Winterschlaf

Den Jahreswechsel verbrachte die Vierte der Elberfelder Schachgesellschaft auf dem zweiten Tabellenplatz, doch in guter Position, die Tabellenspitze zu √ľbernehmen, da man das Dezemberspiel wegen Schnee abgesagt hatte.

Nun ging es im jungen neuen Jahr zu den Schachfreunden Unterbarmen Рein unangenehmer Gegner, da er die vorderen Bretter oft frei lässt und mit starken Spielern Punkte an den hinteren Brettern holt. Keine leichte Aufgabe, auch wenn Unterbarmen auf dem letzten Tabellenplatz liegt.

Am fr√ľhen Morgen teilte Yadollah Zargari dem Mannschaftsf√ľhrer mit, dass er noch in Berlin verweile, zu sp√§t um noch Ersatz zu bekommen, wenn auch noch f√ľnf angefragt wurden. So zog man dann nur mit sieben Spielern an den Loh und traft dort auf sechs Unterbarmer, die das erste Brett und ebenfalls das f√ľnfte Brett freilie√üen. Die ESG ging dann sogleich mit 0:1 in F√ľhrung.

Am Brett 7 konnte Mannschaftsf√ľhrer Thomas Falk nach ungenauem Abspiel von Achim Schad einen L√§ufer f√ľr einen Bauern gewinnen,

Falk vs Schad nach 12… Sc3xe2+

durch 13. Dxe2, Txc2; 14. Txc2, Lxc2; 15 Tc1, vermochte dies jedoch nicht in einen Sieg umzum√ľnzen, da Schad ihn mit den schwarzen Figuren erst von der C-Linien vertrieb, dann in die Stellung eindrang und die wei√üen Figuren auf den beiden Grundreihen band. Thomas verteidigte die gedr√ľckte Stellung, so dass schwarz am Ende nur ein Dauerschach blieb.

Den ersten erspielten Punkt an den vorderen Brettern konnte dann Samuel Haringer gegen Granitzki beisteuern, der in der folgenden Stellung

Granitzki vs Haringer nach 27. Dc3

mit 27… Td1 die Entscheidung h√§tte erzwingen k√∂nnen, zog stattdessen 27… Dxc3. Den moralisch sehr wichtigen Sieg holte Samuel dann im 37. Zug.

Weniger Gl√ľck hatte Fabio Santiago am Brett 4, der die Partie verlor. An den Brettern 3 (R√ľdiger Horn vs Pies) und 6 (Hennlein vs Josef Komeinda) sah es nicht vielversprechend aus. Zwar war die Partie am Brett 3 noch in Remis-Breite, ¬†vielmehr war aber auch nicht zu erwarten. Am Brett 6 musste Josef gegen den sehr starken Hennlein spielen – ein Himmelfahrtskommando.

Deshalb musste Ren√® Niebergall am Brett 8 unbedingt einen Sieg f√ľr das Mannschaftsremis erzwingen, und konnte mit einer kleinen Kombination eine Leichtfigur erobern und h√§tte in der folgenden Stellung

Rodler vs Niebergall nach 31. Dxa7

den Sack zumachen und s√§mtliches gegnerisches Figurenspiel unterbinden k√∂nnen. Ren√® w√§hlte den etwas schlechteren 31… Lc6. Das nun folgende Gegenspiel von Dame und Turm gegen den Bauern g7 raubte dem ESG-Mannschaftsf√ľhrer fast die Nerven, bis Rodler im 40. Zug (mit noch 1,5 min auf der Uhr) die Dame einz√ľgig einstellte.

Das Mannschaftsremis war gerettet. Mehr wurde es dann auch nicht; denn kurz darauf wurde Josef matt gesetzt, bevor er die Partie aufgeben konnte. R√ľdiger versuchte noch ein paar Minuten, die verlorene Partie auf Remis zu spielen, musste nach Figurentausch doch die Hoffnungslosigkeit eingestehen.

Die ESG IV bleibt nach vier Spieltagen ungeschlagen, auch wenn das 3,5:3,5 etwas entt√§uschend ist. Am 21. Januar empf√§ngt die ESG IV Solingen VIII mit der Chance, die Tabellenspitze zur√ľck zu erobern.

[thf]