Was zählt ist der Klassenerhalt!

1. Bezirksliga: ESG III РSchwarz-Weiß Remscheid 1,5 : 6,5

Stark ersatzgeschwächt musste die Drittvertretung zum Saisonabschluss eine deftige Klatsche einstecken, was allerdings nicht das Gesamtbild einer insgesamt zufriedenstellenden Spielzeit schmälern soll. Trotz aller Widrigkeiten hat die ESG III immerhin solide den Klassenerhalt geschafft.

Die Niederlage der Gastgeber zeichnete sich schon fr√ľh ab: An Brett f√ľnf musste Hakan Ulud√ľz gegen Ferger die Segel streichen, nachdem er beim Versuch eine Springergabel anzubringen, den Springer ohne Materialgewinn verloren geben musste. Am 2. Brett lieferte sich Martin Keller einen spannenden Schlagabtausch mit Barten. Beide Spieler hatten ihren Bauern bis kurz vors Umwandlungsfeld gezogen, Barten h√§tte jedoch mit Schach umgewandelt, was ihm den partieentscheidenden Vorteil gab. Am Spitzenbrett glaubte Thorben Mantler, angesichts schnell abgetauschter Damen auf die Rochade verzichten zu k√∂nnen. Sein Gegner Dr. M√ľnich bestrafte den in der Mitte verbliebenen K√∂nig jedoch und zwang Thorben zur Aufgabe.

Zumindest nicht „Schwarz gespielt“

Zwischenzeitliche Bef√ľrchtungen, man k√∂nne gar „Schwarz gespielt“ werden – also 0:8 verlieren – konnte Peter Wiesemann am 4. Brett gegen Kittling zerstreuen. Peter spielte solide, tauschte viel ab und konnte am Ende immerhin ein H√§lftchen erspielen. Lange sah es auch bei Ren√® Niebergall¬† an Brett acht nach einer Punkteteilung aus. Im ausgeglichenen Mittelspiel lie√ü sich Ren√® jedoch zu einem riskanten Springerman√∂ver verleiten, dass sein Gegner Stiller zu einem Bauerngewinn nutzte, mit dem er die Partie f√ľr sich entschied.

„Am schwersten ist es, ein gewonnenes Spiel zu gewinnen“, wusste bereits der deutsche Weltmeister Dr. Emmanuel Lasker. Leider musste auch R√ľdiger Horn an Brett f√ľnf diese Erfahrung machen, als er gegen L√∂ffler folgende Stellung auf dem Brett hatte:

Löffler РHorn nach 26.h4

Offenkundig steht Schwarz dank Qualit√§tsvorteils und Mehrbauern auf Gewinn, doch die wei√üe Drohung h5 ist nicht zu untersch√§tzen. R√ľdiger versuchte mit dem Damentausch 26…Dg7 den wei√üen Angriff zu stoppen, geriet aber nach 27.Dxg7+ Kxg7 28.Sxc5 pl√∂tzlich in eine missliche Lage und fand auch nicht mehr in die Partie zur√ľck.
√Ąhnlich ungl√ľcklich verlief die Partie von Julian Brandt, der am 6. Brett gegen V√∂pel bereits in der Er√∂ffnung zwei Bauern erobern konnte. Bei einem dritten Bauerngewinn lie√ü Julian jedoch einen Offizier ungedeckt, sodass eine unklare Stellung entstand. Letztlich geriet der ESG-Akteur in ein Mattnetz, als er seine Bauern Richtung Umwandlungsfelder nach vorn schicken wollte.

Dietmar betreibt Ergebniskosmetik

Zum Abschluss des Mannschaftskampfes konnte Dietmar Kaufmann an Brett drei noch einmal Ergebniskosmetik betreiben. Sein Gegen√ľber, Freiknecht, hatte bereits in der Er√∂ffnung einen Offizier eingeb√ľ√üt, aber ungeachtet des Materialnachteils weiter gek√§mpft. Dietmar parierte jedoch s√§mtliche K√∂nigsangriffe und fuhr die Partie sicher nach Hause.

Die Drittvertretung verabschiedet sich mit einem soliden Mittelfeldplatz in die Sommerpause und hat ihr Saisonziel somit erreicht. In der kommenden Saison d√ľrften die Trauben etwas h√∂her h√§ngen, da mehrere Teams aus der Verbandsklasse in die Bezirksliga absteigen und das Niveau der h√∂chsten Spielklasse im Bezirk noch einmal anheben d√ľrften.

[TM]