnen und schlie√ülich ein Turmendspiel abtauschen k√∂nnen, dass f√ľr Friedrich nicht zu gewinnen war. Jedoch ein Turmtausch brachte Friedrich auf die Siegerstra√üe, was Peter erst nach dem erfolgten Abtausch realisiert hatte.

Am Ende wird es deutlich

Am Ende wurde es aber dennoch ein klarer Mannschaftssieg f√ľr die ESG, da die beiden noch ausstehenden Partien gewonnen wurden: Zun√§chst brachte Frank-Peter Tiegs an Brett acht seinen Gegner Bagi dazu, sich am Igelaufbau die Z√§hne auszubei√üen. Dann eroberte er w√§hrend des zu st√ľrmischen Angriffs seines Gegners einen Offizier und f√ľhrte die Partie umsichtig zum Sieg.
Nach √ľber f√ľnf Stunden Spielzeit gelang es auch Thorben Mantler am Spitzenbrett, seinen Gegner Klaus Meyer zur Aufgabe zu zwingen:

Mantler – Meyer nach 21…Tae8

Das Figurenopfer 22.Sxe6 Txe6 war noch korrekt, doch Thorbens Fortsetzung 23.Sxd5 verpasste den sicheren Gewinnweg 23.Lxd5 (z.B. 23…Kh8 24.Lxe6 Dxe6 25.e4 fxe4 26.Td6 mit klarem Vorteil f√ľr Wei√ü). In der Folgezeit entstand ein Endspiel mit Turm und sieben Bauern auf Thorbens Seite sowie Turm, Springer und zwei Bauern auf Seiten Meyers. Auch nicht unbedingt das, was man in Lehrb√ľchern findet und somit musste Thorben ordentlich k√§mpfen, bis er schlussendlich einen Bauern durchbringen und die Partie gewinnen konnte.

Die Drittvertretung hat nach dem ersten Saisonsieg jetzt Anschluss ans Tabellenmittelfeld und könnte mit einem Erfolg in zwei Wochen gegen die SF Anna 88 sogar ein wenig Abstand zu den Abstiegsplätzen gewinnen.

[TM]