Zurück in der Erfolgsspur

1. Bezirksliga: Schachfreunde Neviges – ESG III 2,5 : 5,5

Die Drittvertretung hat in die Erfolgsspur zurückgefunden und sich nach der Derbyniederlage vor drei Wochen im Aufstiegskampf zurückgemeldet. Trotz des Ausfalls dreier Stammspieler sowie aller drei Stammersatzkräfte konnten die Elberfelder einen sicheren 5,5:2,5-Sieg in Velbert-Neviges erringen.

Bedingt durch die Ausfälle reisten die ESG-Akteure nur zu siebt zum Mannschaftskampf an, doch auch in Velbert hatte die Grippewelle zugeschlagen, sodass auch die Gastgeber Ersatzgeschwächt und mit nur sieben Mann antraten. Somit stand es bereits zu Spielbeginn 1:1 und auch nach der ersten ausgespielten Partie blieb der Zwischenstand ausgeglichen: Thomas Falk war an Brett acht gegen Schneider zwar gut aus der Eröffnung gekommen, kam nach dem Abtausch aller Leichtfiguren dann allerdings nicht mehr dazu, genügend Druck aufzubauen, um mehr als die Punkteteilung herauszuholen.

An Brett fünf hatte Dennis Peters die ungewöhnliche van Geet Eröffnung (1. Sc3) gespielt, die vor 18 Jahren ein wenig ins Rampenlicht gerückt wurde, als Alexander Morosewitsch diese Eröffnung gegen Garri Kasparow wählte. Kasparow schüttelte daraufhin minutenlang den Kopf und fauchte „No respect!“ Derart empört reagierte Dennis‘ Gegenüber Meyer zwar nicht, ließ sich allerdings dazu hinreißen, sehr früh seine Stellung zu überziehen, sodass er bereits nach acht Zügen sehr bedenklich stand:

Peters – Meyer nach 8. Sxc7

Schwarz muss auf die Rochade verzichten, verliert Material und hat dafür keinerlei Kompensation. Meyer führte die Partie noch bis zum 22. Zug fort, bevor er sich schließlich geschlagen gab.

Einen weiteren vollen Punkt für die Gäste konnte Josef Krük am 3. Brett gegen Friedrich einfahren. In einer interessanten Partie mit gegensätzlichen Rochaden erwiesen sich die Raumvorteile des ESG-Altmeisters sowie ein Freibauer am Ende als Sieggaranten. Und auch Thorben Mantler konnte in einer ebenfalls spannenden Partie einen Sieg vermelden, wobei er gegen Gockel zwischenzeitlich gar nicht gut stand:

Mantler – Gockel nach 24. Ke2

24… Scb4 würde bereits eine Leichtfigur erobern, da 25. Dg2 mit 25… Tad8 gekontert wird. Gockel spielte jedoch 24… Sxd4+ und sah sich nach 25. Dxd4 plötzlich selber in der Situation, mit 25… Lf6 eine Figur opfern zu müssen. Entschieden war die Partie damit allerdings noch lange nicht und bei beidseitig knapp werdender Bedenkzeit gewährte Thorben seinem Kontrahenten noch einmal gefährliches Gegenspiel:

Mantler – Gockel nach 28. Tg1

Das eigentlich naheliegende 28… Dxh2 hätte Schwarz zurück in die Partie gebracht, jedoch reichte die Bedenkzeit nicht mehr für eine tiefere Variantenberechnung aus. Gockel entschied sich stattdessen für 28… Txd5, was Weiß allerdings vor keine Probleme stellte, sodass Thorben letztlich als glücklicher Sieger hervorging.

Weniger glücklich war Martin Keller an Brett sieben, der sich von einem Angriff auf die Königsstellung seines Gegners Ebenhan einiges versprochen hatte. Ebenhan wehrte den Angriff jedoch ab und ging sogar mit einem Mehrbauern in ein allerdings sehr remisverdächtiges Endspiel. Aufgrund des bereits entschiedenen Mannschaftskampfes verständigten sich die beiden Spieler ebenso auf eine Punkteteilung, wie Peter Wiesemann und Binas am 6. Brett. Dass es dort überhaupt zu einer Punkteteilung kam, darauf hätte wohl kein ESG-Akteur mehr zu hoffen gewagt, nachdem Peter in eine Eröffnungsfalle getappt war:

Binas – Wiesemann nach 11. Lf4

Eigentlich ist der Partiezug gar nicht so gut, denn er erlaubt Schwarz, sich mit 11… e5 zu konsolidieren. Peter spielte jedoch 11… h6 und Binas ließ mit 12. Sxc8 die Falle zuschnappen. 12… Dd8 verhindert zumindest den Damenverlust, doch nach 13. Sd6 war die Stellung im Prinzip hoffnungslos. Binas tauschte im weiteren Spielverlauf folgerichtig alles ab und behielt die Mehrfigur bis in späte Mittelspiel:

Binas – Wiesemann nach 26… Lxc5

Hier war die Gier wohl einen Moment lang zu groß und Binas ließ sich zu 27. Te1 verleiten, was Peter mit 27… Lb4+ nutzte und in ein kompliziertes Endspiel abwickelte, in dem beide Seiten mit dem Remis zufrieden waren.

[TM]

Tabellenführung abgegeben

1. Bezirksliga: ESG III – Bahn-SC Wuppertal III 3 : 5

Am 5. Spieltag, dem ersten im Kalenderjahr 2018, musste die Drittvertretung erstmal in der laufen Saison eine Niederlage hinnehmen und verlor dabei gleichzeitig die Tabellenführung. In einem lange offenen Mannschaftskampf ging der Elberfelder Lokalrivale am Ende als verdienter Sieger hervor.

Eine kurzfristige krankheitsbedinge Absage am Morgen des Spieltags stellte bereits zu Beginn des Spiels eine Hypothek für die Gastgeber in Form einer kampflosen Niederlage an Brett acht dar. Zudem nahm Thorben Mantler am Spitzenbrett verfrüht das Remisangebot seines Gegners Janz an. Mantler hatte in der vergangenen Spielzeit in ähnlichen Situationen zweimal das Remis vermeiden wollen und seine Stellung überzogen, was er diesmal vermeiden wollte.

Dieses Schicksal ereilte allerdings Hagen Woldt an Brett vier, der gegen Klasmeier die bequemere Stellung hatte, aber keinen Gewinnweg fand. Als er diesen erzwingen wollte, konnte der BSW-Akteur mit einem sehenswerten Scheinopfer kontern und den vollen Punkt für die Gäste einfahren. Auch Dennis Peters hatte an Brett sechs gegen Bagusat sehr offensiv angelegt und sich zunächst eine vorteilhafte Stellung erspielt:

Peters – Bagusat nach 36. g3

Hier jedoch gab Dennis seinem Gegner die Chance, mit 36… Txf4 37. gxf4 Sb8 in ein sehr remisverdächtiges Turmendspiel abzuwickeln. Bagusat übersah diese Möglichkeit jedoch und spielte direkt 36… Sb8, was ihn nach 37. Lxb8 Txb8 in eine nahezu aussichtslose Lage brachte. Acht Züge später gab der BSW-Spieler dann auch auf.

Alfred Güthler musste allerdings an Brett fünf eine Niederlage gegen Weis einstecken, nachdem sein Läuferopfer nicht den erwünschten Befreiungsschlag aus der gedrückten Stellung zur Folge hatte. Kurze Zeit später konnte dann aber Peter Wiesemann an Brett sieben wieder verkürzen, sodass es nur noch 2,5:3,5 aus ESG-Sicht stand.

Fadl – Wiesemann nach 18… Tfe8

Auf die Siegerstraße führte Peter ein Schnitzer seines Gegenübers Fadl, der 19. b3 spielte und von Peter folgerichtig mit 19… Df6 20. Se2 Dxf2+ bestraft wurde. Der ESG-Akteur verbesserte seine Stellung im weiteren Spielverlauf und stand im 49. Zug vor einer richtungsweisenden Entscheidung:

Fadl – Wiesemann nach 49. Kf3

49… dxe4+ könnte zum Generalabtausch und nachfolgendem vorteilhaften Endspiel führen, doch Peter sah etwas Besseres, nämlich den Bauernvorstoß 49… d4! Der Turm muss zurückweichen, woraufhin Peter nach 50. T3e2 Dg5 51. Tf2 f5 52. Tfe2 fxe4+ 53. Txe4 Df5+ die Partie für sich entschied.

Den Mannschaftskampf indes entschieden die Gäste für sich, nachdem Will im zähen Positionskampf an Brett zwei eine Fesselung von Alexandr Pertschiks Springer clever nutzte und die Partie gewann. Abschließend verständigten sich am 3. Brett die Altmeister Josef Krük und Klietsch auf eine Punkteteilung, sodass das Derby mit 5:3 an den BSW ging.

[TM]

Durchstarten…

Nach dem etwas unglücklichen Remis vor zwei Wochen gegen Unterbarmen empfing die vierte der Elberfelder Schachgesellschaft die SG Solingen VIII. Da hieß es durchstarten, und man wollte wieder mit der Stammmanschaft antreten, doch blieb unerklärlicherweise dieses Mal das Brett vier verwaist. Zum Glück für die Elberfelder kamen die Gäste aus der Klingenstadt auch nur mit sieben Spielern, so dass es nach dreißig Minuten 1:1 stand.

Am Brett 3 hatte sich Rüdiger Horn auf seinen Gegner Schweldler vorbereitet, vor allem auf seine Remisangebote. Prompt schlug Schweldler früh eine Punkteteilung vor. Zu früh, um sagen zu können, welches Ergebnis am Brett 3 für den Mannschaftssieg gebraucht wird. So musste die Devise lauten: „weiterspielen und nichts anbrennen lassen“. Die Partie endete später dennoch im Remis.

Leider verlor Yadollah Zargari am Brett 5 seine Partie gegen Kopernik; doch konnte Josef Komeinda am Brett 6 mit einem Sieg über Schubert wieder ausgleichen. Mit der Remis-Partie am Brett erzielten die Solinger ihren letzten Zähler; denn die noch laufenden Partien konnten die Elberfelder für sich entscheiden.

Am Brett 2 konnte Samuel Haringer gegen Grostat nach geschicktem Mittelspiel ein vorteilhaftes Endspiel erreichen

Haringer vs Grostat nach 33…Ke5

Samuel zog 34. Th4 mit der Drohung f4 matt und schwarz gab auf.

Am Brett 8 konnte Renè Niebergall seine Erfolgsserie gegen Yilmaz fortsetzen. Recht früh kam er durch eine Fesselung in Führung.

Niebergall vs Yilmaz nach 14. 0-0

Yilmaz zog 14… Lf6, woraufhin Renè nicht zögerte 15. Td1 zu ziehen. Auf den Versuch, den Springer mit 15…c6 zu decken, folgte 16. e4. Zwanzig Züge später gab Yilmaz auf.

Am Brett 7 kam Mannschaftsführer Thomas Falk früh zum Bauern- und Turmgewinn, brauchte dann aber noch einige Züge, um den Entwicklungsrückstand aufzuholen, bevor er seinen Turm auf die Gewinnroute schickte.

Schmidt vs Falk nach 27. Tf3
Schmidt vs Falk nach 27. Tf3

Es folgte 27…Tac8; 28.Ke1, Tc4; 29. c3, Txa4; 30. h4, Ta1+; 31. Kd2, Ta2+, und der junge David Schmidt nahm den Ratschlag seines Mannschaftsführers an, dass der Zeitpunkt gekommen sei aufzugeben.

Die ESG IV konnte heute überzeugend  gegen Solingen VIII mit 5,5 zu 2,5 gewinnen und wieder Kurs auf die Tabellenspitze nehmen. Am 4. Februar geht es dann nach Ronsdorf.

[thf]

Gerhard Arold wird sechster bei der Einzelmeisterschaft des SBBLs

In der letzten Runde der SBBL-Einzelmeisterschaft ließ Helmut Busse (SC Solingen 1928) nichts mehr anbrennen: Mit einem Sieg erreichte er 5½/7 Punkten und gewann damit die Einzelmeisterschaft zum dritten Mal innerhalb den vergangenen vier Jahren. Punktgleich auf dem zweiten Platz, doch mit der etwas schlechteren Buchholzzahl, landete René Tückmantel (BSW), dem der heutige Sieg nicht reichte, um die Meisterschaft zu gewinnen. Einen halben Punkt dahinter reihte sich auf den dritten Platz Ulrich Waagener (SW Remscheid) ein, gefolgt mit einem weiteren halben Punkt Abstand von Helmut Meckel (SG Solingen) auf dem vierten Platz, der ein überragendes Turnier spielte.

Alle vier sind für die Einzelmeisterschaft des Niederrheinischen Schachverbandes Ende März qualifiziert, die in Solingen ausgetragen werden wird. Auf den weiteren Plätzen folgen mit 4/7 Thomas Lemanczyk (SG Solingen), Gerhard Arold (Elberfelder SG) und Dr. Marius Fränzel (SG Solingen).

[thf]

Elberfelder SG wird Vize im Viererpokal des SBBLs

Im Finale des SBBL-Viererpokals setzte sich heute die SG Solingen gegen den Mitfavoriten Elberfelder SG 1851 (Reiner Odendahl, Maik Naundorf, Gerhard Arold, Reinhard Schüller) mit 3:1 durch. Im parallel ausgespielten Kleinen Finale sicherte sich der SC Solingen 1928 mit einem 4:0 gegen den Vohwinkeler SC den dritten Qualifikationsplatz für die NRW-Ebene.

Wir gratulieren!

Zur Seite des Viererpokals mit allen Einzelergebnissen.

[Marius Fränzel]

SBBL-EM vor der letzten Runde noch ohne Entscheidung

Zum Endspurt der Einzelmeisterschaft des SBBL verdichtet sich vor der letzten Runde am 20. Januar 2018 das Feld, das von Helmut Busse (SC Solingen 1928) mit 4½ Punkten dank besserer Buchholzzahl angeführt wird. Ihm folgen mit ebenfalls 4½ Punkten dicht auf den Fersen René Tückmantel (BSW Wuppertal) und Helmut Meckel (SG Solingen), der in der letzten Runde in einer Abwehrschlacht glücklich gegen Thomas Lemanczyk (SG Solingen) gewinnen konnte. Thomas versäumte somit, sich vom Feld abzusetzen. Im Spitzenduell der sechsten Runde trennten sich René Tückmantel und Ulrich Waagener (SW Remscheid) mit einem Remis. Auch Gerhard Arold (Elberfelder SG) dürfte noch theoretische Chancen auf den Titel haben. Es ist schwer zu sagen, ob diese sieben die vier Qualifikationsplätzen für die Einzelmeisterschaft des Verbandes Niederrhein unter sich ausmachen werden oder ob noch ein weiterer Spieler aus dem Feld ein Wörtchen mitreden will und wird.

Thomas Falk
2. Spielleiter SBBL

ESG III „Herbstmeister“ der 1. Bezirksliga

1. Bezirksliga: SC Tornado Wuppertal – ESG III 2 : 6

Die Drittvertretung kann den Jahreswechsel als „Herbstmeister“ der 1. Bezirksliga begehen: Nach dem gerade in der Höhe unerwarteten 6:2-Auswärtserfolg bei Tornado Wuppertal bleibt die ESG III zumindest bis Ende Januar weiterhin ungeschlagener Tabellenführer.

Zu Beginn des Mannschaftskampfes um 10 Uhr blieben zunächst noch drei Stühle unbesetzt, wobei sich Tornado-Spieler Arne Beckmann recht bald nach Spielbeginn einfand, Dennis Peters auf ESG-Seite knapp vier Minuten vor Ablauf der Karenzzeit das Spiellokal betrat und Fabian Wendt gar nicht erschien, sodass ESG-Altmeister Josef Krük an Brett drei zu einem kampflosen Erfolg kam.

Leider agierte Dennis am 6. Brett gegen Jührs aufgrund des Zeitnachteils etwas zu hektisch und tappte in eine Falle mit Doppelangriff, der einige Züge später ein Turm zum Opfer fiel. Es folgte kurze Zeit später ein Remis von Peter Wiesemann gegen Runge am 7. Brett, wobei Peter nach der Eröffnung Raumvorteil besaß, nach einem Generalabtausch jedoch kein Kapital mehr daraus schlagen konnte.

Beim Zwischenstand von 1,5:1,5 folgte nun eine Siegesserie der ESG-Akteure, die den Mannschaftskampf entschieden und für die überraschende Höhe des Sieges sorgten: Zunächst gewann Alexandr Pertschik an Brett zwei gegen den gewohnt offensiv spielenden SC-Mannschaftsführer Wegner mit einem feinen Angriff auf die entblößte Königsstellung seines Kontrahenten. Bald darauf konnte auch Harald Kurz am 8. Brett sein vorteilhaftes wenn auch nicht unkompliziertes Turmendspiel gegen Matthey zum vollen Punktgewinn führen.

An Brett fünf ging es hoch her: SC-Spieler Beckmann hatte zwei Figuren geopfert, um einen Bauern durchzubringen. Die neue Dame wurde allerdings bald darauf gefangen und ESG-Akteur Alfred Güthler verblieb mit einer Mehrfigur und einer klaren Gewinnstellung. Eine ebensolche hatte zum Schluss auch ESG-Kapitän Thorben Mantler am Spitzenbrett gegen Nikolik auf dem Brett. Zuvor hatte Thorben einen Gambitbauern halten sowie die Qualität gewinnen können, was sich für Nikolik letztlich als zu hohe Hypothek erwies.

Den Schlusspunkt setzten Hagen Woldt und Kissing mit einem Remis an Brett vier. Obwohl er einen Mehrbauern verzeichnen konnte, fand Hagen im komplizierten Leichtfigurenendspiel letztlich keinen Gewinnweg und stellte mit dem Hälftchen den 6:2-Endstand her.

[TM]

Mit toller Moral zur Punkteteilung

1. Bezirksliga: SF Vonkeln II – ESG III 4 : 4

Auch wenn die Drittvertretung beim 4:4 in Vonkeln erstmals einen Mannschaftspunkt abgeben musste, bleiben die Elberfelder weiterhin ungeschlagener Tabellenführer in der 1. Bezirksliga. Der Garant dafür war einmal mehr die tolle Moral, nach einem Rückstand wieder auf die Beine zu kommen.

Denn wie schon am 2. Spieltag trat die ESG III nicht vollzählig an und musste an Brett drei einen Brettpunkt kampflos abtreten. In den ausgespielten Partien ging es vorerst weitestgehend schiedlich friedlich zu: Zunächst verständigte sich Alexandr Pertschik an Brett zwei mit SFV-Mannschaftsführer Baier auf Remis, dann reichten sich auch Harald Kurz und sein Gegenüber Möller die Hände zur Punkteteilung. Während Alex eine total geschlossene positionelle Stellung auf dem Brett hatte, waren bei Harald am 8. Brett bereits einige Figuren abgetauscht worden. Beiden Positionen gleich war indes die Ausgeglichenheit der jeweiligen Stellung.

An Brett sieben wähnte sich Peter Wiesemann bereits auf der Siegerstraße, als er ein Figurenopfer seines Gegners Breuer ignorierte und dies kurz darauf bereute. Denn Breuer gelang es, die geopferte Figur zu retten und im selben Zuge eine weitere Angriffsdrohung Peters zu unterbinden, sodass der Vorteil des ESG-Spielers dahin war und die Partie mit einem weiteren Remis endete. Am Spitzenbrett lieferten sich Thorben Mantler und Thomas Bratz wie erwartet eine taktische Schlacht mit teilweise unkonventionellen Zügen und Angriffsmotiven, wobei letztlich im 18. Zug die folgende Stellung entstand:

Mantler – Bratz nach 18…Sxg2

Bratz hatte soeben seinen Springer geopfert und gleichzeitig Remis angeboten. Im Glauben, dass 19. Kxg2 erzwungen sei und Schwarz ein Dauerschach habe, nahm Thorben das Remisangebot an. Tatsächlich aber wäre die Annahme des Opfers ein fataler Fehler gewesen, denn nach 19…Dg4+ 20. Kh1 Df3+ 21. Kg1 Lh3 ist das Matt nicht mehr abzuwenden. Die wohl beste Variante für Weiß ist 19. Se2 Dg4 20. h3 Dxh3 21. Dxh3 Lxh3 22. Lxf8 Kxf8 mit mutmaßlich ausgeglichener Stellung.

Somit lagen die Gastgeber 4:2 in Front und die beiden noch spielenden Elberfelder Recken Dennis Peters und Hagen Woldt automatisch unter dem Druck, für das Mannschaftsremis gewinnen zu müssen. Bei Hagen allerdings zeichnete sich an Brett vier zu diesem Zeitpunkt bereits ein voller Punktgewinn ab. Im 25. Zug hatte sein Gegner Multhauf eine Falle übersehen:

Multhauf – Woldt nach 25. b4

Nach 25…d4 ist der angegriffene Läufer nicht mehr zu retten. Es folgten 26. bxc5 dxe3 27. Dxe3 Dxc5 28. Dxc5 Sxc5 29. Txb8 Txb8 30. Te7 und Weiß erhielt zumindest zwei Bauern für die Figur. Im weiteren Spielverlauf gewann Hagen die Bauern allerdings zurück und zwang seinen Gegner zur Aufgabe.

Und auch Dennis zeigte sich am 6. Brett dem Druck gewachsen und erspielte sich gegen Dirk Schmidt die folgende Gewinnstellung:

Schmidt – Peters nach 29. Tfd4

29…Te2 sieht wie ein einfacher Gewinn aus, doch nach 30. Dxe2 Txe2 31. Txd6 hätte Schwarz auf ein drohendes Grundreihenmatt aufpassen müssen! Schmidt jedoch spielte sofort 30. Txd6 und griff zudem nach 30…Txf2 mit 31. Kxf2 fehl, was er denn auch sofort mit der Aufgabe der Partie quittierte.

[TM]

Weichenstellung…

… hieß es nach zwei klaren Siegen der Vierten der Elberfelder Schachgesellschaft gegen Remscheid und Vohwinkel. Will man weiter um die Tabellenspitze und um den Aufstieg kämpfen, so musste heute gegen BSW VI ein dritter Sieg her, da man sich mit ihnen bei den letzten beiden Begegnungen unnötig schwertat.

Ein Blick auf die Mannschaftsaufstellung ließ einen heißen Mannschaftskampf erwarten; denn beide Mannschaften traten in Stammbesetzung an.

So ließ es sich Mannschaftskapitän Thomas Falk am Brett 7 nicht nehmen, seinen Mannschaftskollegen zu zeigen, wohin es gehen muss: nach vorne. Nach Marschschritt durch die Eröffnung zwang er seinen Gegenüber Decker im 17. Zug zur Aufgabe und hatte noch 1:29 auf der Uhr.

Auch sein Mannschaftskollege Martin Keller am Spitzenbrett wusste, was die Stunde geschlagen hatte. Zwar stellte Martin in der Eröffnung nach ungenauem Tausch einen Bauern ein, gewann dann aber wieder die Intiative. Nachdem sein Turm schon über den Damenflügel in die gegnerische Stellung eingedrungen war, drohte er nun, auch mit der Dame über den Königsflügel einzudringen. Sein Gegenüber sah keine andere Möglichkeit, dies zu verhindern, als den Läufer für einen Bauern zu opfern. Die Dame drang dennoch ein und rückte dem König zum 2:0 auf den Leib.

Weniger glücklich lief es am Brett 3 bei Rüdiger Horn, der beim ersten Mannschaftskampf verhindert war und beim zweiten einen kampflosen Sieg geschenkt bekam. Wollte er doch heute unbedingt gewinnen und überzog die Stellung. Verbissen kämpfte er ums remis, doch musste er letztendlich die Niederlage akzeptieren.

Die Punkte wurden weiter an den hinteren Brettern gemacht, so von Fabio Santiago. Auch bei Yadollah Zargari sah es nach einem fulminanten Königsangriff danach aus, als ob er zum 4:1 erhöhen könnte, da er die gesamte Bauernkette auf dem Königsflügel abgeräumt hatte und somit gleich drei verbundene Freibauern hatte. Leider verstolpertete er sich, als er seine Freibauern am Königsflügel promovierte und lenkte dann ins remis ein.

Den Mannschaftssieg steuerte dann Josef Komeinda bei. Wenig später konnte auch Renè Niebergall eine Erfolgsmeldung zum 5,5 zu 1,5 machen. Es verblieb die letzte Partie von Samuel Haringer. In einer verschachtelten Stellung wurde mit vier Türmen viel geschoben, bis sich plötzlich alle Figuren tauschten. Das nun anstehende Bauernendspiel schien beiden Spielern unklar, und so einigte man sich auf remis zum 6:2 Endstand.

Mit drei Siegen in Folge konnte die ESG IV ihren Führungsanspruch behaupten. Am 10. Dezember geht es dann nach Unterbarmen.

[thf]

ESG IV verteidigt erfolgreich die Tabellenführung

ESG IV vs SC Vohwinkel II 6:2

Obwohl stark ersatzgeschwächt (ohne Martin Keller, Samuel Haringer und Thomas Falk) angetreten, haben wir auch im zweiten Spiel überzeugend gewonnen.
Los ging es direkt mit einem kampflosen Punktgewinn für Rüdiger Horn an Brett 1. Es folgte ein Remis von Yadolla Zargari an Brett 3. Er hatte sich durch ein schönes Läuferopfer etwas mehr vorgestellt, musste aber dann das Remis durch Dauerschach erzwingen.

Als nächstes punktete Renè Niebergall am Brett 5. Auch hier ging eine sehr schöne Opferkombination voraus.

Federn lassen musste dann am Brett 8 unser Nachwuchsspieler Hendrik Mordos von der ESG V. Joseph Komeinda an 4 remisierte und Fabio Santiago an 2 brachte seine Partie problemlos nach Hause. Er hatte bereits im Mittelspiel eine Figur gewonnen.

Nun stand es 4 : 2 für uns.

Benedikt Abel an Brett 7 gelang dann eine schöne Grundlinienmatt-Kombination und machte den Sack zu.

Udo Königs Sieg an Brett 6 war dann noch eine Verschönerung des Erfolges.

[Rüdiger Horn]