Den Kurs halten…

… musste die Devise der ESG IV in der Begegnung in der ersten Bezirksklasse gegen Mitaufsteiger BSW VI hei√üen, will man sich von den Abstiegspl√§tzen entfernen.
In der vergangenen Saison reichte es nur f√ľr 3:3 Unentschieden (die zweite Bezirksklasse spielt nur an sechs Brettern). Wie w√ľrde sich BSW VI verst√§rkt haben, an den vorderen oder eher an den hinteren Brettern ?
Die ESG IV hat sich, trotz Aussetzens des Topscorers der zweiten Bezirksklasse der vergangenen Saison Udo K√∂nig, an der vorderen Brettern mit Martin Keller, der leider am Sonntag verhindert war, Samuel Haringer und Fabio Santiago verst√§rkt. Und nun traf man auf bekannte Gesichter ‚Äď Kluge, Schillings, Reichmann, Schnatz, Overhoff und Doolan.
Ein Blick auf die DWZ-Liste lässt die ESG IV als Favoriten dastehen, doch zählt in der Bezirksklasse eher die Tagesform als eine Jahres-DWZ.

Und so endeten dann auch die ersten Partien im remis: Yadollah Zargari gegen Klaus Schillings, Fabio Santiago gegen Horst Reichmann und Thomas Falk gegen Gerhard Schnatz. Auch Samuel Haringer wurde ein remis angeboten, der sich dann nach einer kurzen Abstimmung mit dem Mannschaftsf√ľhrer entschloss, erst einmal weiterzuspielen.
Währenddessen konnte Renè Niebergall am Brett 7 mit den weißen Figuren druckvoll gegen Elmar Decker spielen und glaubte in der folgenden Stellung

Niebergall vs Decker
Niebergall vs Decker

mit der Kombination 18. Dxd7, Lxd7; 19. Txc7 einen Bauern zu erobern; doch schwarz antwortete dann mit 19. ‚ĶLc6, eigentlich nur um den Bauern auf b7 zu sch√ľtzen, wie er sp√§ter zu verstehen gab, nahm aber mit diesem Zug den Turm komplett aus dem Spiel. Vielleicht h√§tte man versuchen sollen, die Qualit√§t zu opfern, dann w√§re wenigstens auch der L√§ufer aus dem Spiel gewesen. Ren√®s Aufgabe lie√ü nicht lange auf sich warten.

Der Ausgleich lag auf Brett acht zwischen Markus Biedermann und Frank Doolan. Markus konnte nicht nur ein, zwei Bauern erobern, sondern gar einen ganzen Springer obendrein. So versuchte er dann die Jongliereinlage, mit Springer und Dame den gegnerischen K√∂nig (die Dame und eine diagonale Dreierbauernkette als Bodyguard dabei) matt zu setzen, anstatt die K√∂nigsstellung abzuschlie√üen und den Freibauern zur Grundlinie zu schicken. Und dann fiel der Jonglierball zu Boden ‚Äď Markus konnte kein Schach mehr geben, wollte die Dame besser stellen und √ľbersah einen Bauernzug, der sowohl Schach gab, als auf die Reihe f√ľr die eigene Dame auf die gegnerische ungedeckte Dame freigab ‚Äď Aufgabe !

Damit f√ľhrte BSW mit 3,5 zu 1,5 Punkten vor den letzten drei laufenden Partien Bernd M√ľhlinghaus gegen Hans Kluge, Samuel Haringer gegen Achim Overl√§nder und Josef Komeinda gegen Wolfgang Overhoff, die alles andere als klar waren. Doch gl√ľcklicherweise konnte Samuel seine Stellung stetig verbessern und, nachdem sein Gegen√ľber eine Springergabel zwischen K√∂nig und Bauer √ľbersah, auf die Siegesstra√üe einbiegen ‚Äď der erste Sieg f√ľr die ESG IV, und Josef Komeinda legt zum Ausgleich mit einem Sieg √ľber Overhoff nach.

Nun lagen die Geschicke der ESG IV allein in den H√§nde von Bernd M√ľhlinghaus (mit wei√ü), und es sah nicht danach aus, dass es zu einer baldigen Entscheidung auf dem Brett gegen Hans Kluge kommen w√ľrde, so dass der BSW-Kapit√§n Gerhard Schnatz seinem Gegen√ľber (nicht nur am Brett) Thomas Falk ein remis anbot; dieser vertraute jedoch seinem Mannschaftskameraden Bernd, im Sinne der Mannschaft zu handeln und die richtige Entscheidung, weiterk√§mpfen oder remis bieten, zu treffen. Und so war Caissa dieses Mal auf Seiten der ESG; denn Bernd erreichte nach 23. ‚Ķ Lf8 die folgende Stellung,

M√ľhlinghaus vs Kluge nach 23. ... Lf8
M√ľhlinghaus vs Kluge nach 23. … Lf8

in der er noch maskiert auf der d-Linie massiv Druck aus√ľbt und diesen mit dem Springerzug 24. Sf3 (Se6 w√§re genauer) entspannt. Kluge √ľbersah wohl die wei√üe Drohung, tief mit der Dame ins schwarze Lager einzudringen. Vielleicht glaubte er, er k√∂nne die Dame einfangen und spielte 24. ‚Ķh6 und Bernd drang mit 25. Dd7 ins schwarze Lager ein. Es folgten dann noch 25. ‚ĶSb7 (Te7 w√§re etwas besser, doch die Stellung ist schon kaputt); 26. Dxf7, Lg7; 27. Td7 und Aufgabe.

So trug dann verdient/gl√ľcklich, dar√ľber m√∂gen andere philosophieren, die ESG IV den zweiten Sieg der Saison nach Hause.

Am 4. Dezember empfängt die ESG IV SK Tornado II im Luftschloss.

[thf]

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