Bezirkspokal: Erste nach 4:0-Erfolg im Halbfinale

4:0 hieß es am Ende in der Pokalbegegnung zwischen unserer ersten Vier und der dritten Mannschaft der Schachgesellschaft Solingen. Auch wenn ein Sieg mit „weißer Weste“ gelang, darf man nicht daraus schließen, dass es ein Spiel „auf ein Tor“ war. Lange Zeit spielten die Gäste im Luftschloss gut mit. Am Ende aber mußten die Spieler des deutschen Rekordmeisters dann gleich an allen vier Schachbrettern dem Klassenunterschied Tribut zollen.

Für die Führung sorgte Gerhard Arold am vierten Brett mit den schwarzen Steinen. In einer Italienischen Eröffnung wehrte er zuerst den Angriff seines Solinger Kontrahenten Rainer Falge erfolgreich ab. Der erste Brettsieg war klar, als er den vom Wege abgekommen gegnerischen Springer einfangen konnte und den Solinger mit dem klarem Materialvorteil zur Aufgabe zwang.

Für die 2:0 Führung sorgte kurze Zeit später Heiko Kesseler am Brett drei. In einer Variante der Spanischen Eröffnung hatte Heiko eine Unachtsamkeit von Bezirksspielleiter Dr. Marius Fränzel in der Eröffnung zu einem Bauerngewinn ausgenutzt und mit diesem Mehrbauern mehr Raum im Zentrum. Unter Druck gesetzt stellte Schwarz einen weiteren Bauern ein und mußte wenig später aufgeben.

Den Sieg machte dann „ESG-Urgestein“ Frank Noetzel klar. Er besiegte nach spannenden Spielverlauf den Solinger Helmut Meckel am Brett zwei mit den weißen Steinen. Wohl ausschlaggebend für den langsamen schwarzen Niedergang war die vom Solinger Routinier gewählte lange Rochade. Im weiteren Spielverlauf war der schwarze König dann das Opfer von Franks Angriff. 3:0 – Der Kampf war gelaufen.

Einem Remis am nächsten waren die Solinger ausgerechnet am Spitzenbrett. Im Duell gegen Reiner Odendahl konnte der Solinger Necip Ali Erkay lange Zeit mit den weißen Steinen die Partie völlig offen gestalten. Zeiweise besaß er vielleicht sogar etwas Spielvorteil. Am Ende aber agierte er etwas unglücklich und geriet unter unnötigen Druck. Allerdings war zum Ende noch nicht klar ob die Stellung verloren ist. Nach einer Unachtsamkeit im Dame-Turm-Endspiel sah sich der Solinger aber dann genötigt aufzugeben. 4:0 – der Einzug ins Halbfinale ist erreicht.

Im Spitzenduell setzte sich der Bundesligist SG Solingen gegen Pokalverteidiger und NRW-Finalist BSW Wuppertal durch. Am Ende stand es zwar 2:2 Unentschieden aber die Berliner Wertung sprach knapp für die Klingenstädter. An diesem Kampf waren drei Internationale Meister und drei FIDE-Meister beteiligt. Die Auslosung der Halbfinalbegegnungen erfolgt nachdem die beiden Paarungen SG Solingen II gegen Schachfreunde Vonkeln und TV Witzhelden gegen Schwarz-Weiß Remscheid am Sonntag, 08.11.15, gespielt sind. Termin des Halbfinale: Sonntag, 20.12.15.

[HK]

Im hohen Norden…

… liegt Schwerin, die Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommern und Partnerstadt Wuppertals.
Das dortige Schlosspark-Center hatte im Rahmen der Schachwoche „Schach und matt ?“ die Partnerstädte eingeladen, jeweils zwei Schachspieler zu entsenden.
So zogen am Freitag FM Reiner Odendahl (amtierender Wuppertaler Stadtmeister) und Thomas Falk (1. Spielleiter der ESG) als Botschafter Wuppertals und des Bergischen Schachs aus.

Am Freitag Abend nahmen wir dann auch schon an einem Turnier, sechs Runden à 15 min Bedenkzeit nach Schweizer System, zum Warmwerden teil, an dem 18 Schachspieler aus der Umgebung teilnahmen, unter anderen der dänische, auf Island lebende und für Schwerin spielende Großmeister Henrik Danielsen.

Dass die Elberfelder alle Spielarten des Schachs, nicht nur Turnier- und Blitzpartien, sondern auch Schnellschach beherrschen, zeigte Reiner eindrucksvoll. Aus sechs Begegnungen holte er 5½ Punkte. In der sechsten Partie einigte er sich nach wenigen Zügen mit seinem Gegner auf remis, da er das Turnier schon uneinholbar gewonnen hatte. Als Glanzleistung ist sicherlich die Partie gegen den dänischen Großmeister anzusehen.

Danielsen-Odendahl

Nach 23. Sf1 folgte Reiners Angriff auf den weißen König mit 23. … Lxh3 !
Es folgten noch 24. Lf2, De4; 25. Se3, Lxc3; 26. Tac1, Txb4; 27. Da3, Lb2; 28. Da5, Lxc1; 29. Txc1, Tb2; 30. Dc3, Te2 und Danielsen gab auf.

Thomas konnte immerhin mit einem Sieg und zwei remis zwei Punkte machen, das angesichts des Teilnehmerfeldes ein recht beachtliches Ergebnis war und landete auf den 14. Platz.

Rangliste: Stand nach der 6. Runde
Rang TNr Teilnehmer Verein/Ort TWZ G S R V Punk Buchh SoBerg
1. 2. Odendahl, Reiner Elberfelder SG 2290 6 5 1 0 5.5 22.5 20.50
2. 5. Grahl, Arvid SF Schwerin 2093 6 4 1 1 4.5 22.5 15.00
3. 1. Danielsen, Henrik SF Schwerin 2526 6 3 2 1 4.0 23.5 13.75
4. 3. Weyrich, Morten SF Schwerin 2194 6 3 2 1 4.0 22.0 12.50
5. 4. Westphal, Wolfgang SF Schwerin 2106 6 3 2 1 4.0 21.5 12.75
6. 6. Hüneburg, Christian SF Schwerin 2037 6 3 2 1 4.0 19.0 10.50
7. 8. Popp, Michael SF Schwerin 1787 6 4 0 2 4.0 17.0 9.00
8. 9. Weinstein, Arkadi SF Schwerin 1681 6 3 0 3 3.0 19.5 5.50
9. 11. Wesener, Lorenz TSG Gadebusch 1630 6 3 0 3 3.0 19.0 6.50
10. 7. Rabinowitsch, Juri SF Schwerin 1888 6 3 0 3 3.0 18.0 5.50
11. 14. Schmidt, Arne SF Schwerin 1306 6 3 0 3 3.0 17.0 5.50
12. 17. Shilaev, Anatoli   1600 6 2 1 3 2.5 15.0 3.75
13. 18. Pusch, Lucas SF Schwerin 1400 6 1 3 2 2.5 14.0 4.00
14. 13. Falk, Thomas Elberfelder SG 1410 6 1 2 3 2.0 16.0 3.00
15. 12. Brandt, Jürgen SF Schwerin 1611 6 1 1 4 1.5 16.0 1.50
16. 10. Balz, Christian SAV Torgelow 1631 6 0 3 3 1.5 15.0 2.75
17. 16. Jäschke, Jonathan   1400 6 0 2 4 1.0 14.0 1.25
18. 15. Pusch, Anton SF Schwerin 1200 6 0 2 4 1.0 12.5 1.25

Die überzeugende Leistung musste natürlich bei einem Italiener gefeiert werden, beim „Loher Grill“ Schwerins, wie sich herausstellte, denn der Gastronom spielt selbst bei den Schweriner Schachfreunden in der fünften Mannschaft und uns sofort Brett und Figuren anbot, als er sah, wie wir die Partie Danielsen gegen Odendahl auf dem Smartphone analysierten.

Am Samstag fand dann das eigentliche Turnier der Partnerstädte statt, das leider eine Reihe von Partnerstädten absagen mussten, vielleicht auch wegen der parallel stattfindenden Schnellschachmeisterschaft in Berlin. Dennoch war das Feld, auch wenn „nur“ 18 Spieler teilnahmen, nochmal stärker besetzt als am Freitag, zum Beispiel durch den Landesmeister Mecklenburg-Vorpommerns FM Hannes Knuth. Städtewertung war angesagt, sieben Runden à 15 min Bedenkzeit nach Schweizer System, das heißt die Ergebnisse zweier Spieler einer Stadt werden zusammengezählt. Leider konnte Reiner nicht ganz an die großartige Leistung des Vorabends anknüpfen, vielleicht haben auch die anderen Schachspieler sich die Nacht mit dem Studium im Internet von Reiners Partien um die Ohren geschlagen, um sich auf ihn vorzubereiten, war man doch wach und hellhörig geworden.
Dennoch konnte Reiner wieder fünf Punkte aus sieben Begegnungen holen, nach zweimal remis, unter anderem gegen den Großmeister,

Henrik Danielsen vs Reiner Odendahl
Henrik Danielsen vs Reiner Odendahl

musste er mit den schwarzen Figuren auf Sieg für den Gesamtsieg spielen, verlor leider die Partie und wurde so hinter dem Großmeister zweiter in der Einzelwertung. Thomas wollte natürlich das Punktesammeln nicht allein Reiner überlassen und bot sein gesamtes Können auf. So konnte er mit zwei Siegen und zweimal remis immerhin auch drei Punkte zur Stadtwertung Wuppertals beitragen und landete auf den 13. Platz der Einzelwertung. Eine Niederlage gegen den Landesmeister Mecklenburg-Vorpommerns ist sicherlich keine Schande. Die Logik des Schweizer Systems brachte dann auch glücklicherweise die Begegnung zwischen den beiden Mitgliedern des Vorstandes aus Schwerin und Wuppertal, nämlich zwischen Sven Helms und Thomas Falk, aufs Brett, die remis endete.

Rangliste: Stand nach der 7. Runde
Rang TNr Teilnehmer Verein/Ort TWZ G S R V Punk Buchh SoBerg
1. 1. Danielsen, Henrik Island 2526 7 5 2 0 6.0 29.0 24.75
2. 2. Odendahl, Reiner Wuppertal 2290 7 4 2 1 5.0 30.5 21.25
3. 6. Westphal, Wolfgang Schwerin 1 2106 7 4 1 2 4.5 29.0 16.25
4. 5. Leisner, Hannes Greifswald 2194 7 4 1 2 4.5 27.5 14.25
5. 7. Grahl, Arvid Schwerin 2 2093 7 4 1 2 4.5 26.5 14.25
6. 3. Knuth, Hannes Parchim 2257 7 4 1 2 4.5 25.0 14.75
7. 4. Weyrich, Morten Schwerin 1 2194 7 4 0 3 4.0 28.0 12.50
8. 17. Rabinowitsch, Juri Moskau 1888 7 4 0 3 4.0 19.0 7.50
9. 8. Wagner, Ralph Wismar 1989 7 2 3 2 3.5 31.5 14.75
10. 10. Merz, Norbert Island 1739 7 3 1 3 3.5 26.5 11.75
11. 18. Helms, Sven Schwerin 3 1939 7 2 3 2 3.5 24.0 11.25
12. 16. Schmidt, Arne Greifswald 1306 7 3 1 3 3.5 21.5 7.25
13. 14. Falk, Thomas Wuppertal 1410 7 2 2 3 3.0 22.5 6.75
14. 9. Littke, Helmut Wismar 1954 7 2 2 3 3.0 21.5 4.75
15. 13. Kiecol, Rene Schwerin 2 1503 7 2 1 4 2.5 20.0 2.75
16. 15. Jäschke, Jonathan Schwerin 3 1400 7 2 0 5 2.0 20.0 1.50
17. 11. Shilaev, Anatoli Moskau 1600 7 1 1 5 1.5 18.5 1.25
18. 12. Skradde, Peter Parchim 1600 7 0 0 7 0.0 20.5 0.00

Damit landete Wuppertal auf den dritten Platz der Städtewertung.

Mannschafts-Rangliste: Stand nach der 7. Runde
Rang Mannschaft G S R V Punkte Buchh SoBerg
1. Island 0 0 0 0 9.5 55.5 36.50
2. Schwerin 1 0 0 0 0 8.5 57.0 28.75
3. Wuppertal 0 0 0 0 8.0 53.0 28.00
4. Greifswald 0 0 0 0 8.0 49.0 21.50
5. Schwerin 2 0 0 0 0 7.0 46.5 17.00
6. Wismar 0 0 0 0 6.5 53.0 19.50
7. Schwerin 3 0 0 0 0 5.5 44.0 12.75
8. Moskau 0 0 0 0 5.5 37.5 8.75
9. Parchim 0 0 0 0 4.5 45.5 14.75

Am Abend wurden die Schachspieler vom Stadtkämmerer Andreas Ruhl zum Abendessen eingeladen, an dem auch Henrik Danielsen teilnahm, so dass sich die Gelegenheit bot, mit ihm, er spricht recht gut deutsch, über Feinheiten des Schachs zu sprechen und sich kennenzulernen, nicht nur als Schachspieler, sondern auch als Mensch.

Ein besonderer Dank gehört Sven Helms von den Schachfreunden Schwerins für die tolle Organisation des Turnieres, für den Informationsfluss nach Wuppertal sowie für die Bereitstellung der Tabellen und Bilder vom Turnier – da kommen wir doch gern nächstes Jahr wieder.

Weitere Impressionen in der Galerie.
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Vier Musketiere…

…, Josef Krük, Alexandr Pertschik, Dennis Peters und Thomas Falk, zogen aus, um die Ehre der Elberfelder Schachgesellschaft im Viererpokal zu verteidigen. War der Gegner doch kein geringerer als die BSW I, Titelverteidiger und -aspirant.

Aber wie würde die BSW I auftreten, wollte man vielleicht Kräfte sparen für die kommenden Runden, oder wäre es zu riskant, gegen die zweite im Pokal verbliebene ESG-Mannschaft mit einer Reservemannschaft aufzutreten. War es nicht doch diese Mannschaft, damals im Gewand der ESG II, die mit immer neuen und stärkeren Spielern auftrat und so die Qualifikation für die nächste Ebene schaffte ? So ging die BSW kein Risiko ein und warf den Recken der ESG keine geringeren als IM Boris Khanukov, Benjamin Ries, Michail Bogorad und Karl Nettesheim entgegen. Doch ließ und lässt sich die ESG nicht von großen Namen einschüchtern, sondern traten getreu dem Motto des jugoslawischen Großmeisters Grigoritsch „igram protiv figur*)“ auf.

Doch war das Quartett der BSW eindeutig überlegen, und so mussten die Musketiere der ESG einer nach dem anderen die Degen senken, auch wenn Dennis noch bis zum Schluss versuchte einen Stich zu machen.

*) = ich spiele gegen die Figuren

Ein gelungener Auftakt der ESG III…

in die neue Spielsaison 2015/16 sollte es sein; wollte man der jüngeren Schwester, der ESG IV, im nichts nachstehen. Hatte man sich dafür eigens Bernd Mühlinghaus als Verstärkung und Glücksbringer von der ESG IV geholt. Doch nicht ohne Gegenwehr. So marschierte am Brett 6 der Wermelskirchener Schachfreund Helmut Krük durch die Eröffnung wie Blücher einst nach Waterloo – für fünfzehn Züge brauchte er keine fünf Minuten (sein Gegenüber, Peter Wiesemann, jedoch über dreißig) und brachte Peter an der linken Flanke schwer in Bedrängnis. Peter konnte jedoch mit der Kavallerie den Einbruch mit Dame und Turm an dieser Flanke verhindern. Entschieden wurde die Begegnung an der anderen Flanke, mehrmals sprang der Wermelskirchener Springer zwischen b5 und a7 hin und her, und Peter bot remis an. Vielleicht hätte er es auf Stellungswiederholung ankommen lassen sollen; denn eine vernünftige Alternative hatte der Wermelskirchener nicht, vielleicht hätte der Wermelskirchener dennoch auf Sieg spielen wollen.

Am Spitzenbrett der Elberfelder nahm wieder Routinier Josef Krük Platz und bot seinem Gegenüber, Gerhard Lohmann, wie dieser in der anschließenden Analyse zu verstehen gab, und den Zuschauern eine Lehrstunde in Sachen Positionsspiel. Hoffte und glaubte Gerhard Lohmann, seinen schwachen Springer gegen Josefs starken Springer tauschen zu können und somit in ein leicht vorteilhaftes Endspiel abwickeln zu können, so behielt Josef jedoch den Überblick und drückte am Königsflügel und ließ Lohmann im 37. Zug mit Dg8 daneben greifen.

Kruk

Unbeirrt zog Josef Th8. Da änderte auch der Versuch mit Sxf5 nichts, den Josef mit Dh5+ beantwortete.

An Brett zwei riskierte Thorben Mantler gegen Werner Müller einen Bauernraub und sah sich bald darauf einem gefährlichen Königsangriff ausgesetzt. Es gelang ihm jedoch, die Angriffe seines Gegenübers zu parierten und mit dem Materialvorteil ein gewonnenes Endspiel herbeizuführen. So zog Werner Müller im 39.Zug Df3

Mantler-Muller

und Thorben setzte mit Sf4+ nach. Es folgten 40. Ke3, Sxd5+ 41. exd5, Dxf3+ 42. Kxf3 Kg7 und der weiße König kann die schwarzen Bauern am Königsflügel nicht erobern.

Nun hatten die Elberfelder schon zweieinhalb Zähler, und an den laufenden Brettern sah es zuversichtlich aus. An Brett drei versuchte Alexandr Pertschik mit Dame mit Springer- und Läuferunterstützung am Königsflügel die gegnerische Stellung aufzuknacken, das Brett vier mit Alfred Güthler war unklar, an Brett fünf überzeugte Dennis Peters, der immer für eine taktische Überraschung gut ist. An Brett sieben führte Harald Kurz die Figuren aktiv ins Feld, und am Brett acht überraschte Bernd seinen Gegenüber, Gerhard Paradies, mit einer Springergabel und konnte die Qualität erobern – Erleichterung machte sich in den Reihen der ESG breit.

Doch dann geriet der Vorwärtsdrang der ESG ins Stocken, hatte  Bernd doch die Qualität und einen gedeckten Freibauern (warum ließ er ihn nicht laufen), und plötzlich war die gegnerische Dame hinter die Bauernlinie eingedrungen und stiftete mit ständigen Schachs und Bauernraub Unruhe, in der Bernd die Qualität wieder verlor. Jetzt sah alles nach remis aus. Auch Haralds Angriff kam ins Stocken. Sein Gegner Patric Mücher tauschte geschickt alles ab, so dass Harald nicht mehr als remis rausholen konnte. Auch Alexandr fand nicht die zwingenden Züge, so dass in einer geschlossenen Stellung mit verschiedenfarbigen Läufern mehr als remis nicht drin war – immerhin hatten wir jetzt dreieinhalb Zähler.

Dann machte Dennis an Brett fünf mit einer schönen Kombination, die zu einer Überlastung der Bauerverteidigung führte, alles klar, und sein Kontrahent gab auf. Nun willigte auch Alfred an Brett vier in ein remis ein. Nur Bernd wollte, sich über den Schlamassel mit dem Dameneinbruch ärgernd, nicht in ein remis einwilligen, wollte er sich doch für eine weitere Aushilfe empfehlen. Verbissen kämpfte er, behielt den Überblick und konnte somit seinem Bauern zur Umwandlung verhelfen. Die Partie und damit die Begegnung war entschieden. Mit sechs Zähler am Gürtel fuhren die ESG-Recken nach hause.
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Vereinsmeisterschaft der Jugend

Gestern fand die erste Runde der Vereinsmeisterschaft der Jugend statt, und sie stand im Nichts der Vereinsmeisterschaft der Senioren nach, was Teilnahme und Engagement betrifft. Auch was auf den Brettern geboten wurde ließ sich sehem. Da ist das eine oder andere Talent versteckt.

So spielten gestern:

Jan Beumker vs Leander Berner: 0-1
Uzay Mermertas vs Carl Vorweg: 0-1
Samuel Haringer vs Pascal Schmitz: 1-0
Lorin Pott vs Anthony Tong: 1-0

Die Tabelle und die Paarungen der nächsten Runden findet Ihr auf Jugend
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Zum Bruderkampf…

… kam es gestern zum Auftakt der Schachsaison im Luftschloss zwischen der ESG IV und der ESG V. Kampf war angesagt; denn so etwas wie Stallorder ist bei der Elberfelder Schachgesellschaft unbekannt. Schenken wollte man sich nichts; denn hatte die ESG V den Aufstieg in der letzten Saison nur ganz knapp verfehlt, ist die ESG IV doch letzte Saison unglücklich abgestiegen. So wollten beide Mannschaften ihren Aufstiegsanspruch mit einem Sieg über den Bruder und Rivalen deutlich machen.

Das Ergebnis auf der Spielberichtskarte fiel deutlicher aus, als das die Geschehnisse auf den Brettern erahnen ließen. Zwar ging die ESG IV, die sich mit Bernd Mühlinghaus und Udo König verstärkt hatten, durch einen kampflosen Sieg von Udo König am Brett 3 gleich mit 1:0 in Führung, zwar folgten schnelle Siege am Brett 6 von Renè Niedergall über Jan Beumker, sowie am Brett 5 von Thomas Falk über Pascal Schmitz; doch die anderen Bretter waren noch längst nicht entschieden – ein remis war immer noch drin.

Doch dann machte am Brett 4 Josef Komeinda gegen Carl-Christian Vorwerg die Sache klar; die beiden Spitzenbretter blieben weiterhin lange umkämpft, bis Bernd Mühlinghaus mit seiner langen Erfahrung auch die Partie gegen Fabio Santiago nach Hause bringen. Großes Interesse erregte die Partie an Brett 2 zwischen Samuel Haringer und Yadollah Zargari, und das nicht nur bei den Spielern der ESG IV und V, sondern auch bei den Spielern der ESG II, die ebenfalls im Luftschloss zum Saisonauftakt gegen Krefeld II spielte, sowie bei Reiner Odendahl von der ESG I, der gekommen war, um sich den Kampf der zweiten anzuschauen. Zweimal gelang es Samuel eine erdrückende Mattdrohung abzuwehren, die Yadollah nicht konsequent verwirklichte, um dann am Ende sich selbst einer überlegenen Bauernmehrheit gegenüberzusehen, die unaufhaltsam auf die Grundreihe zu marschierte. Yadollah gab auf, und Samuel verhinderte den Kantersieg.
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Vereinsmeisterschaft,…

… die zweite Runde, fand am vergangenen Freitag im Luftschloss statt.

Eine höchstinteressante Partie zeigten Gerhard Arold (mit den weißen Figuren spielend) und Martin Keller (mit den schwarzen). Nach kleineren beidseitigen Ungenauigkeiten entstand ein verwickeltes Mittelspiel. Hier übersah Martin einen taktischen Schlag des Weißen, der nach der Partie noch lange analysiert wurde, konnte zwar das materielle Gleichgewicht wahren; aber Gerhard erhielt das druckvollere Spiel und wickelte dann folgerichtig in ein Endspiel ab. Der „Elektrobaukasten” meint hier noch eine Ungenauigkeit des Weißen zu erkennen, und gibt Martin noch Möglichkeiten, sich zu verteidigen, aber in der Realität fand der Schwarze nicht den richtigen Weg und musste alsbald quittieren.

Am anderen Brett kam es zur Wiederauflage der denkwürdigen Begegnung in der Vereinsmeisterschaft des Vorjahres zwischen Thomas Symank und Thomas Falk, wieder mit der gleichen Farbverteilung. Damals konnte Thomas Falk mit den schwarzen Figuren einen Vorteil in der französischen Eröffnung herausarbeiten und davon im Mittelspiel profitieren und so ein remis erringen. Auf dieses Experiment wollte sich Thomas Symank dieses Mal nicht einlassen und eröffnete mit d4.
Die Partie entwickelte sich nicht weniger scharf als die des Vorjahres, und im 14. Zug zog weiß hier fehlerhaft Se4

T. Symank vs T. Falk nach 13. ... dxe5
T. Symank vs T. Falk nach 13. … dxe5

Schwarz hätte (laut Computeranalyse) f5 spielen müssen (Shredder bewertet die Stellung dann mit -1,48), doch schwarz glaubte an den Zug g4 und vergab den Vorteil. Den Zug f5 fand schwarz dann weniger Züge später, da war er jedoch nicht mehr korrekt, und weiß bog in die Siegesstraße ab, von der er auch nicht mehr abgeriet.

In den weiteren Partien siegte Heiko Kessler über Markus Biedermann, sowie Alfred Güthler über Lukas Heynck.
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Der Pokal hat seine eigenen Gesetze…

Eines haben Schach und Fußball jedes Jahr zum Ende des Sommers immer wieder gemeinsam: Der Pokal und nicht die Liga eröffnet die neue Spielsaison. Ist beim „Rasenschach“ die Mannschaftsstärke mit elf Spielern immer gleich, wird sie beim Schach von acht Mannschaftsspielern in der Meisterschaft im Pokal auf die Hälfte – sprich vier Spieler – „reduziert“.

In der ersten Runde des Viererpokals des Schachbezirkes Bergisch-Land waren fünf Teams der Elberfelder Schachgesellschaft 1851 am Start. Zwei Mannschaften qualifizierten sich fürs Achtelfinale im Oktober. Unsere Erste durch einen 3:1 Erfolg über das Solinger Quartett vom OTV 1888 und unsere Vierte durch ein 2:2 Unentschieden bei besserer Berliner Wertung gegen die Schachfreunde aus Remscheid-Lennep. Ebenfalls Unentschieden spielte überraschend unsere Zweite gegen die Vierte von der BSW Wuppertal. Mit zwei Siegen an den beiden Spitzenbrettern sprach hier allerdings die Berliner Wertung gegen uns und für unsere Gäste. Ausgeschieden sind ebenfalls unsere dritte und fünfte Mannschaft. Gegner waren die Reserve des Solinger Bundesligisten, beziehungsweise der letztjährige NRW-Qualifikant, die Schachgesellschaft Velbert.

Unsere Erste trifft nun auf die Schachfreunde Anna vom Wuppertaler Laurentiusplatz. Der Bezirksligist ist eine wohl lösbare Aufgabe. Ein Hammerlos zog dagegen unsere Vierte mit der Ersten von der BSW Wuppertal. Das Team ist Pokalverteidiger im Bezirk und NRW-Finalist. Mit zwei Internationalen Meistern im Kader ist das BSW Quartett im zweiten Wuppertaler Duell ein wohl unüberwindbarer Gegner beim Spiel um den Einzug ins Viertelfinale.

Im Heimspiel gegen die in der 2. Bezirksliga spielenden Ohligser vom OTV ’88 war unsere Erste vor Spielbeginn der klare Favorit. Aber Vorsicht war geboten, denn wie im Fußball gilt auch beim Schach: „Der Pokal hat seine eigenen Gesetze.“ Erst recht, wenn man das erste Brett „freilassen muss“ und somit bereits 0:1 hinten liegt. Bei einem Unentschieden hätte die Berliner Wertung wohl immer für unser Team das direkte „Aus“ bedeutet. Konzentration und große Achtsamkeit waren von unseren drei Spielern verlangt. Einen weiteren Partieverlust durfte man sich nicht erlauben. Diese Anspannung waren allen ESG-Akteuren von den Gesichtern abzulesen, während der OTVer Ralf Baumann nach seinem kampflosen Sieg Optimismus verbreitete. Doch dann fiel der Ausgleich.Youngster David Bachmann hatte am Brett vier seinen Gegner Sebastiano Colajanni mit den schwarzen Steinen bezwungen. Auch an den anderen beiden Brettern sah es gut für uns aus. Man durfte optimistisch sein. Im 31. Zug reichte der OTV-Spieler Kasim Zymeri am Brett zwei Heiko Kesseler die Hand zur Aufgabe. Die Wahl zwischen „Matt“ oder „direkter Damenverlust“ waren der Grund für Schwarz zu resignieren. Die 2:1 Führung war perfekt. Nun kam es auf unseren Neuzugang Achim Tymura an. Remis reichte bereits zum Sieg und Weiterkommen. Aber es sollte mehr werden. Mit Routine setzte der ehemalige Hagener Spieler den OTVer Roland Jorke immer mehr unter Druck. Seine weißen Figuren beherrschten das 64feldrige Schachbrett so sehr, dass sein Gegenüber konsequenterweise Achim die Hand als Zeichen der Aufgabe schüttelte. Achims erster Sieg im ersten Spiel für die ESG. Besser geht es nicht. Gratulation. Der 3:1 Erfolg war perfekt.
[HK]

Für die zweite Mannschaft ging der Spieltag unglücklich aus. In der Aufstellung Michael Podder, Andrea Schmidt, Lukas Heynck und Ludger Schmidt starten die ESG II optimistisch in den Mannschaftkampf gegen BSW IV, gewannen letztendlich jedoch an den falschen Brettern. Während Ludger und Lukas an den hinteren Brettern gewannen, mussten Michael und Andrea an den oberen Brettern Niederlagen einstecken. So stand es zwar 2:2, aber die Berliner Wertung sprach mit 3:7 gegen uns, da der Gegner an den oberen Brettern gewonnen hatte, und somit auch den Mannschaftkampf für sich entschied.
[LH]

Wegen Terminkollision in Solingen hätte die ESG III schon am vergangenen Sonntag antreten sollen. Vielleicht war ein Termin im August noch zu früh, vielleicht hatte die Saisonauftaktsfeier noch nicht ihre Wirkung entfalten können, so dass sich vier Spieler finden ließen, die nach Solingen reisen wollten, um den anderen ESG-Mannschaften vorwegzugehen und den Weg zum Pokal aufzuzeigen. Die Begegnung musste leider kampflos aufgegeben werden.

«JT zum Quadrat» lautete die Geheimrezeptur und das Erfolgsrezept der ESG IV in der Pokalbegegnung gegen Lennep I, sprich Josef Krük und Thorben Mantler, aus der ESG III, die sich wegen der kampflosen Aufgabe der ESG III nun an die Bretter der ESG IV setzen konnten, sowie Josef Komeinda und Thomas Falk aus der ESG IV. Die anfänglich Hochrechnung des neuen Mannschaftsführers der ESG IV, Thomas, mit Besetzung der Bretter 1 und 2 durch Josef Krük und Thorben Mantler mindestens ein Unendschieden gegen Lennep I, die ebenfalls wie ESG IV in der zweiten Bezirksklasse spielt, in der Tasche zu haben und dank der Berliner Wertung weiter zu kommen, zerschlug sich schnell, hat Lennep doch mit Erik Stokkentreeff und Frank Freese zwei starke Spiele mit 1780-1790 DWZ in ihren Reihen – es musste an allen Brettern gekämpft werden.

Und so legte sich Josef Komeinda auch gleich mit den weißen Figuren an Brett 3 (die Begegnung fand zwar in Lennep statt, die ESG IV hatte jedoch Heimrecht – sonst hätten vier ESG-Mannschaften im Luftschloss gespielt) ins Zeug und wollte in eine Art Schnellschach den ersten Punkt einfahren, griff dann in guter Stellung ungestüm den gegnerischen König an und stellte einen Läufer ein – die Partie war wohl verloren, sollte seinem Gegenüber, Klaus-Dieter Koch, nicht das gleiche Missgeschick unterlaufen. Josef kämpfte jedoch unverdrossen weiter.

An Brett vier kam Thomas relativ früh zu einem Mehrbauern, weil sein Gegenüber, Kim Ungermann Sc3-a4 spielte und die Deckung seines e4-Bauern aufgab. Ungermann bekam die Dominanz am Damenflügel; Thomas konnte jedoch gegenhalten und durch Leichtfigurenabtausch den Einfall auf dem Damenflügel verhindern, wollte er doch damit auch den Mehrbauern stärker zur Geltung bringen. In leicht besserer Stellung (lt. nachträglicher Computeranalyse) opferte Ungermann seinen Läufer auf h6 und ermöglichte seiner Dame das Dauerschach auf h6 und g6. Damit war ein halber Zähler im Säckchen.

Auch wenn lt. DWZ Thorben Mantler und Frank Frese auf Augenhöhe sind, wusste Thorben, dass er mit den weißen Figuren gewinnen musste, sollte die ESG IV weiterkommen, und so spielte er aktiv auf, hatte stets leichte Oberhand und lockte die gegnerische Dame ohne Staffage weit nach vorne auf den Königsflügel, bis die Jagd auf sie im 21. Zug mit g5 begann.

Thorben

Sie musste immer neue Rückzugsfelder finden und wurde bis auf die Grundlinie zurückgedrängt. In diesem „napoleonischen“ Rückzug griff Frank Frese einmal daneben, und Thorben konnte den Sieg einstreichen.

Auch Josef Krük dominierte lange mit den schwarzen Figuren (auch wenn er auswärts an Brett 1 die weißen Figuren haben wollte) die Partie gegen den holländischen Schachfreund Stokkentreeff…

Erik Stokkentreeff (li) und Josef Krük (re) im Hintergrund Thorben Mantler
Erik Stokkentreeff (li) und Josef Krük (re) im Hintergrund Thorben Mantler

… konnte die Qualität gewinnen, und hatte die Hegemonie am Königsflügel, jedoch konnte weiß das Bauerngleichgewicht am Damenflügel leicht zu seinen Gunsten stören und bot remis an, vielleicht in Unkenntnis, was das für die Berliner Wertung bedeuten würde – nicht so die ESG: remis an Brett 1 reicht, und Josef nahm an. Nun konnte auch der jüngere Josef am Brett 3 seine Partie zum Gesamtunentschieden verloren geben, aber dank Berliner Wertung mussten die ESG-Recken nicht ins Blitz-Stechen, sondern konnten mit der Fahrkarte ins Achtelfinale nach Hause fahren.

Irrungen und Wirrungen dagegen in der ESG V, traten sie doch nur mit Samuel Haringer und Benedikt Abel an den Brettern zwei und drei an. Doch zeigten sie Kampfgeist und ließen sich nicht davon abschrecken, dass nur das Losglück sie in die nächste Runde bringen würde, denn selbst wenn sie ihre Partien gewonnen hätten, stände es unentschieden, auch nach Berliner Wertung. Das hieße, zweimal im Blitzen gewinnen, und wieder hätte es unentschieden nach Brettpunkten und nach Berliner Wertung gestanden – da hilft dann nur noch Fortuna. Sie setzte sich jedoch ans Velberter Brett, und die ESG V schied ebenfalls aus dem Pokal aus.
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