Zum Bruderkampf…

… kam es gestern zum Auftakt der Schachsaison im Luftschloss zwischen der ESG IV und der ESG V. Kampf war angesagt; denn so etwas wie Stallorder ist bei der Elberfelder Schachgesellschaft unbekannt. Schenken wollte man sich nichts; denn hatte die ESG V den Aufstieg in der letzten Saison nur ganz knapp verfehlt, ist die ESG IV doch letzte Saison unglücklich abgestiegen. So wollten beide Mannschaften ihren Aufstiegsanspruch mit einem Sieg über den Bruder und Rivalen deutlich machen.

Das Ergebnis auf der Spielberichtskarte fiel deutlicher aus, als das die Geschehnisse auf den Brettern erahnen ließen. Zwar ging die ESG IV, die sich mit Bernd Mühlinghaus und Udo König verstärkt hatten, durch einen kampflosen Sieg von Udo König am Brett 3 gleich mit 1:0 in Führung, zwar folgten schnelle Siege am Brett 6 von Renè Niedergall über Jan Beumker, sowie am Brett 5 von Thomas Falk über Pascal Schmitz; doch die anderen Bretter waren noch längst nicht entschieden – ein remis war immer noch drin.

Doch dann machte am Brett 4 Josef Komeinda gegen Carl-Christian Vorwerg die Sache klar; die beiden Spitzenbretter blieben weiterhin lange umkämpft, bis Bernd Mühlinghaus mit seiner langen Erfahrung auch die Partie gegen Fabio Santiago nach Hause bringen. Großes Interesse erregte die Partie an Brett 2 zwischen Samuel Haringer und Yadollah Zargari, und das nicht nur bei den Spielern der ESG IV und V, sondern auch bei den Spielern der ESG II, die ebenfalls im Luftschloss zum Saisonauftakt gegen Krefeld II spielte, sowie bei Reiner Odendahl von der ESG I, der gekommen war, um sich den Kampf der zweiten anzuschauen. Zweimal gelang es Samuel eine erdrückende Mattdrohung abzuwehren, die Yadollah nicht konsequent verwirklichte, um dann am Ende sich selbst einer überlegenen Bauernmehrheit gegenüberzusehen, die unaufhaltsam auf die Grundreihe zu marschierte. Yadollah gab auf, und Samuel verhinderte den Kantersieg.
[TF]

Der Pokal hat seine eigenen Gesetze…

Eines haben Schach und Fußball jedes Jahr zum Ende des Sommers immer wieder gemeinsam: Der Pokal und nicht die Liga eröffnet die neue Spielsaison. Ist beim „Rasenschach“ die Mannschaftsstärke mit elf Spielern immer gleich, wird sie beim Schach von acht Mannschaftsspielern in der Meisterschaft im Pokal auf die Hälfte – sprich vier Spieler – „reduziert“.

In der ersten Runde des Viererpokals des Schachbezirkes Bergisch-Land waren fünf Teams der Elberfelder Schachgesellschaft 1851 am Start. Zwei Mannschaften qualifizierten sich fürs Achtelfinale im Oktober. Unsere Erste durch einen 3:1 Erfolg über das Solinger Quartett vom OTV 1888 und unsere Vierte durch ein 2:2 Unentschieden bei besserer Berliner Wertung gegen die Schachfreunde aus Remscheid-Lennep. Ebenfalls Unentschieden spielte überraschend unsere Zweite gegen die Vierte von der BSW Wuppertal. Mit zwei Siegen an den beiden Spitzenbrettern sprach hier allerdings die Berliner Wertung gegen uns und für unsere Gäste. Ausgeschieden sind ebenfalls unsere dritte und fünfte Mannschaft. Gegner waren die Reserve des Solinger Bundesligisten, beziehungsweise der letztjährige NRW-Qualifikant, die Schachgesellschaft Velbert.

Unsere Erste trifft nun auf die Schachfreunde Anna vom Wuppertaler Laurentiusplatz. Der Bezirksligist ist eine wohl lösbare Aufgabe. Ein Hammerlos zog dagegen unsere Vierte mit der Ersten von der BSW Wuppertal. Das Team ist Pokalverteidiger im Bezirk und NRW-Finalist. Mit zwei Internationalen Meistern im Kader ist das BSW Quartett im zweiten Wuppertaler Duell ein wohl unüberwindbarer Gegner beim Spiel um den Einzug ins Viertelfinale.

Im Heimspiel gegen die in der 2. Bezirksliga spielenden Ohligser vom OTV ’88 war unsere Erste vor Spielbeginn der klare Favorit. Aber Vorsicht war geboten, denn wie im Fußball gilt auch beim Schach: „Der Pokal hat seine eigenen Gesetze.“ Erst recht, wenn man das erste Brett „freilassen muss“ und somit bereits 0:1 hinten liegt. Bei einem Unentschieden hätte die Berliner Wertung wohl immer für unser Team das direkte „Aus“ bedeutet. Konzentration und große Achtsamkeit waren von unseren drei Spielern verlangt. Einen weiteren Partieverlust durfte man sich nicht erlauben. Diese Anspannung waren allen ESG-Akteuren von den Gesichtern abzulesen, während der OTVer Ralf Baumann nach seinem kampflosen Sieg Optimismus verbreitete. Doch dann fiel der Ausgleich.Youngster David Bachmann hatte am Brett vier seinen Gegner Sebastiano Colajanni mit den schwarzen Steinen bezwungen. Auch an den anderen beiden Brettern sah es gut für uns aus. Man durfte optimistisch sein. Im 31. Zug reichte der OTV-Spieler Kasim Zymeri am Brett zwei Heiko Kesseler die Hand zur Aufgabe. Die Wahl zwischen „Matt“ oder „direkter Damenverlust“ waren der Grund für Schwarz zu resignieren. Die 2:1 Führung war perfekt. Nun kam es auf unseren Neuzugang Achim Tymura an. Remis reichte bereits zum Sieg und Weiterkommen. Aber es sollte mehr werden. Mit Routine setzte der ehemalige Hagener Spieler den OTVer Roland Jorke immer mehr unter Druck. Seine weißen Figuren beherrschten das 64feldrige Schachbrett so sehr, dass sein Gegenüber konsequenterweise Achim die Hand als Zeichen der Aufgabe schüttelte. Achims erster Sieg im ersten Spiel für die ESG. Besser geht es nicht. Gratulation. Der 3:1 Erfolg war perfekt.
[HK]

Für die zweite Mannschaft ging der Spieltag unglücklich aus. In der Aufstellung Michael Podder, Andrea Schmidt, Lukas Heynck und Ludger Schmidt starten die ESG II optimistisch in den Mannschaftkampf gegen BSW IV, gewannen letztendlich jedoch an den falschen Brettern. Während Ludger und Lukas an den hinteren Brettern gewannen, mussten Michael und Andrea an den oberen Brettern Niederlagen einstecken. So stand es zwar 2:2, aber die Berliner Wertung sprach mit 3:7 gegen uns, da der Gegner an den oberen Brettern gewonnen hatte, und somit auch den Mannschaftkampf für sich entschied.
[LH]

Wegen Terminkollision in Solingen hätte die ESG III schon am vergangenen Sonntag antreten sollen. Vielleicht war ein Termin im August noch zu früh, vielleicht hatte die Saisonauftaktsfeier noch nicht ihre Wirkung entfalten können, so dass sich vier Spieler finden ließen, die nach Solingen reisen wollten, um den anderen ESG-Mannschaften vorwegzugehen und den Weg zum Pokal aufzuzeigen. Die Begegnung musste leider kampflos aufgegeben werden.

«JT zum Quadrat» lautete die Geheimrezeptur und das Erfolgsrezept der ESG IV in der Pokalbegegnung gegen Lennep I, sprich Josef Krük und Thorben Mantler, aus der ESG III, die sich wegen der kampflosen Aufgabe der ESG III nun an die Bretter der ESG IV setzen konnten, sowie Josef Komeinda und Thomas Falk aus der ESG IV. Die anfänglich Hochrechnung des neuen Mannschaftsführers der ESG IV, Thomas, mit Besetzung der Bretter 1 und 2 durch Josef Krük und Thorben Mantler mindestens ein Unendschieden gegen Lennep I, die ebenfalls wie ESG IV in der zweiten Bezirksklasse spielt, in der Tasche zu haben und dank der Berliner Wertung weiter zu kommen, zerschlug sich schnell, hat Lennep doch mit Erik Stokkentreeff und Frank Freese zwei starke Spiele mit 1780-1790 DWZ in ihren Reihen – es musste an allen Brettern gekämpft werden.

Und so legte sich Josef Komeinda auch gleich mit den weißen Figuren an Brett 3 (die Begegnung fand zwar in Lennep statt, die ESG IV hatte jedoch Heimrecht – sonst hätten vier ESG-Mannschaften im Luftschloss gespielt) ins Zeug und wollte in eine Art Schnellschach den ersten Punkt einfahren, griff dann in guter Stellung ungestüm den gegnerischen König an und stellte einen Läufer ein – die Partie war wohl verloren, sollte seinem Gegenüber, Klaus-Dieter Koch, nicht das gleiche Missgeschick unterlaufen. Josef kämpfte jedoch unverdrossen weiter.

An Brett vier kam Thomas relativ früh zu einem Mehrbauern, weil sein Gegenüber, Kim Ungermann Sc3-a4 spielte und die Deckung seines e4-Bauern aufgab. Ungermann bekam die Dominanz am Damenflügel; Thomas konnte jedoch gegenhalten und durch Leichtfigurenabtausch den Einfall auf dem Damenflügel verhindern, wollte er doch damit auch den Mehrbauern stärker zur Geltung bringen. In leicht besserer Stellung (lt. nachträglicher Computeranalyse) opferte Ungermann seinen Läufer auf h6 und ermöglichte seiner Dame das Dauerschach auf h6 und g6. Damit war ein halber Zähler im Säckchen.

Auch wenn lt. DWZ Thorben Mantler und Frank Frese auf Augenhöhe sind, wusste Thorben, dass er mit den weißen Figuren gewinnen musste, sollte die ESG IV weiterkommen, und so spielte er aktiv auf, hatte stets leichte Oberhand und lockte die gegnerische Dame ohne Staffage weit nach vorne auf den Königsflügel, bis die Jagd auf sie im 21. Zug mit g5 begann.

Thorben

Sie musste immer neue Rückzugsfelder finden und wurde bis auf die Grundlinie zurückgedrängt. In diesem „napoleonischen“ Rückzug griff Frank Frese einmal daneben, und Thorben konnte den Sieg einstreichen.

Auch Josef Krük dominierte lange mit den schwarzen Figuren (auch wenn er auswärts an Brett 1 die weißen Figuren haben wollte) die Partie gegen den holländischen Schachfreund Stokkentreeff…

Erik Stokkentreeff (li) und Josef Krük (re) im Hintergrund Thorben Mantler
Erik Stokkentreeff (li) und Josef Krük (re) im Hintergrund Thorben Mantler

… konnte die Qualität gewinnen, und hatte die Hegemonie am Königsflügel, jedoch konnte weiß das Bauerngleichgewicht am Damenflügel leicht zu seinen Gunsten stören und bot remis an, vielleicht in Unkenntnis, was das für die Berliner Wertung bedeuten würde – nicht so die ESG: remis an Brett 1 reicht, und Josef nahm an. Nun konnte auch der jüngere Josef am Brett 3 seine Partie zum Gesamtunentschieden verloren geben, aber dank Berliner Wertung mussten die ESG-Recken nicht ins Blitz-Stechen, sondern konnten mit der Fahrkarte ins Achtelfinale nach Hause fahren.

Irrungen und Wirrungen dagegen in der ESG V, traten sie doch nur mit Samuel Haringer und Benedikt Abel an den Brettern zwei und drei an. Doch zeigten sie Kampfgeist und ließen sich nicht davon abschrecken, dass nur das Losglück sie in die nächste Runde bringen würde, denn selbst wenn sie ihre Partien gewonnen hätten, stände es unentschieden, auch nach Berliner Wertung. Das hieße, zweimal im Blitzen gewinnen, und wieder hätte es unentschieden nach Brettpunkten und nach Berliner Wertung gestanden – da hilft dann nur noch Fortuna. Sie setzte sich jedoch ans Velberter Brett, und die ESG V schied ebenfalls aus dem Pokal aus.
[TF]

NRW-Viererpokal: Aus im Achtelfinale gegen Oberligist Düsseldorf

Nach den Erfolgen in den ersten beiden Spielrunden zu Hause im „Luftschloss“ waren wir unter den letzten 16 Viererteams auf NRW gekommen. Für die zweite Doppelrunde hatten wir leider kein Losglück: Mit den beiden Oberligisten, dem Klub Kölner Schachfreunde und dem Düsseldorfer Schachklub 1914/25 sowie NRW-Titelverteidiger SG Hochneukirch waren uns gleich drei dicke Brocken in der zweiten Doppelrunde zugelost worden. Für das Erreichen des Halbfinales mussten also gleich zwei Erfolge über starke Teams her. Am Samstag in der Landeshauptstadt bei der Auslosung der beiden Achtelfinalpaarungen kurz vor Spielbeginn hatten wir dann noch einmal Lospech: Unser Gegner das mit Abstand stärkste anwesende Team, das heimische Quartett vom Düsseldorfer Schachklub mit zwei Internationalen Schachmeistern an den beiden ersten Brettern.

Die Frage war nun: Gelingt unseren Mannen Reiner Odendahl, Helge Hintze, Gerd Kurr und Heiko Kesseler gegen die Düsseldorfer die „kleine Sensation“ um tags drauf dann im Finale der zweiten Doppelrunde zu stehen? Von Beginn an wurde an allen vier Brettern verbissen gekämpft, von „Salonremisen“ keine Spur. Spannung pur. Jeder der acht Akteure wollte mit einem Einzelerfolg den Grundstein für den Gesamtsieg setzen. Lange Zeit waren alle vier Partien völlig unklar: Reiner hatte mit den schwarzen Steinen gegen Dirk Schuh einen Bauern mehr, der Düsseldorfer Internationale Meister dafür etwas Angriff; Helge gegen Francesco de Gleria, dem zweiten Internationalen Meister, am Brett zwei mit Weiß eine wohl etwas bessere aber schwierig zu spielende Stellung erreicht; Gerd am dritten Brett gegen den ehemaligen Mühlheimer Bundesligaspieler Axel Partenheimer einen Bauern für weißen Angriff gegeben und Heiko stand mittlerweile ganz passabel gegen Heinrich von Bünau. In der vierten Spielstunde musste Reiner dann ins Remis einwilligen, der Mehrbauer bei ungleichen Läufern war nicht zu verwerten. Leider schlug auch der Angriff von Gerd nicht durch und der Materialnachteil zwang ihn zur Aufgabe. Zwischenstand 0,5:1,5. Aber alles war noch drinnen. Die beiden letzten Partien gingen in die Verlängerung: Helge hatte Materialvorteil (Turm, Springer und mehrere Bauern gegen Dame) und das Endspiel von Heiko war Remis verdächtig. Bei Sieg und Remis würde das Match 2:2 Unentschieden ausgehen, die Berliner Wertung aber für uns sprechen. Aber es kam anders als erhofft. Gleich beide Partien gingen verloren. Der Endstand mit 0,5:3,5 deutlicher als der Kampfverlauf. Das Aus im Achtelfinale besiegelt. In der zweiten Begegnung besiegten die Hochneukirchner mit dem aktuellen NRW-Meister und NRW-Einzelpokalsieger, Marcel Harff am Spitzenbrett, den Kölner Oberligisten. Das Finale am Sonntag: Düsseldorf gegen Hochneukirch.

[HK]

Viele Erwartungen übertroffen!

1. Bezirksliga: ESG III – Vohwinkeler SC 4,5 : 3,5

Mit einem soliden 4,5:3,5-Heimsieg in Vohwinkel – der offiziell als Heimspiel angesetzte Mannschaftskampf wurde aus organisatorischen Gründen im Spiellokal des VSC ausgetragen – hat sich die ESG-Dritte nicht nur den Klassenerhalt, sondern mit Platz vier sogar einen vorderen Rang in der Abschlusstabelle gesichert. Die Situation vor dem Mannschaftskampf war allerdings ungewöhnlich, da beide Teams im Abstiegskampf aus dem Gröbsten raus, aber eben noch nicht hundertprozentig gesichert waren. Freundschaftsspiel-Charakter hatte der Mannschaftskampf also nicht, was auch in den einzelnen Partien deutlich wurde.

Als Erster konnte Martin Keller am achten Brett einen Sieg über Michael Pufal vermelden, nachdem sein Angriff am Königsflügel ihm deutlichen Materialvorteil eingebracht hatte. Eine Niederlage musste dagegen Josef Krük am Spitzenbrett gegen Bernhard Herbst hinnehmen. Beide Kontrahenten hatten die Eröffnung sehr scharf behandelt und stetig Drohungen aufgestellt.

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In der Brettstellung hätte Josef mit 11…Txg7 konsequent weiter auf Angriff spielen müssen. Er entschied sich jedoch zu 11…0-0-0 und musste nach 12. Dg4+ Kb8 13. Lxf8 einen Figurenverlust hinnehmen, der letztlich die Partie entschied.

Auch Peter Wiesemann und sein Gegner Ulrich Knapp rasselten am 6. Brett von der Eröffnung an mit den Säbeln, wobei Peter etwas zu forsch agierte und einen Bauern ungedeckt ließ:

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14…Sxd5 ist problemlos spielbar und sichert Schwarz der Schachengine Stockfish zufolge einen kleinen Vorteil. Knapp spielte jedoch 14…Dxd5 und geriet nach 15. Dc2 (droht Lc4) in die Bredouille. Drei Züge später gab der Vohwinkler die Partie in hoffnungsloser Stellung auf.

Alexandr Pertschik konnte an Brett fünf gegen Karel Sedlbauer ein sicheres Hälftchen beisteuern, ehe Lukas Heynck am 4. Brett Knut Herbertz besiegte und mit diesem weiteren vollen Punkt bereits für eine Vorentscheidung sorgte. Lukas hatte seinem Gegner früh einen Doppel-Isolani andrehen können, der bis ins Endspiel der Schwachpunkt in Herbertz Stellung blieb.

Mit dem vollen Punkt von Thorben Mantler, der am 2. Brett Marius Linke im Endspiel mit Qualitätsvorteil besiegte, war der Mannschaftskampf entschieden. Die Niederlagen von Dennis Peters am 3. Brett gegen Andreas Hegde sowie Harald Kurz, der an Brett sieben Tobias Lohmann unterlag, waren somit zu verschmerzen.

Der Saisonabschluss wurde obligatorisch in der Stammkneipe „Loher Grill“ begangen. Zu feiern gab es wie oben erwähnt eine Schlussplatzierung, die viele Erwartungen übertroffen hat!

[TM]

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Alle Acht(ung!): Die ESG-Dritte unmittelbar nach dem 4,5:3,5-Erfolg über Vohwinkel.

Trotz herrlichstem Sommerwetter…

… fanden sich 5 Recken der ESG V, um in der letzten Begegnung der Saison 2014/15 das Tabellenergebnis aufzubessern; denn Chancen auf den Aufstieg gab es schon lange nicht mehr, und die Abstiegsränge sind weit entfernt. Diesen Sportgeist trägt nicht jeder Schachspieler im Herzen, so vermutlich die Schachfreunde aus Neviges, von denen keiner kam und auch keine Absage. So verbrachten Leander, Benedikt, Samuel, Eugen und Leon die Karenzzeit mit Blitzpartien untereinander, um dann in den sonnigen Sonntag und ins Saisonende zu gehen.
[thf]

NRW-Klasse: Die Würfel sind gefallen …

Zwei Punkte und der Klassenerhalt wäre geschafft gewesen. Aber alles kam leider in der Schlussrunde der NRW-Klasse anders als erhofft. Schon vor Beginn lief es nicht optimal. Mit Helge Hintze und Frank Noetzel fehlten gleich zwei unserer besten Spieler im alles entscheidenden neunten Kampf. Dafür rückten die beiden „Schweizer“ Hendrik Mantler und Gerhard Arold gegen den ebenfalls abstiegsgefährdeten Schachverein Kamen ins Team. Dennoch schätzten wir unsere Chancen, mit dem ersten Auswärtssieg noch die Klasse halten zu können, als gut ein.

Im Kamener Sporthotel am Schwimmbad lief es dann für unser Team auch lange Zeit sehr gut. Gerd Kurr stand mit den weißen Steinen gegen Frank Kleinegger mit zwei Mehrbauern im Turm-Läufer-Endspiel „klar auf Gewinn“ und Heiko Kesseler hatte in der sizilianischen Eröffnung den ehemaligen Duisburger Bundesligaspieler, FIDE-Meister Hansjörg Himmel, ins stetige Nachdenken gebracht. Auf Elberfelder Seite hatte einzig Marco Kühne mit Weiß leichte Nachteile gegen „Altmeister“ Heinz Georg. Einziger Wermutstropfen: Der Tabellenzweite Letmathe war nicht in Bestbesetzung nach Dortmund gereist und lag durch die Niederlage von „Podsblitz“ Podzielny gegen Großmeister Schmittdiel überraschend hinten. Wir benötigten aber zwei Siege für den Klassenerhalt: Elberfeld über Kamen und Letmathe über die Dortmunder Bundesliga Reserve. Nun ja …

Den Kamener Akteuren konnte man beide Spielsituationen deutlich anmerken. Nach den Remisen von Thomas Fuchs mit Udo Seepe und Gerhard Arold mit Carsten Neumann wurde es zeitweise sogar im Vorraum „etwas lauter“. Wie im Fußball Abstiegskampf pur. Danach remisierte wie erwartet Reiner Odendahl am Spitzenbrett mit dem Kamener Topscorer Christian Weidemann. 1,5:1,5 der Zwischenstand. Doch dann passierte es: Gerd unterschätzte den Freibauern des Gegners, schickte seinen „Freibauern“ zu spät auf Reisen und konnte aufgeben. Am Nebenbrett hatte Heiko mit einem „Blackout“ seine gute Stellung bei großem Zeitvorteil ebenfalls „verdorben“. Ausgerechnet beide Bretter, an denen wir uns einiges ausrechnen durften, kippten zu unseren Ungunsten. 1,5:3,5 lagen wir hinten. Konsequenz: Die restlichen drei Partien mussten gewonnen werden. Eine tolle „Schwarz-Vorstellung“ in der spanischen Eröffnung zeigte Hendrik Mantler am Brett zwei. Mit seinem Erfolg über Ralf Kilian verkürzte er auf 2,5:3,5. Hoffnung keimte wieder auf. David Bachmann stand zudem in einem Damenendspiel auf Gewinn. Matt oder eine zweite Dame drohten dem Kamener Youngster Chris Huckebrink. Aber beide jungen Akteure sahen es nicht. Am Ende war dann doch leider Remis das Ergebnis am Brett sechs. Der Kampf war für uns gelaufen. Schade. Denn Marco, der lange Zeit verdächtig stand, aber wie immer zäh kämpfte, hatte sich just in diesem Moment am Brett fünf kleine Spielvorteile in einem Turmendspiel erarbeitet. Ob es zum Sieg gereicht hätte? Wer weiß? Der zum Klassenerhalt nötige Teamsieg war nicht mehr möglich, so dass Marco dem Remis zustimmte. Endergebnis: 4,5:3,5 für Kamen. Mit dem gleichen Ergebnis besiegte Letmathe parallel die Reserve von Hansa Dortmund. Der Klassenerhalt war für Kamen in letzter Minute noch geschafft. Mit viel Glück.

Eine nette Geste: Kapitän Udo Seepe gab aus Freude über den Klassenerhalt und zum kleinen Trost der niedergeschlagenen Gäste eine „komplette Lokalrunde“.

[HK]

Den Klassenerhalt fest im Visier

1. Bezirksliga: Ronsdorfer SV – ESG III 3,5 : 4,5

Der ESG-Dritten ist ein weiterer ganz wichtiger Schritt in Richtung Klassenerhalt gelungen. Dank des 4,5:3,5-Auswärtserfolgs in Ronsdorf können die Elberfelder nun relativ entspannt dem Saisonfinale entgegenblicken.

Etwas mürrisch hatte Josef zur Kenntnis genommen, dass er am Spitzenbrett zu einem kampflosen Erfolg über den aus privaten Gründen verhinderten Jens Kosin kam. Leander war da schon deutlich erfreuter, als er seine positionellen Vorteile am 8. Brett gegen Bickel sicher in materielle Vorteile ummünzte und den zweiten vollen Punkt für die ESG einfuhr.

Die Gastgeber konnten an Brett sieben noch einmal verkürzen, da Fabio gegen Cziudai trotz verbissenen Kampfes den materiellen Nachteil nicht zu kompensieren vermochte. Doch nachdem Dennis am zweiten Brett gegen Beck durch Stellungswiederholung ein Remis forcieren und Mannschaftsführer Peter am 6. Brett gegen Hellmann gewinnen konnte, war der Zwei-Zähler-Vorsprung wieder hergestellt. Peter hatte zwei Leichtfiguren für einen Turm erobert und die zahlenmäßige Überlegenheit seiner Offiziere gekonnt ausgespielt.
Alexandr spielte gegen Freitag an Brett sechs gewohnt offensiv, opferte einen Bauern und erspielte sich folgende Angriffsstellung:
pertschick_freitag
Mit Tf6 verhinderte Alexandr sowohl den Damentausch, als auch einen möglichen Verteidigungszug g6 (Txg6+). Freitag löste mit Kh8 die Fesselung, was Alexandr mit dem starken Zug Kh2! konterte: Es droht Tg1 und das Matt ist nun schon nicht mehr zu verhindern.

Damit hatten die Elberfelder die wichtigen 4,5 Brettpunkte beisammen, sodass die abschließenden Niederlagen von Lukas an Brett vier (gegen Kolander) und Thorben an Brett zwei (gegen Langensiepen) zu verschmerzen waren.

Am letzten Spieltag in zwei Wochen gegen den Vohwinkeler SC reicht der ESG bereits ein 4:4-Unentschieden, um den Klassenerhalt perfekt zu machen.

[TM]

NRW-Klasse: Showdown in Kamen …

Klassenerhalt oder Abstieg in die Regionalliga?“ – die Entscheidung fällt in Kamen. Im dortigen Sporthotel benötigen wir am kommenden Sonntag unbedingt beide Punkte. Ob wir gerade im letzten Saisonspiel gegen den Schachverein Kamen die ersten Auswärtspunkte einfahren …

Bei einem Auswärtssieg und einer gleichzeitigen Niederlage der Dortmunder Bundesligareserve gegen den Tabellenzweiten Letmathe hätten wir in letzter Sekunde noch mit Tabellenplatz sieben das rettende Ufer erreicht. Kein leichtes Unterfangen, aber nach dem zuletzt grandiosen Heimerfolg über Tabellenführer Oberhausen sollte es möglich sein. Würde Dortmund mit seinen Großmeistern Schmittdiel und Mainka punkten, wären wir Achter und hätten voraussichtlich noch die Chance in einem Stichkampf gegen den Achten der Gruppe 2 das Saisonziel Klassenerhalt zu erreichen.

Für die Kamener geht es in dem Kampf auch um Alles. Nur ein Erfolg sichert dem letztjährigen Aufsteiger womöglich den Verbleib in der NRW-Klasse. Ansonsten geht es zurück in die Regionalliga Industriegebiet. Die Mannschaft ist sehr ausgeglichen mit einer Ausnahme: Ihr Spitzenspieler Christian Weidemann. Der bisherige Top-Scorer der Liga holte am Brett 1 sechs Punkte in acht Partien. Vier Siege, vier Remis und keine Niederlage ist seine tadellose Bilanz. Er besiegte sowohl den deutschen Ex-Meister, Großmeister Eckhard Schmittdiel (Dortmund) sowie den mehrfachen deutschen Blitzschachmeister, den Internationalen Meister Karl-Heinz Podzielny (Letmathe). Mit dem früheren Weltranglistendritten und Großmeister Vlastimil Hort (Oberhausen) trennte er sich Remis. Durch seine jüngsten Erfolge in der Liga überschritt er erstmalig mit seiner Elozahl die 2300er-Grenze und ist somit frischgebackener FIDE-Meister. Nach Hansjörg Himmel der zweite im Kamener Team. Momentan steht Weidemann bei 2369 Elopunkten. Aktuell sieben Punkte mehr als unser Bester, FIDE-Meister Reiner Odendahl. Sein Gegner am Sonntag. Da stellt sich die Frage: Kann Reiner ihm in der letzten Spielrunde im allesentscheidenden Kampf die erste Niederlage beibringen?

Eine sehr große Stärke der Kamener Spieler ist deren Zuverlässigkeit. Nur zweimal benötigte die erste Acht in dieser Saison Ersatz. Ein Novum in der Liga. Viele Mannschaftsführer werden den Kamener Teamchef Udo Seepe darum beneiden. Der Kapitän ist übrigens mit einem Sieg und sieben Remis neben Weidemann der zweite Kamener Schachspieler ohne eine Niederlage in dieser Saison.

Gespielt wird am Sonntag, 27.04.15, ab 11.00 Uhr im Sporthotel, Am Schwimmbad 8 in 59174 Kamen.

Mit fiebern dürfte auch unsere zweite Mannschaft am Sonntag. Bleibt die Erste in der NRW-Klasse ist auch für unsere Reserve der Klassenerhalt in der Verbandsliga frühzeitig gesichert. Ansonsten könnte es noch einmal eng werden und Stichkämpfe drohen.

[HK]

Wieder knapp am Sieg vorbei

Der Abstieg droht, und es musste heute unbedingt ein Sieg über Vohwinkel her, sollte die ESG IV noch die geringste Aussicht auf den Klassenerhalt behalten. Dementsprechend war die Anspannung bei den ESG-Recken groß, spielt doch Vohwinkel, gerade erst aufgestiegen, selbst auch in der unteren Hälfte der Liga. Vielleicht war der Druck bei dem einen oder anderen zu groß. So ging Vohwinkel durch frühe Niederlagen von Jan Beumker und Lorin Pott in Führung, jetzt durfte nur noch auf Sieg gespielt werden. Thomas Falk konnte an Brett 1 mit den schwarzen Figuren folgende Stellung erreichen,

Thomas

in der er die Springergabel zwischen König und Turm sah. Dafür musste der König nur vorrücken und der Bauer das Feld g3 hergeben, also: Te8, f3, Lxe2, Kxe2, Sg3+, Ke3, Sxh1 und hätte so die Qualität gewonnen, aber war da nicht noch mehr drin, konnte man nicht durch Zugumstellung nicht noch einen Bauern gewinnen, und zog statt Sxh1 den fatalen Zug Txe4+. Vierzehn Züge musste er dann aufgeben. Nun stand es 3:0 für Vohwinkel, und Josef Komeinda konnte den Anschlusstreffer landen; doch die Hoffnung wurde sogleich durch die Niederlage von Markus Biedermann getrübt. Nun stand es 4:1 für Vohwinkel, und mehr als ein remis war nicht mehr drin. An den Brettern 7 und 8 mit den Ersatzspielern Thomas Symank und Fabio Santiago sah es ganz hoffnungsvoll aus, doch die Partie von Renè Niebergall sah nicht gut aus.

Thomas Symank tat sich mit den schwarzen Figuren an Brett 7 in der Eröffnung schwer, dennoch war die Partie bis weit ins Mittelspiel ausgeglichen,

Thomas S

bis Thomas im 25. Zug c4 zog. Es folgten bxc4, Dxa3 und fatal Dg5, was Thomas mit f6 beantwortete, gefolgt von Dd2, bxc4, T3f1, Dxd3. Hier wollte sich sein Gegner nicht auf den Damentausch einlassen und zog Da2, was Thomas mit Dxd3 beantwortete. Danach spielte Thomas konsequent auf Abtausch, hatte er doch eine komfortable Bauernmehrheit.

Renè kämpfte in seiner ihm typischen Art wie ein Löwe, die Überlegenheit des Gegners war eindeutig, doch wir brauchten seinen Sieg – aufgeben gibt es nicht – und so kämpfte Renè verbissen weiter. Vielleicht greift sein Gegenüber daneben, doch dieses Mal nicht, aber er war so irritiert vom Kampfeswillen, dass er nicht mehr an den Sieg glaubte und remis anbot, das Renè annahm, war doch der Sieg schon lange nicht mehr in Aussicht. Doch mit diesem Remis war auch die Begegnung besiegelt, Vohwinkel führte 4,5 zu 2,5. Fabio an Brett 8 erreichte folgende Stellung mit den weißen Figuren

Fabio

und wagte den Vorstoß e5 und sein Gegner übersah, den indirekten Angriff auf g6, war doch der Bauer auf f7 gefesselt, indem er dxe5 spielte, was Fabio mit Dxg6 beantwortete. Es folgte Tf8 und Lxh6 und die Partie war entschieden, auch wenn noch einige Züge folgten. So konnte Fabio unsere Niederlage noch ein wenig mit einem Sieg zum Endstand 4,5:3,5 aufhübschen, so dass sie nicht mehr ganz so schmerzlich war.

[thf]

ESG II zu Gast in Rheydt

Hätte uns jemand vor dem Kampf das Ergebnis prophezeit wären wir wohl zufrieden gewesen, nach dem Kampfverlauf sind wir es wohl eher nicht.

Der Reihe nach: die Gastgeber liessen ein Brett unbesetzt, so dass Tom Schubert wenigstens das schöne Wetter geniessen konnte. An Brett 3 hatte ausgangs der Eröffnung Michael Podder schon zwei Mehrbauern und münzte den Vorteil auch gekonnt in einen Sieg um. Genau andersrum – zwar ohne Minusbauern, aber sehr gedrückter Stellung – erging es Gerhard Arold. Ihm gelang es nicht, sich zu befreien und er musste quittieren. An Brett 8 konnte Martin Keller die Angriffsbemühungen seines Gegners egalisieren: Remis und 2,5 zu 1,5 Zwischenstand für die ESG.

Bei herannahender Zeitkontrolle sahen die verbliebenen Bretter vielversprechend aus, zumindest ein 4:4 schien in greifbarer Nähe zu sein.

Als erste musste Andrea Schmidt eine Niederlage einstecken.

In Zeitnot unterlief dann leider Stefan Pfeiffer an Brett 1 (sonst ein Garant für halbe Punkte) ein Fauxpas – Rechenfehler und Aufgabe. Auch Alfred Güthler konnte in dieser Phase dem Angriff seines Gegners nichts mehr entgegensetzen und musste sich geschlagen geben. So war am Ende der gerade heraus gespielte Sieg von Peter Wiesemann nur noch Kosmetik.

Am Ende ein etwas glücklicher, wenn auch nicht unverdienter Sieg 4,5 zu 3,5 für die Rheydter Gastgeber.

[MK]

pano