Gerade noch ĂŒber’m Strich

1. Bezirksliga: ESG III – SV Wermelskirchen II 3 : 5

Die Drittvertretung hat sich mit einer Niederlage in die Winterpause verabschiedet, steht nach vier gespielten aber gerade noch ĂŒber’m Strich. FĂŒr die anstehenden Spiele im Kalenderjahr 2023 muss die Devise lauten, zumindest Platz acht zu verteidigen.

Der Mannschaftskampf began bereits alles andere als optimal, da Udo König kurzfristig krankheitsbedingt ausfiel und Brett fĂŒnf somit kampflos an die GĂ€ste ging.

Foto: SV Wermelskirchen

In den ausgespielten Partien begegneten die Elberfelder den favorisierten GĂ€sten indes zunĂ€chst auf Augenhöhe: So ĂŒberraschte Thomas Falk an Brett sechs seinen Gegner Mischke mit forschen BauernvorstĂ¶ĂŸen in der Eröffnung. Nach Abtausch diverser Offiziere boten sich dem Elberfelder MannschaftsfĂŒhrer allerdings keine lohnenden Angriffsmöglichkeiten mehr.
Auch am 4. Brett wurden die Punkte schiedlich friedlich geteilt, da sowohl Peter Wiesemann als auch sein GegenĂŒber Kubiak auf eine Stonewall-Struktur setzten und die Bauernketten sich bald gegenseitig blockierten.

Die ersten ausgespielten Niederlagen

Auf ein Remis schien es auch am 2. Brett hinauszulaufen, da Martin Keller gegen Stetinger zwar die Initiative, aber keinen konkreten Vorteil hatte. Letztlich ĂŒberzog Martin bei einem Königsangriff seine Stellung und musste nach einem LĂ€uferverlust aufgeben.
Einen noch grĂ¶ĂŸeren Verlust hatte kurz darauf Dietmar Kaufmann an Brett drei gegen MĂŒller zu verkraften. Dietmar hatte seine Dame wohl mit dem Ziel eines Bauernraubs in die gegnerische Stellung manövriert, musste dann allerdings feststellen, dass seine Dame nicht wieder hinausfand und nur unter erheblichen Materialverlusten zu retten gewesen wĂ€re.

FĂŒr ein Comeback wĂ€ren nun drei Siege in den verbliebenen drei Partien notwendig gewesen, doch dies schien anhand der Brettstellungen unrealistisch. Kein Vorwurf deshalb an Berk Boyacioklu, der am 7. Brett das Remisangebot seines Gegners Paradies schnell akzeptierte. Im Gegenteil: Berk hatte sich in gedrĂŒckter Stellung tapfer verteidigt und sich das HĂ€lftchen redlich verdient.

Thorben findet eine Taktik und Linus einen Gewinnweg

Am Spitzenbrett dagegen konnte ESG-Akteur Thorben Mantler auf Angriff spielen und fand gegen Poetsch eine Taktik:

Poetsch - Mantler
Poetsch – Mantler nach 18.Tac1

Nach 18…g4 19.hxg4 Sxf2 20.Kxf2 fxg4 21.Th1 Lf5 22.e4 gxf3 23.gxf3 Lg6 war Thorben zwar mit seiner Stellung zufrieden, konnte allerdings nicht wie erhofft die Königsstellung aufreißen oder Material gewinnen. Poetsch verteidigte sich auch in der Folgezeit umsichtig, sodass man sich schließlich aufs Remis verstĂ€ndigte.

Da der Mannschaftskampf entschieden war, reichte auch Linus Albrecht an Brett acht seinem GegenĂŒber Zamfirescu die Hand zur Punkteteilung. Trotz ausgeglichener Stellung lehnte der Wermelskirchener jedoch ĂŒberraschend ab und stellte kurz darauf einen Bauern ein:

Albrecht - Zamfirescu
Albrecht – Zamfirescu nach 28…h5

Mit 29.Tg1 eroberte Linus den Bauern g6 und nach den PartiezĂŒgen 29…Td6 30.Txg6+ Kf7 31.Tg1 Sd7 32.Th1 Se5 33.Le4 sackte der ESG-Akteur sogar noch einen weiteren Bauern ein. Folglich war Linus jetzt nicht mehr mit dem Remis zufrieden, und fand trotz des zwischenzeitlich weit aufgerĂŒckten gegnerischen Freibauern auf der h-Linie einen sicheren Gewinnweg – fĂŒr ihn persönlich ein perfektes DebĂŒt in der Dritten Mannschaft. Und MannschaftsfĂŒhrer Thomas konnte so immerhin doch noch einen Brettsieg auf der Spielberichtskarte vermerken.

[TM]

Schmerzhafter Abschluss der „Solinger Wochen“

1. Bezirksliga: ESG III – SC Solingen 1928 2 : 6

Zum Abschluss der „Solinger Wochen“ – die Drittvertretung hatte drei Spieltage infolge gegen unterschiedliche Teams aus Solingen gespielt – gab es eine schmerzhafte Niederlage zu verkraften. Die Elberfelder gerieten gegen den SC 1928 mit 2:6 unter die RĂ€der.

Am 6. Brett  kam Hakan UludĂŒz zunĂ€chst gut aus der Eröffnung ins Mittelspiel, wurde dann jedoch von Hammermeister mit einem Figurenopfer ĂŒberrascht, dem ein entscheidender Königsangriff folgte.
An Brett zwei wirkte es im Endspiel zwischen den beiden MannschaftsfĂŒhrern Martin Keller und Marcel DĂŒxmann auf den ersten Blick so, als seien die Farben zu Beginn falsch aufgebaut worden: beide Kontrahenten hatten ihre Könige auf bzw. in die NĂ€he der gegnerischen Grundreihe gebracht und auch die Bauern standen jeweils kurz vor der Umwandlung. DĂŒxmann war dabei allerdings den entscheidenden Schritt schneller.

Den einzigen vollen Punkt fĂŒr die ESG erspielte Denis Krzysztala an Brett acht gegen Dr. Kamphausen, nachdem er bei einem Generalabtausch mit einer Mehrfigur verblieb. Viel abgetauscht wurde auch an Brett sieben, an dem sich Berk Boyacioklu gegen den erfahrenen Martino-Groß trotz Minusbauern zĂ€h und unnachgiebig verteidigte. Letztlich setzte sich der Favorit allerdings in solider Manier durch.
Gleiches galt fĂŒr das Spitzenbrett, da Thorben Mantler keine passende Antwort auf das druckvolle Spiel von Jenusch am DamenflĂŒgel fand. Ein QualitĂ€tsverlust und kurz darauf die Aufgabe der Partie waren die Folge.

Solingen entscheidet den Mannschaftskampf frĂŒhzeitig

Da kurz darauf auch Dietmar Kaufmann einen Einbruch seines Gegners Vranidis in die lange Rohadestellung nicht verhindern konnte, hatten die Solingen beim Spielstand von 5:1 den Mannschaftskampf bereits fĂŒr sich entschieden.
Somit gab man sich an Brett vier nach hartem Kampf mit einer Punkteteilung zufrieden, nachdem Peter Wiesemann mit einem riskanten LĂ€ufereinschlag auf h7 seinen Gegner Malkeit ĂŒberrascht und zur prĂ€zisen Verteidigung des Mattangriffs genötigt hatte.
Die letzte Partie des Mannschaftskampfes an Brett fĂŒnf bot dann noch einmal höchsten Unterhaltungswert: Udo König war gegen Lange mit zwei Mehrbauern ins Endspiel gegangen, hatte dann jedoch seinen Turm eingestellt. Lange wiederum gewĂ€hrte Udo das VorrĂŒcken seines Bauern bis kurz vors Umwandlungsfeld. Die daraus resultierende Stellung war schwer einzuschĂ€tzen und letztlich waren beide Kontrahenten mit einem HĂ€lftchen zufrieden.

[TM]

Ein kurioser Mannschaftskampf

1. Bezirksliga: Ohligser TV – ESG III 3,5 : 4,5

Wenn im Mannschaftskampf lediglich an vier Brettern gespielt wird, bedeutet das normalerweise, dass einen Begegnung im Viererpokal ansteht. In diesem Fall handelte es sich jedoch um ein Bezirksligaspiel bei dem beide Teams mit kurzfristigen Absagen zu kÀmpfen hatten und das auch sonst einige KuriositÀten zu bieten hatte.

3 : 1-FĂŒhrung bereits zu Spielbeginn

Wie geschrieben konnten die MannschaftsfĂŒhrer bereits beim Beschriften der Spielberichtskarte die HĂ€lfte der Ergebnisse eintragen: Die Elberfelder ließen Brett zwei unbesetzt, wĂ€hrend Dietmar Kaufmann (Brett drei), Alessandro Kronz (Brett vier) und Thomas Falk (Brett sechs) zu kampflosen Erfolgen kamen. Die GĂ€ste starteten also mit einer 3:1-FĂŒhrung in den Mannschaftskampf, sodass lediglich ein Punkt zum Unentschieden und eineinhalb Punkte zum Mannschaftssieg reichten.

FĂŒrs erste HĂ€lftchen zeichnete sich Hakan UludĂŒz an Brett sieben verantwortlich, der gegen Colajanni eine ruhige Variante im Caro-Kann Aufbau wĂ€hlte und sich mit seinem Gegner relativ schnell auf eine Punkteteilung verstĂ€ndigte.
Am Spitzenbrett dagegen stellte Thorben Mantler wie schon im ersten Mannschaftskampf einen Bauern ein und lief dem Materialnachteil hinterher. Sein Gegner Baumann konnte zudem die offene h-Linie besetzen und somit bald den vollen Punkt vermelden.

Es wird spannend und teilweise kurios

Interessant verlief die Partie von Peter Wiesemann, der am 4. Brett auf Rhode traf. Das frĂŒhe Mittelspiel nach Abtausch der Damen barg nĂ€mlich eine schöne Analysestellung fĂŒr alle Freunde der FigurenaktivitĂ€t:

Wiesemann – Rhode nach 12… dxe5

Auf den ersten Blick sieht die Stellung ausgeglichen aus – Weiß hat die bessere Bauernstruktur, Schwarz das LĂ€uferpaar, ABER: Schachprogramme sehen Weiß nach 13.Lb5 klar im Vorteil. Eine vollstĂ€ndige Analyse wĂŒrde den Rahmen eines Mannschaftskampfberichtes sprengen und leider auch das SchachverstĂ€ndnis des Autors. So viel habe ich jedoch verstanden: Der weißfeldrige schwarze LĂ€ufer hat keine Perspektive, wĂ€hrend der weiße Springer ĂŒber die Route d2-c4-b6 richtig Chaos im schwarzen Lager stiften kann.

Da wir Amateurspieler und keine Großmeister (und schon gar keine Engines) sind, spielte Peter hier das naheliegende 13.Sd2 und konnte im recht turbolenten weiteren Spielverlauf am Ende ein wichtiges Remis erspielen.
Somit stand es 4:3 aus Elberfelder Sicht und man hoffte im ESG-Lager auf Berk Boyacioglu, der an Brett acht von Micka auf eine harte Probe gestellt wurde. Nach der Eröffnung stand der OTV-Akteur nĂ€mlich fast schon auf Gewinn, doch Berk konnte sich zurĂŒckkĂ€mpfen und ins Endspiel retten. Hier schwankten die Waagschalen bei komplizierten Brettstellungen teilweise erheblich, ehe folgende Stellung erreicht wurde:

Micka – Boyacioglu nach 72. Sb1

Zweimal hatte Berk bereits Kc2 gespielt, um nach Sa3+ wieder nach b3 zurĂŒckzukehren. Die dreifache Stellungswiederholung hĂ€tte den halben Punkt zum Mannschaftssieg bedeutet, doch Berk wollte mehr und spielte nun 72…Lxb1. TatsĂ€chlich ist die Stellung nach 73.a1=D Lc2 74.Db7+ Ka2 75.Da6+ noch immer Remis, doch nach 75…Kb1?? kann Weiß forciert mattsetzen. Umso unverstĂ€ndlicher, dass sich die beiden Kontrahenten genau jetzt auf Remis verstĂ€ndigten, was der ESG III den glĂŒcklichen 4,5 : 3,5-Sieg in einem kuriosen Mannschaftskampf sicherte.

[TM]

Misslungener Saisonauftakt

1. Bezirksliga: SG Solingen VI – ESG III 5 : 3

Der vorgezogene Saisonauftakt ist der Drittvertretung leider misslungen: das Gastspiel  bei der Solinger SG ging mit 3:5 verloren.
MannschaftsfĂŒhrer Thomas Falk musste an Brett sechs frĂŒh die Waffen strecken, nachdem sein Gegner Dr. FrĂ€nzel bei einem Doppelangriff eine Figur erobern konnte.
Eine dagegen eher ereignislose Partie boten Udo König und sein Gegner SchĂŒller am 5. Brett. Nach dem frĂŒhen Abtausch der Zentrumsbauern sowie einiger Offiziere verstĂ€ndigte man sich im 20. Zug auf die Punkteteilung.

Weitere Punkteteilungen nutzen eher dem Gastgeber

Reichlich Analysestoff bot dann wiederum die Partie an Brett zwei, in der Martin Keller gegen Ferrer Ortega zwar einen Bauern verloren, dafĂŒr jedoch Spiel auf den offenen Linien und Diagonalen errungen hatte. Ein langfristiges Investment sollte der Bauer jedoch nicht sein und so wĂ€hlte Martin die sichere Variante mit dem RĂŒckgewinn des Materials und völligem Ausgleich der Stellung.
Um Kompensation fĂŒr einen Minusbauern kĂ€mpfte auch Thorben Mantler am Spitzenbrett gegen Becker. Dem ehemaligen ESG-Akteur wiederum war ein Freibauer von Thorben nicht geheuer, sodass man sich in unklarer Stellung auf das sichere Remis verstĂ€ndigte.
Diese Punkteteilungen nutzten indes mehr den Gastgebern, nicht nur aufgrund der FĂŒhrung, sondern auch aufgrund der Stellungen in den verbliebenen Partien.

Diese war fĂŒr Hakan UludĂŒz an Brett sieben nĂ€mlich inzwischen hoffnungslos geworden, obwohl sich ihm gegen Skiber bereits in der Eröffnung eine exzellente taktische Möglichkeit bot:

UludĂŒz – Skiber nach 8…Tc8

9.Lxf7+! hĂ€tte Weiß entscheidenden Vorteil gesichert. Schwarz schmeckt weder die Annahme des Opfers – 9…Kxf7 10.Sg5+ Ke8 (oder 10…Kf6 11.Df3+ Ke5 12.d4+ Kxd4 13.Dc3#) 11.Se6 mit Damengewinn – als auch das Ablehnen des selbigen mit 9…Kf8 10.Sg5 Sc5 um e6 zu decken 11.La2 mit den Drohungen 12.Sf7 und 12.d4.
Hakan sah die Taktik leider nicht, ging jedoch trotzdem bald zum Königsangriff ĂŒber. Dabei agierte er leider etwas zu ĂŒberhastet, verlor einen Springer und musste schließlich aufgeben.

Eine sehr Ă€rgerliche  Niederlage musste zudem Dietmar Kaufmann an Brett drei gegen Scheidtmann hinnehmen. Dietmar hatte bereits den gegnerischen KönigsflĂŒgel aufgerissen und mit Mattdrohungen einen Bauern erobert. Danach ließ er es jedoch zu locker angehen, ließ das Gegenspiel des Gegners zu und wurde von einem Durchbruch des gegnerischen LĂ€uferpaares ĂŒberrascht, dem letztlich ein Springer zum Opfer fiel.

Halbwegs versöhnlicher Abschluss

Beim Spielstand von inzwischen 4,5:1,5 gelang der ESG immerhin ein halbwegs versöhnlicher Abschluss des Mannschaftskampfes:
An Brett vier konnte Alessandro Kronz gegen Schneider das Remis sichern, obwohl er zwischenzeitlich sehr unter Druck geriet und sein Gegner die Chance auf einen Figurengewinn hatte. Schneider ĂŒbersah diese Möglichkeit jedoch und gab sich mit einem Dauerschach zufrieden.
Berk Boyacioglu brachte zum Schluss sogar noch die einzige Siegpartie eines ESG-Akteurs an diesem Spieltag durch. In der Eröffnung stand Berk am 8. Brett gegen Dzenan Fetahovic allerdings noch sehr gedrĂŒckt, konnte sich dann jedoch befreien und im Endspiel schließlich vollstĂ€ndigen Ausgleich erringen:

Fetahovic – Boyacioglu nach 47…Lxf4

Das Endspiel hĂ€tte nach 48.Lxf4 Kxf4 49.Tc3 höchstwahrscheinlich bald den Remishafen angesteuert. Fetahovic spielte jedoch 48.Tf3?? und sah sich nach 48…Tg4 49.Lxf4 (49.Tc3 Lxc1 50.Txc1 Txd4 hĂ€tte die Partie auch nicht gerettet) Txf4 50.Ke3 Txf3+ vor unlösbare Aufgaben gestellt. Folglich gab er sich bald geschlagen und stellte so den Endstand auf 3:5 aus ESG-Sicht.

[TM]