Wie gewonnen, so zerronnen

Stark ersatzgeschwĂ€cht trat die ESG IV gegen SG Solingen VIII an, und so wie die erste Runde klar gewonnen wurde, so mussten wir heute klar die Niederlage hinnehmen. Als erster gab Markus nach einer Reihe von Fehlern im frĂŒhen Mittelspiel des Damengambits auf. Es folgten die Niederlagen von Jan und Lorin.

Der erste Hoffnungsschimmer tauchte in der Partie von Fabio auf. Nach Englischer Eröffnung mit 1. d4 c5; 2. Sf3 Sc6; 3. c4 cxd4; 4. Lf4? kam Fabio mit schwarz in Vorteil. Sein Gegner zog im 12. Zug Lc2:

Fabio

Fabio zog konsequent Sxc2+, ließ jedoch seinen Gegner noch recht lange zappeln, bevor Fabio den ersten Punkt verzeichnen konnte.

Thomas saß V. Kublanov gegenĂŒber, der nach 1. e4, e5 und 2. Sf3 mit Sc6 in die Spanischer Eröffnung lenkte und nicht mit Sf6 in die Russische Verteidigung – nomen est omen. Thomas kam dann zwar zu zwei starken Zentrumsbauern auf d4 und e4, verlor jedoch die Initiative, entschied sich spĂ€ter dagegen, einen Springer zu geben und nahm stattdessen zwei LĂ€ufer im Gegenzug fĂŒr die Dame. Im Versuch, das remis zu retten, fiel dann noch unglĂŒcklich ein Turm und er gab auf.

Dobrila fĂŒhrte mit schwarz eine lebendige Partie mit einem frĂŒhen Damentausch im 6./7. Zug sowie großen Rochaden! Weiß konnte seinen Vorteil nicht rechtzeitig nutzen, verlor im 34. Zug durch Abzugsschach einen Turm gegen Springer. Die Partie endete remis durch Stellungswiederholung.

Norbert hatte lange Zeit mit weiß eine ausgeglichene Partie mit Vorteilen fĂŒr beide Seiten. Im Endspiel konnte er sich mit einem freien a-Bauern und einem Springer gegen einen schwarzen LĂ€ufer durchsetzen, und schwarz gab im 71. Zug auf.

Jetzt lag die Hoffnung auf Josef, das Ergebnis kosmetisch aufzubessern. Er fĂŒhrte an Brett 2 die schwarzen Figuren auf Sieg, sah dann jedoch im 38. Zug sein BlĂ€ttchen fallen.

[Spieler der ESG IV]

ESG II erobert Tabellenspitze

Nach der 2. Runde in der Verbandsliga steht ESG II ĂŒberraschend an der Tabellenspitze. Gegen die ersatzgeschwĂ€chten SF Gerresheim II gelang uns ein 5,5:2,5 Sieg und damit der Sprung auf Platz 1 in der Tabelle vor den ebenfalls noch verlustpunktfreien Ratinger SK II (einen halben Brettpunkt weniger).

Zum Kampfverlauf: Nach knapp 2 Stunden musste unser Ersatzmann Dennis Peters aufgeben, da er sich unglĂŒcklicherweise einen LĂ€ufer eingesperrt hatte. Danach nahm Brett 1 Stefan Pfeiffer das Remisangebot seines erfahrenen Gegners an – das Doppelturmendspiel hĂ€tte wohl kaum Aussicht auf Gewinnchancen geboten.  Kurz darauf gewann Michael Podder ĂŒberzeugend seine Partie und der Kampf stand wieder unentschieden. In der Zeitnotphase gewannen Gerhard Arold und Ahmed Agic ihre Partien, beide Gegner kamen in akute Zeitnot und fanden hier nicht die richtigen ZĂŒge. Ebenfalls kurz vor der Zeitkontrolle wurde die Partie von MannschaftskapitĂ€n Ronny MĂŒller entschieden, mit einem kleinen Trick gewann er einen LĂ€ufer und der Gegner gab daraufhin noch die Dame fĂŒr eine zweite Leichtfigur, in der Hoffnung auf etwas Gegenspiel. Die Partie ging noch 10 ZĂŒge weiter, war aber lĂ€ngst entschieden. Andrea Schmidt manövrierte ihre Leichtfiguren ins gegnerische Lager und auch hier entschied die Zeitnot, der Gegner schaffte zwar die letzten 4 ZĂŒge in 3 Sekunden, aber ĂŒbersah dabei das drohende Matt. Zum Abschluß verteilte Alfred GĂŒthler noch ein Gastgeschenk indem er seinen Turm stehen ließ und prompt aufgegeben konnte. 

In der 3. Runde erwarten wir Aufstiegsfavorit SF Vonkeln zum Lokalderby im Luftschloß.

[RM]

Chancen nicht genutzt: Knappe Niederlage gegen SG Ennepe-Ruhr SĂŒd

Schach - Foto Schwelm

Nachdenkliche Gesichter bei Frank Noetzel (vorn) und Gerd Kurr (hinten).

Den ersten Schritt in Richtung Klassenerhalt wollten wir am zweiten Spieltag der NRW-Klasse mit einem doppelten Punktgewinn gegen den Aufsteiger aus der Nachbarstadt Schwelm machen. Dementsprechend konzentriert fuhr unser neuformiertes Team am Sonntag zur Schachgemeinschaft an die Jesinghauser Straße. Lange Zeit durften wir uns auch berechtigte Hoffnung machen, mit einen Sieg den Sprung aus der Abstiegszone zu machen. Unsere Spitzenspieler Reiner Odendahl und Helge Hintze hatten gegen die ZwillingsbrĂŒder Stefan und AndrĂ© Lupor im „Duell der FIDE-Meister“ nach der Eröffnung bereits beide deutlichen Stellungs- und Zeitvorteil, Ersatzspieler Michael Podder befand sich am Brett 8 im Kampf gegen den bundesligaerfahrenen frĂŒheren BezirkstiteltrĂ€ger Achim Heller schon auf der Siegerstraße, und David Bachmann hatte im Duell der Youngster am Brett 7 gegen Luis Monty Osswald nach QualitĂ€tsgwinn ebenfalls schon den vollen Punktgewinn vor Augen. Teamchef Frank Noetzel „schwebte“ mit „drei Bauern gegen Figur“ im Match gegen den DĂŒsseldorfer Stefan Arndt zwischen Sieg und Remis und Heiko Kesseler stand gegen Hans Moors, dem ehemaligen Spitzenspieler des frĂŒheren Wuppertaler Bundesligisten PSV/BSV, in der französischen Eröffnung gut und sicher. Dagegen gab es aus ESG-Sicht nur zwei Sorgenkinder: Gerd Kurr am Brett 3 nach einem „bekannten Eröffnungsfehler“ mit Materialnachteil gegen den russischen Schachtrainer und Internationalen Meister Eugen Tripolsky sowie Marco KĂŒhne, dem gegen Norbert Bruchmann am Brett 6 die schwarze Dame abhanden gekommen war. Der geplante AuswĂ€rtserfolg war realistisch zum Greifen nahe. Das zeigt auch der weitere Kampfverlauf.

„Bubu“ Podder sorgte wie erwartet auch umgehend fĂŒr die Wuppertaler FĂŒhrung. Darauf nahm Heiko kurze Zeit spĂ€ter in einem ausgeglichenen Turmendspiel wie erwartet das Remis Angebot seines erfahrenen Kontrahenten an. Danach folgten vier weitere Unentschieden: An den ersten beiden Brettern waren unsere Vorteile verflogen, worauf unser Spitzenduo Reiner und Helge die erfolgten Remis Angebote der Lupor-BrĂŒder wohl oder ĂŒbel akzeptierten. In der Zeitnotphase musste David dann der entstandenen Hektik auf dem Brett Tribut zollen, die QualitĂ€t zurĂŒckgeben. Aus dem eingeplanten vollen Punkt war nur die HĂ€lfte ĂŒbrig geblieben. Aber es gab ausgeglichene Gerechtigkeit: Keiner hatte mehr einen Pfifferling fĂŒr Marco gegeben. Aber nach einem „Wirrwarr-Spiel“ platzierte er sein „Turmpaar“ so clever, dass sehr stark Matt drohte, worauf sich sein völlig entnervter Gegner genötigt sah, mit der eigenen Dame Dauerschach zugeben und Remis zu akzeptieren. Damit stand es 3,5:2,5 fĂŒr uns. Nun hing alles an den beiden letzten offenen Partien von Gerd und Frank. Schon ein halber Punkt bedeutete Unentschieden, ein ganzer Punkt den Sieg unseres Teams. Allerdings waren beide Stellungen Ă€ußerst kritisch. Gerd hatte seine Position zwar mit zĂ€her Verteidigung und Mithilfe seines Gegners Tripolsky wieder etwas verbessern können, stand aber weiter bedenklich wĂ€hrend Frank „nur“ noch ums Remis kĂ€mpfte. Am Ende aber waren dann leider gleich beide Partien verloren. Gerd konnte zum Schluss die Mattdrohung des Gegners nicht mehr parieren wĂ€hrend Frank in schwerer Position die Zeit ĂŒberschritt. Damit stand die etwas unglĂŒckliche 3,5:4,5 Niederlage fest. Nun gilt es in der kommenden Runde im November gegen Niederkassel wie im Vorjahr mit einem Sieg voll zu punkten, um im Abstiegskampf etwas Luft zu bekommen.

[HK]

Ein weiterer Sieg unserer jĂŒngsten Mannschaft

Am 5.Oktober gewann unsere 5. Mannschaft gegen die 2te des Vereins OTV mit zwei Punkten Vorsprung (4 – 2). Besonders ĂŒberrascht haben die Ausnahmetalente, Eugen Morgun und Pascal Schmitz, mit ihrer ĂŒberragenden Leistung. Großes Lob an die Beiden! Ein weiterer Schritt in Richtung Aufstieg.

[Cudi]

Bis zum bitteren Ende

In der Viererpokalbegegnung zwischen SG Solingen IV und der ESG II bewies Thomas heute am Brett 4, dass er sich nicht nur mit den schwarzen Figuren in der Französischen Verteidigung wohl fĂŒhlt, sondern auch die weißen gegen sie fĂŒhren kann und kam in der Rubinstein-Variante zum Vorteil, setzte aber im 20. Zug vorschnell mit Dh5 zum Mattangriff an, anstatt mit Tg3, Te6, Lf6 und g6 in den Gewinnhafen zu fahren, und verlor im weiteren Verlauf die Partie.

Falk-Koremck - 2014-10-05

Aus der Jugoslawischen Verteidigung heraus erreichte Lukas am Brett 1 eine der Drachenvariante Ă€hnliche Stellung, in der bei entgegengesetzter Rochade er am KönigsflĂŒgel, sein Gegner am DamenflĂŒgel angriff, der schließlich ein QualitĂ€tsopfer wagte, das Lukas jedoch taktisch widerlegen konnte. Aufgrund des Materialverlustes musste Solingen am Spitzenbrett dann schnell aufgeben. Die ESG II glich damit aus.

Martin steuerte mit schwarz der Begegnung ein Unentschieden bei. Seine Partie hatte nie die Remisbreite verlassen, und somit ist die Punkteteilung gegen den höher bewerteten Gegener durchaus ein gutes und leistungsgerechtes Ergebnis.

Aufgrund der Berliner Wertung bedurfte es am Brett 2 nur noch ein remis fĂŒr die Elberfelder Schachgesellschaft, um die nĂ€chste Pokalrunde zu erreichen. Nach einigem hin und her konnte Harald eine vorteilhafte Stellung erreichen, die mindestens remis war. Das beeindruckte den Gegner jedoch gar nicht, und Harald musste bis zum bitteren Ende nach fĂŒnfeinhalb Stunden beweisen, dass er die Endspieltheorie beherrscht und mit König, Turm, einem Bauern auf dem DamenflĂŒgel und einem Bauern auf dem KönigsflĂŒgel den Gegner mit König und Turm besiegen kann.

[Spieler der ESG]

Gegen die Schachgemeinschaft Ennepe-Ruhr SĂŒd soll der erste Sieg her 


Auf alte bekannte Gesichter treffen wir am Sonntag in der zweiten Spielrunde der NRW-Klasse in Schwelm. Das Ziel ist dabei klar: Mit einem Sieg im Derby den ersten großen Schritt Richtung Klassenerhalt machen. Aber auch wenn der Aufsteiger aus der Nachbarstadt beim Saisonauftakt gegen den Schachverein Letmathe gleich mit 1,5:6,5 unter die RĂ€der kam und dabei keine einzige der acht Partien gewinnen konnte, ist von einem Kampf auf Augenhöhe auszugehen.
Wie stark die Mannschaft ist, zeigt allein der Tatbestand, dass noch am Brett 8 mit dem Wuppertaler Achim Heller ein bundesligaerfahrener Spieler und frĂŒherer BezirkstiteltrĂ€ger sitzt. An den beiden Spitzenbrettern verfĂŒgen die Schwelmer mit den beiden ZwillingsbrĂŒdern Stefan und AndrĂ© Lupor ĂŒber zwei FIDE-Meister. Am Brett 3 spielt der in Berlin tĂ€tige russische Schachtrainer und Internationale Meister Eugen Tripolsky. In Wuppertal durch sein Gastspiel bei der BSW bekannt und vielleicht derzeit der stĂ€rkste Schachspieler im Team. Dann folgt Stefan Arndt, der in Letmathe gegen die deutsche Nationalspielerin Zoya Schleining Remis spielte. Ein „alter Bekannter“ sitzt mit Hans Moors am Brett 5. Lange Jahre spielte der Routinier erfolgreich fĂŒr den frĂŒheren Wuppertaler Bundesligisten PSV/BSV in der ersten Liga an den vorderen Spitzenbrettern. TeamkapitĂ€n Norbert Bruchmann, im letzten Jahr mit 100%-Ausbeute (9 aus 9) maßgeblich am Aufstieg beteiligt, und der junge neu ins Team gerĂŒckte Luis Monty Osswald spielen an Brett 6 beziehungsweise Brett 7. FĂŒr interessierte Zuschauer: Schach gespielt wird im Umkleidehaus an der Rennbahn, Jesinghauser Straße 50, 58332 Schwelm pĂŒnktlich ab 11.00 Uhr bis ca. 17.30 Uhr.

[HK]

Aus im Pokal nach dramatischem Spielverlauf im Lokalderby

Viele Wuppertaler Schachfreunde hatten dem Pokalderby zwischen der Ersten der Elberfelder Schachgesellschaft 1851 und der „Ersten“ des Lokalrivalen BSW Wuppertal entgegengefiebert. VerstĂ€ndlich, saßen sich doch, die neben dem frischgebackenen FĂŒnften des Europapokals, dem Bundesligisten SG Solingen, stĂ€rksten Bergischen Schachvereine in der zweiten Runde an den Brettern gegenĂŒber. Grund genug fĂŒr die Westdeutsche Zeitung, sich gleich mit Reporter und Fotograf anzukĂŒndigen.
Die Frage war nun: Wie werden die Aufstellungen der Teams sein? Wer sitzt wem am Brett gegenĂŒber? Bei nomineller Bestbesetzung beider Clubs war ein Favorit vor dem Kampf nicht auszumachen. Aber es kam anders als vorher erwartet: Die „Bahner“ boten zu Hause mit den beiden Internationalen Meistern (AbkĂŒrzung IM) Vyacheslav Savchenko und Boris Khanukov sowie FIDE-Meister Roman Bashilin und Aleksij Savchenko ihre „CrĂšme de la CrĂšme“ auf. Topscorer wie Rene TĂŒckmantel und Thorsten Werbeck wurden zu anwesenden Zuschauern. Wir dagegen mussten mit Helge Hinze und Frank Noetzel gleich auf zwei unserer FIDE-Meister verzichten. Grund waren schon lange zuvor gebuchte Kurzurlaube. Und es kam noch hĂ€rter fĂŒr uns: ein sonst sehr zuverlĂ€ssiger Schachspieler hatte als „Ersatz“ zugesagt, fehlte aber unverhofft in der katholischen Kirchengemeinde St. Marien bei Kampfbeginn. Aus dem erwarteten Kampf auf Augenhöhe war „David gegen Goliath“ geworden und die BSW fĂŒhrte von Beginn an unerwartet schon mit 1:0. Schwerer Stand von Start an fĂŒr „unser Trio“. Die Hoffnung auf ein Weiterkommen nur noch verschwindend gering. Aber der Pokal hat ja bekanntlich seine eigenen Gesetze. Reiner Odendahl, hatte am Spitzenbrett gegen IM Vyacheslav Savchenko den Anzugsvorteil mit den weißen Steinen, wĂ€hrend es Heiko Kesseler am zweiten Brett als „Schwarzer“ mit Boris Khanukov, dem zweiten „IM“ der BSW zu tun hatte. Ronny MĂŒller, unser 2. Spielleiter, spielte am Brett vier mit „Weiß“ gegen FIDE-Meister Roman Bashilin.
Insbesondere auf Reiner Odendahl, der kĂŒrzlich erst den frĂŒheren deutschen Meister und Großmeister Eckerhard Schmittdiel mit Schwarz bezwungen hatte, ruhte ein großer Teil unserer verbliebenen Hoffnungen. FĂŒr den Gewinn und den Ausgleichstreffer riskierte „unser Bester“ dann auch wieder mal alles. Leider wurde seine vorbildliche kĂ€mpferische Leistung diesmal nicht belohnt. Mannschaftsdienlich hatte er alle „BrĂŒcken zum Remis“ fĂŒr einen eventuellen Sieg abgeschnitten, am Ende aber die Waffen strecken mĂŒssen. Mit etwas GlĂŒck hĂ€tte unerwartet sogar ein Unentschieden von Reiner vielleicht zum Weiterkommen gefĂŒhrt. Weil im Match „Taktik- gegen Positionsspiel“ stand Heiko Kesseler gegen den routinierten Khanukov kurz vor dem Einzelsieg. Mit dem letzten Zug vor der Zeitkontrolle machte er jedoch den entscheidenden Fehler im Turmendspiel und „verdarb“ damit die Partie zum Remis. Einen weiteren halben ZĂ€hler steuerte nach fast sechs stĂŒndiger Spielzeit der lange Zeit eher skeptisch dreinblickende Ronny MĂŒller bei. Sein nominell mit ĂŒber 400 Wertungspunkten mehr ausgestatteten Gegner, FIDE-Meister Bashilin schaffte es im Springerendspiel mit Mehrbauer nicht, unseren aufopferungsvoll kĂ€mpfenden Ronny zu bezwingen. Somit stand der Endstand von 1:3 fest. Gratulation an das BSW-Team, deren Sieg alles in allem nicht unverdient war. Und viel GlĂŒck im weiteren Verlauf des Wettbewerbs.
Die von verschiedenen Seiten aufgekommene Kritik, dass die zwei Spitzenteams in zwei aufeinanderfolgenden Jahren im frĂŒhen Verlauf des Wettbewerbs schon aufeinander getroffen sind, hat bereits Wirkung bei den Verantwortlichen im Schachbezirk Bergisch-Land gezeigt. Man denkt nun offen darĂŒber nach, den Austragungs- und Auslosungsmodus ein wenig zu modifizieren. Ein richtiger Schritt in die richtige Richtung 

[HK]

Kraftvoll in die Saison

startet am Sonntag auch die 4. Mannschaft mit vielen neuen Spieler wie Jan, RenĂ© und Josef zuhause gegen Ronsdorf in die neue Saison und zog damit mit den Kameraden der ESG gleich. Am Spitzenbrett konnte Thomas wie schon in der vergangenen Saison mit einer kampflosen Partie die ESG in FĂŒhrung bringen. Unser Youngster Jan ließ sich nicht von einem alten Haudegen beeindrucken und wickelte nach etwas mehr als einer halben Stunde in ein Remis ab. Da wĂ€re vielleicht mehr drin gewesen und lĂ€sst fĂŒr die Zukunft hoffen. RenĂ© konnte nach Skandinavischer Eröffnung im Endspiel einen Turm erobern und somit die gegnerische Festung, wĂ€hrend Markus von seiner Lieblingseröffnung der Jugend dem HollĂ€ndischen ĂŒberrascht wurde, aber das remis halten konnte. Josef steuerte das dritte Remis in einer geschlossenen Stellung bei. In der anschließenden Analyse wurde auch kein Gewinn bringender Zug gefunden. Es folgten Siege von Katharina und Fabio. Den Schlusspunkt setzte Yadi am Brett 2. Im Endspiel tauschte sein Gegner mit blankem DamenflĂŒgel die TĂŒrme ab, und sein Angriff mit einem weit vorgerĂŒckten Bauern fiel in sich zusammen, und Yadi setzte zum erfolgreichen Gegenangriff an und erhöhte auf 6,5 Punkte.
[Spieler der ESG IV]

1. Bezirksliga: SG Solingen V – ESG III 1 : 7

Der dritten Mannschaft ist zum Saisonstart ein Kantersieg geglĂŒckt, der sie zum ersten TabellenfĂŒhrer der laufenden Bezirksligasaison gemacht hat. Übrigens entgegen eines anderslautenden, voreilig verfassten Berichtes, der seit letzter Woche im Netz kursiert.

Die erste Ergebnismeldung erfolgte gestern am 3. Brett, an dem sich Dennis mit Bezirksspielleiter FrĂ€nzel in einer unspektakulĂ€ren Partie frĂŒh auf Remis verstĂ€ndigte. Deutlich aufregender verlief die Partie an Brett acht: Dort hatte Martin nach einem LĂ€uferopfer seines Gegners Rist zunĂ€chst einen Bauern verloren, gewann danach jedoch deutlich mehr Material zurĂŒck, als Rist einen riskanten Mattangriff startete. Martin wehrte den Angriff ab und entschied die Partie somit doch noch fĂŒr sich. Ebenfalls einen vollen Punktgewinnung konnte Harald an Brett sieben vermelden. Er hatte gegen Falge mit seinen Schwerfiguren Druck auf die Bauern am DamenflĂŒgel gemacht und dabei entscheidendes Material gewonnen. MannschaftsfĂŒhrer Peter konnte an Brett sechs gegen Zimdars auf 3,5:0,5 erhöhen, nachdem er seine TĂŒrme auf der 7. Reihe verdoppelt und damit zwingend Material erobert hatte.

Auch Lukas konnte an Brett vier einen vollen Punkt fĂŒr die ESG holen, dafĂŒr musste er sich jedoch gegen Ferger lange Zeit umsichtig verteidigen. Ferger hatte eine Figur geopfert, konnte den daraus resultierenden Königsangriff allerdings nicht in den erhofften Matterfolg ummĂŒnzen. Thorben bewies am 2. Brett gegen Meckel, dass er auch am korrekt aufgebauten Brett eine gute Figur machen kann und erlegte den Orang-Utan seines Gegners in einer von beiden Seiten scharf gefĂŒhrten Partie. Da der Mannschaftskampf entschieden war, verstĂ€ndigte sich Alexandr am 5. Brett mit seinem Gegner Naupold in ausgeglichener Stellung auf eine Punkteteilung. Den Schlusspunkt zum 7:1-Endstand setzte Altmeister Josef, der am Spitzenbrett gegen Mentzel einmal mehr seine ZĂ€higkeit unter Beweis stellte und das remisverdĂ€chtige Endspiel doch noch zum Sieg „knetete“.

Thorben

Wer wird siegen im Pokalderby der beiden Wuppertaler Spitzenteams?

Der Pokal hat seine eigenen Gesetze so sagt man, weil es immer wieder vorkommt, dass im DFB-Pokal der Amateurverein ĂŒberraschend dem Bundesligisten ein Bein stellt. Gerade in den ersten Runden kommt es immer wieder zu „David gegen Goliath“.
Anders im Schach: Schon zum zweiten Mal hintereinander stehen sich mit der Elberfelder Schachgesellschaft 1851 und „Ersten“ des Lokalrivalen BSW Wuppertal die neben dem Bundesligisten Solingen stĂ€rksten Teams frĂŒhzeitig gegenĂŒber. War es im letzten Jahr in der dritten Runde findet das Pokalderby diesmal schon in der zweiten Runde statt. Nicht zu Unrecht wird in diesem Zusammenhang kritisiert, dass der Viererpokal auf Bezirksebene nicht mehr öffentlich von Bezirksspielleiter Dr. Marius FrĂ€nzel ausgelost wird.
Sei es drum. Der Kampf an vier Brettern steht, und verspricht Spannung pur. Setzen beide Vereine die nominell besten Spieler ein, haben die Schachfreunde von der Bahn mit 2325 gegenĂŒber 2293 den leicht besseren Elodurchschnitt und sind leicht favorisiert. Dann wĂŒrden mit Vyacheslav Savchenko und Boris Khanukov zwei internationale Meister an den beiden Spitzenbrettern sitzen. Dazu kommt FIDE-Meister Roman Bashilin und Aleksij Savchenko. Sollte einer der „Profis“ nicht spielen, könnte Rene TĂŒckmantel oder CM – die AbkĂŒrzung fĂŒr Candidate Master – Thorsten Werbeck zum Einsatz kommen, wĂ€hrend wir mit Reiner Odendahl, Helge Hinze und Frank Noetzel drei FIDE-Meister in unseren Reihen haben. Da wir auswĂ€rts in den RĂ€umen der BSW antreten, haben wir am Brett 1 und 4 die weißen Steine und an den mittleren Brettern die Schwarzen. Analog zur Tordifferenz beim Fußball entscheidet bei einem Unentschieden am Sonntag die Berliner Wertung ĂŒber das Weiterkommen.
FĂŒr interessierte Zuschauer: Der Kampf findet am Sonntag, 28.09.14, im Pfarrsaal der Katholischen Kirchengemeinde St. Marien, Hardtstraße 18 in 42107 Wuppertal statt. Kampfbeginn ist pĂŒnktlich um 10.00 Uhr. Es wird mit einer Bedenkzeit pro Spieler von 120 Minuten fĂŒr die ersten 40 ZĂŒge gefolgt von einer Zusatzbedenkzeit von 60 Minuten fĂŒr alle weiteren ZĂŒge bis zum Ende der Partie gespielt.
[HK]