In (Un-)sicherheit…

wiegten sich die Schachspieler auf beiden Seiten des Brettes der Begegnung BSW VI gegen ESG IV. Ist doch die BSW VI ein Gegner, den man schlagen kann und muss, wenn, man den Wiederaufstieg schaffen und erstklassig spielen will. Entsprechend brachten die Recken der ESG Zuversicht und Sicherheit mit ans Brett, zwei Punkte zu holen; hatte man doch in der letzten Begegnung eindrucksvoll gegen den kleineren Bruder gewonnen.

Aber als die Uhren angedr√ľckt wurden, nahmen nur drei ESGler am Brett Platz – wo waren die anderen, n√§mlich die drei ersten Bretter? Sollte man nun hoffen, dass sie noch kommen, oder sollte man den in letzter Minute auftauchende Ersatzmann Markus Biedermann einwechseln ?

Der frischgebackene Mannschaftskapit√§n Thomas Falk entschied sich f√ľr Hoffnung, war doch mit drei Spielern an den Bretter 4 bis 6 ein remis m√∂glich; und sollte auch nur einer von den dreien noch auftauchen, sogar mehr. Bis dahin hie√ü es, an allen Brettern unbedingt auf Sieg spielen – eine gro√üe B√ľrde. Zum Gl√ľck liefen so nach und nach dann auch die „Stars“ der ESG IV ans Brett auf – der sonnt√§gliche Gottesdienst macht es nicht leichter, auf der Hardt einen Parkplatz zu finden.

An Brett 5 lenkte der BSWler Overhoff mit den schwarzen Figuren in die Spanische Eröffnung ein, und Thomas Falk baute sich nach erfolgreicher Eröffnung zum Angriff auf den schwarzen König auf. Da störte nur der Springer auf g3. Der muss weg, dachte sich Thomas

Falk vs Overhoff nach 15. ... Sg6
Falk vs Overhoff nach 15. … Sg6

und zog h4 mit der Drohung, h5 zu spielen und √ľbersah den Zug Lxf3. Im 44. Zug musste er dann die Partie verlustig melden. Der Blick nach links und rechts fiel nicht besser aus. Auch Ren√® Niebergall und Josef Komeinda kamen nicht ins Spiel. Die Partien w√ľrde wohl BSW gewinnen. Da blieb nur die Hoffnung, an den vorderen Brettern zu gewinnen und wenigstens das Gesamtremis zu retten. Und so glich Yadollah Zargari gegen Schillings zum 1:1 aus.

Noch wird an vier Brettern gek√§mpft. Auf der linken Seite von vorn nach hinten: Bernd M√ľhlinghaus, Yadollah Zargari, Udo K√∂nig, josef Komeinda und Ren√® Niebergall
Noch wird an vier Brettern gek√§mpft. Auf der linken Seite von vorn nach hinten: Bernd M√ľhlinghaus, Yadollah Zargari, Udo K√∂nig, Josef Komeinda und Ren√® Niebergall

Als n√§chster legte Udo K√∂nig gegen Riechmann nach, 1:2. Doch die Hoffnung starb, am Brett 4 oder 6 noch ein remis zu erzwingen: erst gab Josef gegen Schnatz, dann auch Ren√® gegen Doolan auf. Jetzt musste Bernd M√ľhlinghaus gegen Kluge unbedingt gewinnen, um das remis zu retten. So bot dann Kluge auch klug mal das remis an, was Bernd jedoch ablehnte und folgende Stellung erreichte:

M√ľhlinghaus vs Kluge nach 23. Tae1
M√ľhlinghaus vs Kluge nach 23. Tae1

in der Kluge glaubte mit 23. … g5 in Vorteil zu gelangen, doch Bernd erwiderte mit Lxg5, und Kluge gab auf. Das remis war dann doch geschafft.

Am 22. November empfangen wir dann den OTV.

[TF]

Offene Solinger Stadtmeisterschaft ‚Äď ESGer mit Solinger Quartett in F√ľhrung

Bei der Offenen Solinger Stadtmeisterschaft trennten sich die beiden verlustpunktfrei f√ľhrenden Akteure leistungsgerecht mit Remis. Am Spitzenbrett gegen den Solinger Titelverteidiger Joachim Goerke hatte unser Bezirkspokalsieger Heiko Kesseler mit den wei√üen Steinen zu Beginn leichte Vorteile erspielt, die sich aber in der zweiten Phase der Partie verfl√ľchtigten. Der Remisschlu√ü war die Konsequenz.

In den Verfolgerduellen an den nachfolgenden Brettern siegten Oliver Kniest, Dirk Schockenb√§umer und Thomas Lemanczyk vom Bundesligisten SG Solingen √ľber Nachwuchshoffnung Kevin Zolfagarian, Stefan Borchert beziehungsweise Dr. Stefan Flesch. An der Tabellenspitze mit jetzt 3,5 Punkten aus vier Partien liegt nun gemeinsam mit Heiko das Solinger Quartett Goerke, Kniest, Lemanzcyk und Schockenb√§umer.

In der f√ľnften von sieben Spielrunden trifft Heiko jetzt mit den schwarzen Steinen auf den an Nummer Zwei gesetzten Solinger Zweitligaspieler Lemanczyk, w√§hrend der elost√§rkste Spieler im Telnehmerfeld, der Klingenst√§dter FIDE-Meister Kniest auf Titelverteidiger Goerke trifft. Der F√ľnfte im F√ľhrungsquintett Dirk Schockenb√§umer trifft zeitgleich im Solinger Schachzentrum auf Andreas Peschel (3 Punkte) aus dem Solinger Zweitligakader.

[HK]

Im hohen Norden…

… liegt Schwerin, die Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommern und Partnerstadt Wuppertals.
Das dortige Schlosspark-Center hatte im Rahmen der Schachwoche ‚ÄěSchach und matt ?‚Äú die Partnerst√§dte eingeladen, jeweils zwei Schachspieler zu entsenden.
So zogen am Freitag FM Reiner Odendahl (amtierender Wuppertaler Stadtmeister) und Thomas Falk (1. Spielleiter der ESG) als Botschafter Wuppertals und des Bergischen Schachs aus.

Am Freitag Abend nahmen wir dann auch schon an einem Turnier, sechs Runden √† 15 min Bedenkzeit nach Schweizer System, zum Warmwerden teil, an dem 18 Schachspieler aus der Umgebung teilnahmen, unter anderen der d√§nische, auf Island lebende und f√ľr Schwerin spielende Gro√ümeister Henrik Danielsen.

Dass die Elberfelder alle Spielarten des Schachs, nicht nur Turnier- und Blitzpartien, sondern auch Schnellschach beherrschen, zeigte Reiner eindrucksvoll. Aus sechs Begegnungen holte er 5¬Ĺ Punkte. In der sechsten Partie einigte er sich nach wenigen Z√ľgen mit seinem Gegner auf remis, da er das Turnier schon uneinholbar gewonnen hatte. Als Glanzleistung ist sicherlich die Partie gegen den d√§nischen Gro√ümeister anzusehen.

Danielsen-Odendahl

Nach 23. Sf1 folgte Reiners Angriff auf den wei√üen K√∂nig mit 23. … Lxh3 !
Es folgten noch 24. Lf2, De4; 25. Se3, Lxc3; 26. Tac1, Txb4; 27. Da3, Lb2; 28. Da5, Lxc1; 29. Txc1, Tb2; 30. Dc3, Te2 und Danielsen gab auf.

Thomas konnte immerhin mit einem Sieg und zwei remis zwei Punkte machen, das angesichts des Teilnehmerfeldes ein recht beachtliches Ergebnis war und landete auf den 14. Platz.

Rangliste: Stand nach der 6. Runde
Rang TNr Teilnehmer Verein/Ort TWZ G S R V Punk Buchh SoBerg
1. 2. Odendahl, Reiner Elberfelder SG 2290 6 5 1 0 5.5 22.5 20.50
2. 5. Grahl, Arvid SF Schwerin 2093 6 4 1 1 4.5 22.5 15.00
3. 1. Danielsen, Henrik SF Schwerin 2526 6 3 2 1 4.0 23.5 13.75
4. 3. Weyrich, Morten SF Schwerin 2194 6 3 2 1 4.0 22.0 12.50
5. 4. Westphal, Wolfgang SF Schwerin 2106 6 3 2 1 4.0 21.5 12.75
6. 6. H√ľneburg, Christian SF Schwerin 2037 6 3 2 1 4.0 19.0 10.50
7. 8. Popp, Michael SF Schwerin 1787 6 4 0 2 4.0 17.0 9.00
8. 9. Weinstein, Arkadi SF Schwerin 1681 6 3 0 3 3.0 19.5 5.50
9. 11. Wesener, Lorenz TSG Gadebusch 1630 6 3 0 3 3.0 19.0 6.50
10. 7. Rabinowitsch, Juri SF Schwerin 1888 6 3 0 3 3.0 18.0 5.50
11. 14. Schmidt, Arne SF Schwerin 1306 6 3 0 3 3.0 17.0 5.50
12. 17. Shilaev, Anatoli   1600 6 2 1 3 2.5 15.0 3.75
13. 18. Pusch, Lucas SF Schwerin 1400 6 1 3 2 2.5 14.0 4.00
14. 13. Falk, Thomas Elberfelder SG 1410 6 1 2 3 2.0 16.0 3.00
15. 12. Brandt, J√ľrgen SF Schwerin 1611 6 1 1 4 1.5 16.0 1.50
16. 10. Balz, Christian SAV Torgelow 1631 6 0 3 3 1.5 15.0 2.75
17. 16. Jäschke, Jonathan   1400 6 0 2 4 1.0 14.0 1.25
18. 15. Pusch, Anton SF Schwerin 1200 6 0 2 4 1.0 12.5 1.25

Die √ľberzeugende Leistung musste nat√ľrlich bei einem Italiener gefeiert werden, beim ‚ÄěLoher Grill‚Äú Schwerins, wie sich herausstellte, denn der Gastronom spielt selbst bei den Schweriner Schachfreunden in der f√ľnften Mannschaft und uns sofort Brett und Figuren anbot, als er sah, wie wir die Partie Danielsen gegen Odendahl auf dem Smartphone analysierten.

Am Samstag fand dann das eigentliche Turnier der Partnerst√§dte statt, das leider eine Reihe von Partnerst√§dten absagen mussten, vielleicht auch wegen der parallel stattfindenden Schnellschachmeisterschaft in Berlin. Dennoch war das Feld, auch wenn ‚Äěnur‚Äú 18 Spieler teilnahmen, nochmal st√§rker besetzt als am Freitag, zum Beispiel durch den Landesmeister Mecklenburg-Vorpommerns FM Hannes Knuth. St√§dtewertung war angesagt, sieben Runden √† 15 min Bedenkzeit nach Schweizer System, das hei√üt die Ergebnisse zweier Spieler einer Stadt werden zusammengez√§hlt. Leider konnte Reiner nicht ganz an die gro√üartige Leistung des Vorabends ankn√ľpfen, vielleicht haben auch die anderen Schachspieler sich die Nacht mit dem Studium im Internet von Reiners Partien um die Ohren geschlagen, um sich auf ihn vorzubereiten, war man doch wach und hellh√∂rig geworden.
Dennoch konnte Reiner wieder f√ľnf Punkte aus sieben Begegnungen holen, nach zweimal remis, unter anderem gegen den Gro√ümeister,

Henrik Danielsen vs Reiner Odendahl
Henrik Danielsen vs Reiner Odendahl

musste er mit den schwarzen Figuren auf Sieg f√ľr den Gesamtsieg spielen, verlor leider die Partie und wurde so hinter dem Gro√ümeister zweiter in der Einzelwertung. Thomas wollte nat√ľrlich das Punktesammeln nicht allein Reiner √ľberlassen und bot sein gesamtes K√∂nnen auf. So konnte er mit zwei Siegen und zweimal remis immerhin auch drei Punkte zur Stadtwertung Wuppertals beitragen und landete auf den 13. Platz der Einzelwertung. Eine Niederlage gegen den Landesmeister Mecklenburg-Vorpommerns ist sicherlich keine Schande. Die Logik des Schweizer Systems brachte dann auch gl√ľcklicherweise die Begegnung zwischen den beiden Mitgliedern des Vorstandes aus Schwerin und Wuppertal, n√§mlich zwischen Sven Helms und Thomas Falk, aufs Brett, die remis endete.

Rangliste: Stand nach der 7. Runde
Rang TNr Teilnehmer Verein/Ort TWZ G S R V Punk Buchh SoBerg
1. 1. Danielsen, Henrik Island 2526 7 5 2 0 6.0 29.0 24.75
2. 2. Odendahl, Reiner Wuppertal 2290 7 4 2 1 5.0 30.5 21.25
3. 6. Westphal, Wolfgang Schwerin 1 2106 7 4 1 2 4.5 29.0 16.25
4. 5. Leisner, Hannes Greifswald 2194 7 4 1 2 4.5 27.5 14.25
5. 7. Grahl, Arvid Schwerin 2 2093 7 4 1 2 4.5 26.5 14.25
6. 3. Knuth, Hannes Parchim 2257 7 4 1 2 4.5 25.0 14.75
7. 4. Weyrich, Morten Schwerin 1 2194 7 4 0 3 4.0 28.0 12.50
8. 17. Rabinowitsch, Juri Moskau 1888 7 4 0 3 4.0 19.0 7.50
9. 8. Wagner, Ralph Wismar 1989 7 2 3 2 3.5 31.5 14.75
10. 10. Merz, Norbert Island 1739 7 3 1 3 3.5 26.5 11.75
11. 18. Helms, Sven Schwerin 3 1939 7 2 3 2 3.5 24.0 11.25
12. 16. Schmidt, Arne Greifswald 1306 7 3 1 3 3.5 21.5 7.25
13. 14. Falk, Thomas Wuppertal 1410 7 2 2 3 3.0 22.5 6.75
14. 9. Littke, Helmut Wismar 1954 7 2 2 3 3.0 21.5 4.75
15. 13. Kiecol, Rene Schwerin 2 1503 7 2 1 4 2.5 20.0 2.75
16. 15. Jäschke, Jonathan Schwerin 3 1400 7 2 0 5 2.0 20.0 1.50
17. 11. Shilaev, Anatoli Moskau 1600 7 1 1 5 1.5 18.5 1.25
18. 12. Skradde, Peter Parchim 1600 7 0 0 7 0.0 20.5 0.00

Damit landete Wuppertal auf den dritten Platz der Städtewertung.

Mannschafts-Rangliste: Stand nach der 7. Runde
Rang Mannschaft G S R V Punkte Buchh SoBerg
1. Island 0 0 0 0 9.5 55.5 36.50
2. Schwerin 1 0 0 0 0 8.5 57.0 28.75
3. Wuppertal 0 0 0 0 8.0 53.0 28.00
4. Greifswald 0 0 0 0 8.0 49.0 21.50
5. Schwerin 2 0 0 0 0 7.0 46.5 17.00
6. Wismar 0 0 0 0 6.5 53.0 19.50
7. Schwerin 3 0 0 0 0 5.5 44.0 12.75
8. Moskau 0 0 0 0 5.5 37.5 8.75
9. Parchim 0 0 0 0 4.5 45.5 14.75

Am Abend wurden die Schachspieler vom Stadtk√§mmerer Andreas Ruhl zum Abendessen eingeladen, an dem auch Henrik Danielsen teilnahm, so dass sich die Gelegenheit bot, mit ihm, er spricht recht gut deutsch, √ľber Feinheiten des Schachs zu sprechen und sich kennenzulernen, nicht nur als Schachspieler, sondern auch als Mensch.

Ein besonderer Dank geh√∂rt Sven Helms von den Schachfreunden Schwerins f√ľr die tolle Organisation des Turnieres, f√ľr den Informationsfluss nach Wuppertal sowie f√ľr die Bereitstellung der Tabellen und Bilder vom Turnier – da kommen wir doch gern n√§chstes Jahr wieder.

Weitere Impressionen in der Galerie.
[TF]

Vier Musketiere…

…, Josef Kr√ľk, Alexandr Pertschik, Dennis Peters und Thomas Falk, zogen aus, um die Ehre der Elberfelder Schachgesellschaft im Viererpokal zu verteidigen. War der Gegner doch kein geringerer als die BSW I, Titelverteidiger und -aspirant.

Aber wie w√ľrde die BSW I auftreten, wollte man vielleicht Kr√§fte sparen f√ľr die kommenden Runden, oder w√§re es zu riskant, gegen die zweite im Pokal verbliebene ESG-Mannschaft mit einer Reservemannschaft aufzutreten. War es nicht doch diese Mannschaft, damals im Gewand der ESG II, die mit immer neuen und st√§rkeren Spielern auftrat und so die Qualifikation f√ľr die n√§chste Ebene schaffte ? So ging die BSW kein Risiko ein und warf den Recken der ESG keine geringeren als IM Boris Khanukov, Benjamin Ries, Michail Bogorad und Karl Nettesheim entgegen. Doch lie√ü und l√§sst sich die ESG nicht von gro√üen Namen einsch√ľchtern, sondern traten getreu dem Motto des jugoslawischen Gro√ümeisters Grigoritsch „igram protiv figur*)“ auf.

Doch war das Quartett der BSW eindeutig √ľberlegen, und so mussten die Musketiere der ESG einer nach dem anderen die Degen senken, auch wenn Dennis noch bis zum Schluss versuchte einen Stich zu machen.

*) = ich spiele gegen die Figuren

Ein gelungener Auftakt der ESG III…

in die neue Spielsaison 2015/16 sollte es sein; wollte man der j√ľngeren Schwester, der ESG IV, im nichts nachstehen. Hatte man sich daf√ľr eigens Bernd M√ľhlinghaus als Verst√§rkung und Gl√ľcksbringer von der ESG IV geholt. Doch nicht ohne Gegenwehr. So marschierte am Brett 6 der Wermelskirchener Schachfreund Helmut Kr√ľk durch die Er√∂ffnung wie Bl√ľcher einst nach Waterloo – f√ľr f√ľnfzehn Z√ľge brauchte er keine f√ľnf Minuten (sein Gegen√ľber, Peter Wiesemann, jedoch √ľber drei√üig) und brachte Peter an der linken Flanke schwer in Bedr√§ngnis. Peter konnte jedoch mit der Kavallerie den Einbruch mit Dame und Turm an dieser Flanke verhindern. Entschieden wurde die Begegnung an der anderen Flanke, mehrmals sprang der Wermelskirchener Springer zwischen b5 und a7 hin und her, und Peter bot remis an. Vielleicht h√§tte er es auf Stellungswiederholung ankommen lassen sollen; denn eine vern√ľnftige Alternative hatte der Wermelskirchener nicht, vielleicht h√§tte der Wermelskirchener dennoch auf Sieg spielen wollen.

Am Spitzenbrett der Elberfelder nahm wieder Routinier Josef Kr√ľk Platz und bot seinem Gegen√ľber, Gerhard Lohmann, wie dieser in der anschlie√üenden Analyse zu verstehen gab, und den Zuschauern eine Lehrstunde in Sachen Positionsspiel. Hoffte und glaubte Gerhard Lohmann, seinen schwachen Springer gegen Josefs starken Springer tauschen zu k√∂nnen und somit in ein leicht vorteilhaftes Endspiel abwickeln zu k√∂nnen, so behielt Josef jedoch den √úberblick und dr√ľckte am K√∂nigsfl√ľgel und lie√ü Lohmann im 37. Zug mit Dg8 daneben greifen.

Kruk

Unbeirrt zog Josef Th8. Da änderte auch der Versuch mit Sxf5 nichts, den Josef mit Dh5+ beantwortete.

An Brett zwei riskierte Thorben Mantler gegen Werner M√ľller einen Bauernraub und sah sich bald darauf einem gef√§hrlichen K√∂nigsangriff ausgesetzt. Es gelang ihm jedoch, die Angriffe seines Gegen√ľbers zu parierten und mit dem Materialvorteil ein gewonnenes Endspiel herbeizuf√ľhren. So zog Werner M√ľller im 39.Zug Df3

Mantler-Muller

und Thorben setzte mit Sf4+ nach. Es folgten 40. Ke3, Sxd5+ 41. exd5, Dxf3+ 42. Kxf3 Kg7 und der wei√üe K√∂nig kann die schwarzen Bauern am K√∂nigsfl√ľgel nicht erobern.

Nun hatten die Elberfelder schon zweieinhalb Z√§hler, und an den laufenden Brettern sah es zuversichtlich aus. An Brett drei versuchte Alexandr Pertschik mit Dame mit Springer- und L√§uferunterst√ľtzung am K√∂nigsfl√ľgel die gegnerische Stellung aufzuknacken, das Brett vier mit Alfred G√ľthler war unklar, an Brett f√ľnf √ľberzeugte Dennis Peters, der immer f√ľr eine taktische √úberraschung gut ist. An Brett sieben f√ľhrte Harald Kurz die Figuren aktiv ins Feld, und am Brett acht √ľberraschte Bernd seinen Gegen√ľber, Gerhard Paradies, mit einer Springergabel und konnte die Qualit√§t erobern – Erleichterung machte sich in den Reihen der ESG breit.

Doch dann geriet der Vorw√§rtsdrang der ESG ins Stocken, hatte¬† Bernd doch die Qualit√§t und einen gedeckten Freibauern (warum lie√ü er ihn nicht laufen), und pl√∂tzlich war die gegnerische Dame hinter die Bauernlinie eingedrungen und stiftete mit st√§ndigen Schachs und Bauernraub Unruhe, in der Bernd die Qualit√§t wieder verlor. Jetzt sah alles nach remis aus. Auch Haralds Angriff kam ins Stocken. Sein Gegner Patric M√ľcher tauschte geschickt alles ab, so dass Harald nicht mehr als remis rausholen konnte. Auch Alexandr fand nicht die zwingenden Z√ľge, so dass in einer geschlossenen Stellung mit verschiedenfarbigen L√§ufern mehr als remis nicht drin war – immerhin hatten wir jetzt dreieinhalb Z√§hler.

Dann machte Dennis an Brett f√ľnf mit einer sch√∂nen Kombination, die zu einer √úberlastung der Bauerverteidigung f√ľhrte, alles klar, und sein Kontrahent gab auf. Nun willigte auch Alfred an Brett vier in ein remis ein. Nur Bernd wollte, sich √ľber den Schlamassel mit dem Dameneinbruch √§rgernd, nicht in ein remis einwilligen, wollte er sich doch f√ľr eine weitere Aushilfe empfehlen. Verbissen k√§mpfte er, behielt den √úberblick und konnte somit seinem Bauern zur Umwandlung verhelfen. Die Partie und damit die Begegnung war entschieden. Mit sechs Z√§hler am G√ľrtel fuhren die ESG-Recken nach hause.
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