Überraschungserfolg in Unterzahl

1. Bezirksliga: ESG III – Vohwinkeler SC 4,5 : 3,5

Am Ende konnten sie es selber nicht so wirklich glauben: Mit sechs Mann waren die Spieler der Drittvertretung gegen den Verbandsklassenabsteiger aus Vohwinkel angetreten und behielten dennoch beide Mannschaftspunkte im Luftschloss!

Dabei deutete zunächst gar nicht so viel auf die Aufholjagd der ESG-Akteure hin, denn die erste ausgespielte Partie war ein Remis zwischen Alexandr Pertschik und Herbertz an Brett zwei. Allerdings verbuchte Alex lange optische Vorteile , sodass einige Mannschaftskameraden bereits Hoffnungen auf einen Anschlusspunkt hegten. Thorben Mantler dagegen ging aufgrund des Rückstandes allen remislichen Varianten aus dem Weg, geriet damit am Spitzenbrett gegen Hedge allerdings zusehends auf die Verliererstraße und suchte sein Heil letztlich in einem Opferangriff am Königsflügel.

In der Zwischenzeit konnte Hagen Woldt am 4. Brett gegen Nareike einen Sieg vermelden und sich damit für sein zähes Ringen und unermüdliches Kämpfen im Mittelspiel belohnen. Ebenfalls für seine Mühen belohnt wurde Alfred Güthler am 5. Brett: Fast die komplette Spieldauer über hatte sein Gegner Pellegrini das bequemere Spiel, Initiative und Angriff. Im Mittelspiel jedoch agierte der Vohwinkeler zu ungestüm und wurde von Alfred mit einem Grundreihenmatt überrascht.

Den Ausgleichspunkt zum 3,5:3,5 besorgte Peter Wiesemann an Brett sieben gegen VSC-Mannschaftsführer Knapp. Unaufgeregt und sicher führte Peter das komplizierte Endspiel mit ungleichfarbigen Läufer zum Sieg und machte den Mannschaftskampf somit wieder völlig offen. Wirklich spannend war es zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht mehr, denn Harald Kurz stand gegen Pufal zu diesem Zeitpunkt bereits auf Gewinn. In der Eröffnung hatte Harald in der folgenden Stellung…

Kurz-Pufal nach 17…Ld7

…das feine Opfer 18. Lxh7+ gesehen und einen Bauern erobert. Es folgten weitere Angriffe auf den schwarzen König, wobei im 26. Zug eine Schlüsselstellung entstand:

Kurz-Pufal nach 26. e5

Mit 26…Sg8 hätte sich Pufal ein wenig befreien und die Partie mit einem Minusbauern fortsetzen können. Er spielte jedoch 26…g5 und fand sich nach 27. Dxg5 Dxh7 28. Txf6 Tg8 29. Df4 Tg6 30. Tf8+ Tg8 31. Df6+ in einer hoffnungslosen Lage wieder. Dennoch dauerte die Partie noch weitere 26 Züge, ehe sich Pufal geschlagen gab.

[TM]

Saisonauftakt nach Maß

1. Bezirksliga: Mettmann-Sport – ESG III 2:6

Hohe Auftaktsiege haben bei der Drittvertretung mittlerweile Tradition: Mit dem 6:2-Erfolg bei Mettmann-Sport gelang den Elberfeldern bereits zum fünften Mal in Folge ein Sieg mit mindestens 3 Brettpunkten Differenz am ersten Spieltag. Eine beeindruckende Serie!

Der Erfolg der Gäste zeichnete sich bereits relativ früh ab, zumal Alexandr Pertschik am zweiten Brett zu einem kampflosen Punktgewinn kam und sowohl Josef Krük (Brett drei) als auch Hagen Woldt (Brett vier) schon nach der Eröffnung sehr gut, wenn nicht sogar auf Gewinn standen. Bekräftigt durch diesen Umstand nahm Thorben Mantler im Duell der Mannschaftsführer am Spitzenbrett das Remisangebot Stanislowskis an, womit die erste ausgespielte Partie bereits nach 13 Zügen endete. Den ersten vollen Punkt für die ESG erspielten sich aber weder Hagen noch Josef, sondern Lukas Heynck, der an Brett fünf gegen Heines zunächst 10 Züge lang der Eröffnungstheorie folgte:

Heynck – Heines nach 10…b5

Mit 11. f5 verließ Lukas die Theoriepfade und entschied sich für eine besonders scharfe Fortsetzung der Partie. Heines ließ sich in der Folge ebenfalls zu riskantem Spiel und zum folgenden Bauernvorstoß verleiten:

Heynck – Heines nach 20…e5

Auf den ersten Blick machte der Zug einen guten Eindruck, jedoch nach 21. Tg4 Tg5 22. Dd8+ Kf7 23. Txg5 konnte Lukas entscheidendes Material gewinnen und Heines zur Aufgabe zwingen.

Schwieriger als zunächst vermutet gestaltete sich Hagens Partie gegen Kolek an Brett vier. Nach einem Figurengewinn sah sich der ESG-Akteur zusehends in die Defensive gedrängt, ehe er mit einer feinen Kombination Figuren abtauschen und das Gegenspiel seines jugendlichen Kontrahenten zum Erliegen bringen konnte. Auch Peter Wiesemann profitierte an Brett acht gegen Otto vom Abtausch sämtlicher Schwerfiguren, was ihm ein Endspiel mit zwei Mehrbauern einbrachte, welches er sicher zum Sieg führte.

In Gambitlaune präsentierte sich Dennis Peters am 7. Brett gegen Weyer: In der Eröffnung opferte der Doktorand zunächst zwei Bauern, was jedoch nur der Vorgeschmack auf die folgende Opferserie sein sollte:

Peters – Weyer nach 16…Sxd7

17. Sd5 Lxd5 18. Lxh7 Kxh7 19. Dh5+ Kg8 20. Lxg7 – gleich drei Figuren brachte Dennis der Schachgöttin Caïssa als Opfer dar, um seinen Mattangriff zu initiieren. Weyer zeigte sich angesichts des Materialvorteils jedoch ebenfalls opferbereit und spielte 20…Lxg2, was nach 21. Kxg2 Kxg7 zur folgenden Stellung führte:

Peters – Weyer nach 21…Kxg7

Nun fehlen Weiß die Offiziere, um den Mattangriff zu vollenden; ein zwischenzeitliches Tf3 wurde mit Dc6 beantwortet, was den Turm fesselt. Somit entschied sich Dennis, mit der Dame Dauerschach zu geben und der Mannschaft somit ein Hälftchen zu sichern.

Die beiden noch verbliebenen Partien endeten so, wie man es nach der Eröffnung eigentlich überhaupt nicht hätte vermuten können. Alfred Güthler stand an Brett sechs gegen Sprave durchweg passiv und gedrängt, ehe er sich im Endspiel befreien und einen isolierten Freibauern aufs Umwandlungsfeld durchbringen konnte. Josef Krük dagegen sah an Brett drei mit zwischenzeitlich fünf gegen drei Bauern bereits wie der sichere Sieger aus, verlor gegen Hartwig jedoch im Laufe des Spiel alle seine Bauern und gab am Ende konsterniert auf. Den Mannschaftserfolg der Elberfelder konnte dies freilich nicht mehr schmälern.

[TM]