Kamp-Lintfort – ESG I 2,5 : 5,5

Aufregung vor dem Auswärtsspiel. Reiner Odendahl fehlte am Treffpunkt. Da er weder telefonisch noch per Mail erreichbar war, stellte sich die Frage, ob mit 7 Leuten spielen oder den Versuch starten, bei ihm zu Hause anzuschellen und anschließend eventuell auch mit 7 Leuten zu spielen und einer weiteren halben Stunde weniger Zeit auf der Uhr. Fortuna meinte es aber gut mit uns, und der sehr verschlafene Reiner stieg mit ins Auto. Der faire Gegner vom Niederrhein hatte sogar gewartet und dem Kampf stand nichts mehr im Weg.
Nach 2 Stunden führten wir bereits 2:0, weil Helge Hintze und Marco Kühne ihre sehr erfahrenen Gegner J. Westermann und E. Weiß souverän erwischt hatten. So sprach nach 3 Stunden auch nichts gegen eine Punkteteilung von Reiner Odendahl und Thomas Fuchs, zumal die restlichen vier Bretter nicht schlecht standen.
Ein lebhafter Kampf hatte sich an Brett 3 mit Vorteilen für Frank Noetzel entwickelt, bis sich folgende Stellung ergab:

Noetzel (ESG) vs Bosser (Kamp-Lintfort) nach 28. ... Td6
Noetzel (ESG) vs Bosser (Kamp-Lintfort)
nach 28. … Td6

Weiß spielte:

29. Tdxf7 Txf7
30. Txf7 Kh8
31. Df5 Td8
32. Txg7 !! Aufgabe wegen nachfolgendem Matt auf f6 oder h7

Gerd Kurr hatte interessant eine Figur für 3 Bauern im Endspiel gegeben. Der Gegner konnte die Bauern aber aufhalten und noch den Remishafen erreichen.
Das war aber bereits der Mannschaftssieg. Sowohl Heiko Kesseler als auch Achim Tymura versuchten ihrerseits noch, die Ergebnisspanne zu verbessern, mussten aber letztlich doch aufgrund der gegnerischen Gegenwehr in ein Remis einwilligen.

Mit 6:2 Punkten überwintert die „Erste“ auf dem zweiten Tabellenplatz in der Regionalliga, in der es weiter spannend bleibt.

[FN]

ESG III geht ohne Niederlage in die Winterpause

1. Bezirksliga: ESG III – SC Solingen 24 5,5 : 2,5

Die Drittvertretung wird als ungeschlagener Tabellenzweiter in der 1. Bezirksliga Bergisch Land überwintern. Im letzten Spiel des laufenden Kalenderjahres fuhren die Elberfelder Schächer einen ungefährdeten 5,5:2,5-Heimsieg über den SC Solingen 24 ein.

Einmal mehr kam Dennis Peters am 5. Brett bärenstark aus der Eröffnung und jagte den König seines Gegners Bernd Decker quer über das Brett:

decker_peters

Um auch die dritte Schwerfigur ins Spiel zu bringen, rochierte Dennis an dieser Stelle und opferte damit den Läufer auf e5. Decker lehnte das Opfer ab und entging so einer vierzügigen Mattkombination. Doch auch wenn der Matterfolg ausblieb, gewann Dennis im weiteren Spielverlauf genügend Material, um die Partie zu gewinnen.

An Brett sechs hatte Peter Wiesemann ebenfalls den gegnerischen König ins Visier genommen und seinen Gegenüber Hermann Fujs immer mehr in die Bredouille gebracht. Ein sehenswertes Turmopfer riss die Verteidigungsmauern ein und sicherte dem ESG-Mannschaftsführer den vollen Punktgewinn. Eher positionell legte Thorben Mantler sein Spiel an Brett zwei gegen Harald Winkelrath an. Winkelrath agierte dabei im frühen Mittelspiel zu passiv und geriet dabei nach und nach in eine Verluststellung, die er schließlich aufgab. Punktgewinne erzielten die Gäste dann allerdings am Spitzenbrett und an Brett drei: ESG-Altmeister Josef Krük musste sich dem permanenten Druck des Solingers Manfred Preuss ebenso geschlagen geben, wie Alexandr Pertschik der materiellen Überlegenheit seines Gegners Walter Ommer.

Eine Wende im Mannschaftskampf bedeutet dies aber nicht, denn Bernd Mühlinghaus wurde am 8. Brett für seine konsequenten Angriffsversuche gegen Stefan Hakenberg mit einem Sieg belohnt und sicherte dem Gastgeber somit einen weiteren wichtigen Zähler. Und kurz darauf stand der Erfolg des ESG-Teams fest: Martin Keller hatte die durchweg ausgeglichene Partie gegen Werner Geske sicher in den Remishafen geführt.

Den Schlusspunkt setzte Alfred Güthler, der gegen Heinrich Hubert bereits mit Materialvorteil aus der Eröffnung gekommen und während der gesamten Partie deutlich besser gestanden hatte.

[TM]

SBBL-Einzelmeisterschaft: Heiko Kesseler wird Vierter

In einer spannenden letzten Runde konnte Helmut Busse (SG Solingen) mit ein wenig Glück seinen Vorjahreserfolg in der SBBL-Einzelmeisterschaft wiederholen und sich aufgrund der besseren Feinwertung vor dem punktgleichen Benjamin Ries (BSW) den Titel des SBBL-Einzelmeisters sichern.

Vor der letzten Runde lagen Busse und Ries mit 2½/4 und einem halben Punkt Rückstand hinter den beiden Führenden Thomas Lemanczyk (SG Solingen) und Heiko Kesseler (ESG). Doch konnte sich Ries in der Spitzenbegegnung wegen einer taktischen Unaufmerksamkeit Lemanczyks in einer Kurzpartie den Sieg sichern, so dass die Entscheidung über den Titel überraschend an Brett 2 fallen würde, wo Kesseler ein Remis gegen Busse genügt hätte. Kesseler war in einem Endspiel mit Minusqualität gelandet, hatte aber vermeintlich eine Festung errichtet. Doch fand Busse den schmalen Pfad zum Gewinn und konnte die Umwandlung seines a-Bauern und somit seinen Sieg und die Titelverteidigung erzwingen.

Aufgrund der Tatsache, dass Helmut Busse als Dritter der Einzelmeisterschaft des NSV der Vorsaison bereits für den Verband qualifiziert ist, haben sich zusätzlich die folgenden Spieler platziert und qualifiziert:

Benjamin Ries – 3½/5
Thomas Lemanczyk – 3/5
Heiko Kesseler – 3/5
Dr. Hans-Joachim Boschek (SG Solingen) – 2½/5
Außerdem ist René Tückmantel als Teilnehmer der letzten NRW-Einzelmeisterschaft bereits für die Verbandsebene vorqualifiziert.

[Marius Fränzel]

ESG III weiter ungeschlagen

1. Bezirksliga: SF Anna Wuppertal – ESG III 4:4

Die Drittvertretung sammelt in der 1. Bezirksliga Bergisch Land weiter fleißig Punkte und blieb auch im dritten Spiel der Saison ohne Niederlage. Bei den favorisierten SF Anna gelang der ESG III ein beachtliches 4:4-Unentschieden. Interessanterweise war das Ergebnis vom Mannschaftskampf das einzige Remis im Laurentiustreff, denn in den Einzelpartien gab es an allen acht Brettern ausschließlich entschiedene Partien.

Den ersten vollen Punktgewinn für die ESG III konnte Dennis Peters an Brett fünf vermelden. Bereits nach 13. Zügen erreichte er gegen Andreas Passon die folgende Gewinnstellung:

peters_passon

Weiß droht 14. Lg5 mit Mattangriff und Schwarz stehen bereits keine befriedigenden Verteidigungszüge mehr zur Verfügung. Folglich gab Passon die Partie an dieser Stelle auf.

Die Führung wechselte allerdings zugunsten der Gastgeber, als zunächst Josef Krük am Spitzenbrett gegen Thorsten Kuhnhenn im Endspiel mit Minusbauern aufgab und wenig später auch Thorben Mantler an Brett zwei Witali Monastyrjow unterlag. Thorben hatte im Mittelspiel einen Läufer geopfert, jedoch den folgenden Königsangriff nicht zum gewünschten Erfolg führen können.
Besser machte es Harald Kurz der am 8. Brett gegen Ulrich Mairose einen Bauern gab, dafür jedoch starken Angriff erhielt und die Partie mit einem feinen Qualitätsopfer gewann. Auf verlorenem Posten stand zu diesem Zeitpunkt Alfred Güthler. Sein Damenverlust an Brett vier gegen Jürgen Wencki wog zu schwer und die Partie ging folglich an den Anna-Akteur.

Alexandr Pertschik am 3. Brett gegen Siegbert Richert eine schöne Angriffspartie und erreichte wenige Züge vor der Zeitkontrolle folgende Stellung:

pertschik_richert

Der schwarze König ist entblößt und die weißen Schwerfiguren rasseln bereits mit den Säbeln; und dennoch ist Alex‘ Gewinnzug einer aus der Kategorie „Schachdelikatessen“! 37. Th4+! führt nach 37…gxh4, 38. Dg8+ Kh6, 39. Sg4+ unabwendbar zum Matt, was auch Richert sah und die Partie aufgab.

Am 6. Brett mühte sich Nachwuchstalent Leander Berner letztlich vergeblich mit einer Minusqualität gegen Marcus Kramp, doch Peter Wiesemann rang am 7. Brett Rainer Kerpen im Schwerfigurenendspiel nieder und stellte so den 4:4-Endstand her.

Bereits in zwei Wochen steht für die ESG-Dritte der nächste Mannschaftskampf an. Im Heimspiel gegen den SC Solingen 24 wird sich zeigen, ob die Serie der ungeschlagenen Spiele den Jahreswechsel überdauern wird!

[TM]

Wieder auf Kurs…

… brachte man heute den Sechser ESG-IV im Heimspiel gegen die zweite aus Oligs. Auch wenn in der zweiten sehr viele junge Leute spielen, sollte man nicht auf deren DWZ schauen und dann wie Josef Komeinda überrascht werden, sondern getreu dem Motto des jugoslawischen Großmeisters Gligoric spielen. Die Gäste kamen heute leider nur mit fünf Spielern nach Wuppertal, und so brachte Bernd Mühlinghaus die ESG in Führung und in Stimmung auf weitere Siege. Ersatzmann Markus Biedermann, der für den verhinderten Yadollah Zargari einsprang, steckte sich von der Siegesstimmung an und kam mit Sprigergabel zu Materialüberlegenheit. Im Endspiel erinnerte er sich nach wenigen Zügen, wie das ging mit Läuferpaar auf der Grundreihe matt zu setzen, wenn der König durch den Turm an die Grundreihe gefesselt ist. Dem wollte auch Renè Niebergall in nichts nachstehen und hatte im Bauernendspiel einen Mehrspringer. Geschickt räumte er den Damenflügel für seine Bauern frei – das Ende wollte sich sein Gegner nicht mehr vorführen lassen.

Auch Thomas Falk an Brett vier saß einem Gegner gegenüber, der deutlich besser spielte und sich gut in der Skandinavischen Verteidigung auskannte, als die DWZ (bisher ohne) vermuten ließ. Nach fünfzehn Zügen waren nur zwei Bauern getauscht, und Thomas entschloss sich, zwei Leichtfigurenpaare zu tauschen, um mehr Platz für die anderen zu bekommen, standen seine Figuren doch ein wenig besser. Kurz darauf ergab sich folgende Stellung,

Falk vs Colajanni
Falk vs Colajanni

in der Thomas dxe5 spielte, in der Erwartung der Erwiderung durch Dxe5; doch es folgte völlig überraschend: Se4. Beherzt zog weiß Lxe4, gefolgt von dxe4, Dxd8+, Dxd8, Txd8+, Kh7 und wenige Züge später gab sein Gegenüber Colajanni auf.

Es folgte noch der Sieg von Udo König. Lediglich Josef Komeinda konnte nicht mit der Schlagzahl der anderen ESGler mithalten, sondern ließ sich vom kindlichen Gesicht seines Gegenübers blenden. Am Ende einigte man sich verdient auf remis. Das waren 5,5 wichtige Punkte auf dem Weg zum Wiederaufstieg. Die nächste Etappe ist am 20. Dezember in Mettmann.

Es wird eng an der Spitze…

… in der Vereinsmeisterschaft 2015. So konnten sich am Freitag die beiden Favoriten Gerhard Arold und Heiko Kesseler durchsetzen und ihre Führung festigen, wobei Heiko gegen Alfred Güthler kein leichtes Spiel hatte. So konnte Alfred lange die Stirn bieten und spielte konsequent auf Abtausch, um Heiko so zumindest ein remis abzuluchsen. Diese Strategie hätte er auch in dieser Stellung weiterverfolgen sollen und die Damen tauschen: Dxc6.

Güthler vs Kesseler
Güthler vs Kesseler

Er fürchtete wohl den Abtausch: Dxc6, Sxc6 und der Springer auf f3 und der Bauer auf b4 sind angegriffen. Die Antwort hierauf wäre Sh4 mit Drohung der Springergabel auf g6. Stattdessen zog Alfred Sd2 und ließ den schwarzen Springer auf d5. Die nun drohende weiße Springergabel auf c3 versuchte er noch mit Kb2 zu verhindern und lud somit die schwarze Dame zu einem Kuss auf c3 ein. Wenige Züge später musste weiß aufgeben.

Nicht weniger spannend verlief die Partie im Verfolgerfeld zwischen Lukas Heynck und Thomas Symank, in der es Thomas gelang dem nominell stärkeren Lukas Materialgewinn und Initiative abzuringen. Lukas gelang es jedoch, seinen König beherzt ins Geschehen zu bringen, und so einigte man sich auf remis.

Heynck vs Symank
Heynck vs Symank

Gerhard Arold setzte sich erwartungsgemäß gegen Markus Biedermann durch. Vorgezogen spielten spielten noch Thomas Falk und Martin Keller 0:1. Damit liegen die beiden Favoriten Gerhard Arold und Heiko Kesseler Kopf an Kopf mit jeweils 5 Punkte vorn.

[TF]

Regionalliga 2. Runde – Das hatten wir uns anders vorgestellt …

Dass es gegen die Schachfreunde Gerresheim in der zweiten Spielrunde der Regionalliga schwer werden würde, davon durften wir aufgrund des starken Gerresheimer Spielerkaders mit mehreren Internationalen Titelträgern ausgehen. Dass wir uns aber mit 2:6 eine deutliche „Klatsche“ in der Landeshauptstadt abholen würden, damit hatte keiner auf ESG-Seite vor Spielbeginn gerechnet. Ganz im Gegenteil: Nach dem deutlichen 6:2-Erfolg am ersten Spieltag über die Reserve von Ratingen war man optimistisch, auch in Gerresheim bestehen zu können. Letzendlich machten am Ende aber die vier ausländischen Akteure auf Düsseldorfer Seite mit ihrer 100% Ausbeute den großen Unterschied aus. Darunter an den Brettern eins und acht zwei extra angereiste Internationale Schachmeister aus der Ukraine.

Dabei sah es in der ersten „Spielhälfte“ noch sehr „schön“ aus. Wunderschönes Herbstwetter zu Allerheiligen und mehrere vorteilhafte Spielpositionen – richtig schlecht stand keiner der ESG-Spieler – spiegelten sich in den Gesichtern der Elberfelder Spieler wider. Recht früh endeten dann auch noch zwei Partien, in denen die Düsseldorfer den Anzugsvorteil hatten, mit Remis. Im Duell der FIDE-Meister am Brett zwei einigte sich Helge Hintze mit dem aus China angereisten früheren Bundesligaspieler Ulrich Dresen auf eine Punkteteilung und am Brett sechs teilten sich unser Neuzugang Achim Tymura mit Gerresheims Vorsitzenden Tobias Finke den Punkt. Nach dem Weiß-Erfolg von unserem Teamkapitän Frank Noetzel am Brett vier über Dennis Liedmann und der fast zeitgleichen Niederlage von Ersatzmann Stefan Pfeiffer gegen den jungen 19jährigen Internationalen Meister Evor Bogdanov stand es leistungsgerecht 2:2. Auf Elberfelder Seite war man optimistisch, die Tabellenführung weiter behaupten zu können. Die Spielpositionen an den vier restlichen Brettern sahen ganz gut für uns aus. Aber dann lief alles gegen uns. Zuerst verlor Thomas Fuchs am Brett sieben gegen Markus Köhler bei gegnerischer Zeitnot erst den Faden und dann die Partie. Am Brett fünf kam dagegen Heiko Kesseler gegen den Niederländer Jan Selten in hochgradige Zeitnot und verdarb in dieser seine gute Stellung unmittelbar vor der Zeitkontrolle. Auch wenn die Partie noch weitere zwanzig Züge andauerte – am Ende, nach sechzig Zügen mußte Heiko aufgeben. Genauso wie Gerd Kurr am vierten Brett gegen Toon van Lanen, dem zweiten Niederländer in der Gerresheimer Acht. Dieser hatte an der entscheidenen Stelle der Partie weitergerechnet als das ESG-Urgestein. Auch unser Bester, FIDE-Meister Reiner Odendahl, konnte am Ende dem ukrainischen Internationalen Meister Dmitry Stets am Spitzenbrett nicht mehr Paroli bieten. Letztendlich mußte auch er seinem Kontrahenten als Zeichen der Aufgabe die Hand reichen. Endstand 2:6 gegen uns. Eine herbe Niederlage. Unsere Aufstiegsambitionen haben schon im zweiten Ligamatch einen deutlichen Dämpfer bekommen. Jetzt gilt es den Kopf nicht in den Sand zu stecken und mit neuer Kraft die nächsten Kämpfe zu bestreiten. Wer weiß welchen Verlauf die Spielsaison noch nehmen wird.
[HK]

In (Un-)sicherheit…

wiegten sich die Schachspieler auf beiden Seiten des Brettes der Begegnung BSW VI gegen ESG IV. Ist doch die BSW VI ein Gegner, den man schlagen kann und muss, wenn, man den Wiederaufstieg schaffen und erstklassig spielen will. Entsprechend brachten die Recken der ESG Zuversicht und Sicherheit mit ans Brett, zwei Punkte zu holen; hatte man doch in der letzten Begegnung eindrucksvoll gegen den kleineren Bruder gewonnen.

Aber als die Uhren angedrückt wurden, nahmen nur drei ESGler am Brett Platz – wo waren die anderen, nämlich die drei ersten Bretter? Sollte man nun hoffen, dass sie noch kommen, oder sollte man den in letzter Minute auftauchende Ersatzmann Markus Biedermann einwechseln ?

Der frischgebackene Mannschaftskapitän Thomas Falk entschied sich für Hoffnung, war doch mit drei Spielern an den Bretter 4 bis 6 ein remis möglich; und sollte auch nur einer von den dreien noch auftauchen, sogar mehr. Bis dahin hieß es, an allen Brettern unbedingt auf Sieg spielen – eine große Bürde. Zum Glück liefen so nach und nach dann auch die „Stars“ der ESG IV ans Brett auf – der sonntägliche Gottesdienst macht es nicht leichter, auf der Hardt einen Parkplatz zu finden.

An Brett 5 lenkte der BSWler Overhoff mit den schwarzen Figuren in die Spanische Eröffnung ein, und Thomas Falk baute sich nach erfolgreicher Eröffnung zum Angriff auf den schwarzen König auf. Da störte nur der Springer auf g3. Der muss weg, dachte sich Thomas

Falk vs Overhoff nach 15. ... Sg6
Falk vs Overhoff nach 15. … Sg6

und zog h4 mit der Drohung, h5 zu spielen und übersah den Zug Lxf3. Im 44. Zug musste er dann die Partie verlustig melden. Der Blick nach links und rechts fiel nicht besser aus. Auch Renè Niebergall und Josef Komeinda kamen nicht ins Spiel. Die Partien würde wohl BSW gewinnen. Da blieb nur die Hoffnung, an den vorderen Brettern zu gewinnen und wenigstens das Gesamtremis zu retten. Und so glich Yadollah Zargari gegen Schillings zum 1:1 aus.

Noch wird an vier Brettern gekämpft. Auf der linken Seite von vorn nach hinten: Bernd Mühlinghaus, Yadollah Zargari, Udo König, josef Komeinda und Renè Niebergall
Noch wird an vier Brettern gekämpft. Auf der linken Seite von vorn nach hinten: Bernd Mühlinghaus, Yadollah Zargari, Udo König, Josef Komeinda und Renè Niebergall

Als nächster legte Udo König gegen Riechmann nach, 1:2. Doch die Hoffnung starb, am Brett 4 oder 6 noch ein remis zu erzwingen: erst gab Josef gegen Schnatz, dann auch Renè gegen Doolan auf. Jetzt musste Bernd Mühlinghaus gegen Kluge unbedingt gewinnen, um das remis zu retten. So bot dann Kluge auch klug mal das remis an, was Bernd jedoch ablehnte und folgende Stellung erreichte:

Mühlinghaus vs Kluge nach 23. Tae1
Mühlinghaus vs Kluge nach 23. Tae1

in der Kluge glaubte mit 23. … g5 in Vorteil zu gelangen, doch Bernd erwiderte mit Lxg5, und Kluge gab auf. Das remis war dann doch geschafft.

Am 22. November empfangen wir dann den OTV.

[TF]

Offene Solinger Stadtmeisterschaft – ESGer mit Solinger Quartett in Führung

Bei der Offenen Solinger Stadtmeisterschaft trennten sich die beiden verlustpunktfrei führenden Akteure leistungsgerecht mit Remis. Am Spitzenbrett gegen den Solinger Titelverteidiger Joachim Goerke hatte unser Bezirkspokalsieger Heiko Kesseler mit den weißen Steinen zu Beginn leichte Vorteile erspielt, die sich aber in der zweiten Phase der Partie verflüchtigten. Der Remisschluß war die Konsequenz.

In den Verfolgerduellen an den nachfolgenden Brettern siegten Oliver Kniest, Dirk Schockenbäumer und Thomas Lemanczyk vom Bundesligisten SG Solingen über Nachwuchshoffnung Kevin Zolfagarian, Stefan Borchert beziehungsweise Dr. Stefan Flesch. An der Tabellenspitze mit jetzt 3,5 Punkten aus vier Partien liegt nun gemeinsam mit Heiko das Solinger Quartett Goerke, Kniest, Lemanzcyk und Schockenbäumer.

In der fünften von sieben Spielrunden trifft Heiko jetzt mit den schwarzen Steinen auf den an Nummer Zwei gesetzten Solinger Zweitligaspieler Lemanczyk, während der elostärkste Spieler im Telnehmerfeld, der Klingenstädter FIDE-Meister Kniest auf Titelverteidiger Goerke trifft. Der Fünfte im Führungsquintett Dirk Schockenbäumer trifft zeitgleich im Solinger Schachzentrum auf Andreas Peschel (3 Punkte) aus dem Solinger Zweitligakader.

[HK]

Bezirkspokal: Erste nach 4:0-Erfolg im Halbfinale

4:0 hieß es am Ende in der Pokalbegegnung zwischen unserer ersten Vier und der dritten Mannschaft der Schachgesellschaft Solingen. Auch wenn ein Sieg mit „weißer Weste“ gelang, darf man nicht daraus schließen, dass es ein Spiel „auf ein Tor“ war. Lange Zeit spielten die Gäste im Luftschloss gut mit. Am Ende aber mußten die Spieler des deutschen Rekordmeisters dann gleich an allen vier Schachbrettern dem Klassenunterschied Tribut zollen.

Für die Führung sorgte Gerhard Arold am vierten Brett mit den schwarzen Steinen. In einer Italienischen Eröffnung wehrte er zuerst den Angriff seines Solinger Kontrahenten Rainer Falge erfolgreich ab. Der erste Brettsieg war klar, als er den vom Wege abgekommen gegnerischen Springer einfangen konnte und den Solinger mit dem klarem Materialvorteil zur Aufgabe zwang.

Für die 2:0 Führung sorgte kurze Zeit später Heiko Kesseler am Brett drei. In einer Variante der Spanischen Eröffnung hatte Heiko eine Unachtsamkeit von Bezirksspielleiter Dr. Marius Fränzel in der Eröffnung zu einem Bauerngewinn ausgenutzt und mit diesem Mehrbauern mehr Raum im Zentrum. Unter Druck gesetzt stellte Schwarz einen weiteren Bauern ein und mußte wenig später aufgeben.

Den Sieg machte dann „ESG-Urgestein“ Frank Noetzel klar. Er besiegte nach spannenden Spielverlauf den Solinger Helmut Meckel am Brett zwei mit den weißen Steinen. Wohl ausschlaggebend für den langsamen schwarzen Niedergang war die vom Solinger Routinier gewählte lange Rochade. Im weiteren Spielverlauf war der schwarze König dann das Opfer von Franks Angriff. 3:0 – Der Kampf war gelaufen.

Einem Remis am nächsten waren die Solinger ausgerechnet am Spitzenbrett. Im Duell gegen Reiner Odendahl konnte der Solinger Necip Ali Erkay lange Zeit mit den weißen Steinen die Partie völlig offen gestalten. Zeiweise besaß er vielleicht sogar etwas Spielvorteil. Am Ende aber agierte er etwas unglücklich und geriet unter unnötigen Druck. Allerdings war zum Ende noch nicht klar ob die Stellung verloren ist. Nach einer Unachtsamkeit im Dame-Turm-Endspiel sah sich der Solinger aber dann genötigt aufzugeben. 4:0 – der Einzug ins Halbfinale ist erreicht.

Im Spitzenduell setzte sich der Bundesligist SG Solingen gegen Pokalverteidiger und NRW-Finalist BSW Wuppertal durch. Am Ende stand es zwar 2:2 Unentschieden aber die Berliner Wertung sprach knapp für die Klingenstädter. An diesem Kampf waren drei Internationale Meister und drei FIDE-Meister beteiligt. Die Auslosung der Halbfinalbegegnungen erfolgt nachdem die beiden Paarungen SG Solingen II gegen Schachfreunde Vonkeln und TV Witzhelden gegen Schwarz-Weiß Remscheid am Sonntag, 08.11.15, gespielt sind. Termin des Halbfinale: Sonntag, 20.12.15.

[HK]