ESG II zu Gast in Rheydt

Hätte uns jemand vor dem Kampf das Ergebnis prophezeit wären wir wohl zufrieden gewesen, nach dem Kampfverlauf sind wir es wohl eher nicht.

Der Reihe nach: die Gastgeber liessen ein Brett unbesetzt, so dass Tom Schubert wenigstens das schöne Wetter geniessen konnte. An Brett 3 hatte ausgangs der Eröffnung Michael Podder schon zwei Mehrbauern und münzte den Vorteil auch gekonnt in einen Sieg um. Genau andersrum – zwar ohne Minusbauern, aber sehr gedrückter Stellung – erging es Gerhard Arold. Ihm gelang es nicht, sich zu befreien und er musste quittieren. An Brett 8 konnte Martin Keller die Angriffsbemühungen seines Gegners egalisieren: Remis und 2,5 zu 1,5 Zwischenstand für die ESG.

Bei herannahender Zeitkontrolle sahen die verbliebenen Bretter vielversprechend aus, zumindest ein 4:4 schien in greifbarer Nähe zu sein.

Als erste musste Andrea Schmidt eine Niederlage einstecken.

In Zeitnot unterlief dann leider Stefan Pfeiffer an Brett 1 (sonst ein Garant für halbe Punkte) ein Fauxpas – Rechenfehler und Aufgabe. Auch Alfred Güthler konnte in dieser Phase dem Angriff seines Gegners nichts mehr entgegensetzen und musste sich geschlagen geben. So war am Ende der gerade heraus gespielte Sieg von Peter Wiesemann nur noch Kosmetik.

Am Ende ein etwas glücklicher, wenn auch nicht unverdienter Sieg 4,5 zu 3,5 für die Rheydter Gastgeber.

[MK]

pano

Sensationeller Heimsieg über Spitzenreiter Oberhausen

Damit konnte keiner rechnen. Dank eines sensationellen Erfolges über Tabellenführer Oberhausen ist das Saisonziel Klassenerhalt wieder ganz nahe. Der Sieg über den Schachverein Oberhausen 1887 in der Vorschlussrunde der NRW-Klasse war dem Kampfverlauf entsprechend mehr als verdient und hätte eigentlich sogar noch höher als 4,5:3,5 ausfallen müssen.

Wenn der Spitzenreiter auf den Tabellenletzten trifft, ist das Endresultat in der Regel schon frühzeitig abzusehen. Dieses Match war Ausnahme, der Tabellenunterschied zu keiner Minute für die Zuschauer bemerkbar. Ganz im Gegenteil. Dabei hatten die sympathischen Oberhausener quasi ihre beste Acht in Wuppertal an den acht Schachbrettern sitzen. Wollte man doch vorzeitig den Aufstieg in die NRW-Liga unter Dach und Fach bringen. Ihre Anspannung und Motivation war den Männern aus dem Pott förmlich in den Gesichtern anzusehen. Allen voran ihr Spitzenspieler, der weltbekannte Großmeister Vlastimil Hort. Immer Vorbild, immer freundlich, ohne jegliche Starallüren. Das war auch am Sonntag morgen wieder für jeden gut sichtbar. Als erster Oberhausener Spieler war der Simultan-Weltrekordler und ehemalige Vierte der Weltrangliste bereits früher als nötig im Spielsaal. Auch mit 71 Jahren demonstrierte Hort seine professionellen Einstellung. Allein sein freundliches Wesen und seine nette Art wie er auf alle frühzeitig Anwesenden zuging, jeden per Handschlag begrüßte, war dabei Erlebnis und Belohnung zugleich. Beim Spiel merkte man später auch bei seinem Gegner und unserem Besten, Reiner Odendahl, den hohen Respekt vor einen der Größten auf der Weltschachbühne. Die Partie endete trotz Zeitvorteil für Reiner wie in der Vorsaison Remis.

Die große Sensation am Spitzenbrett blieb aus, nicht aber im gesamten Kampfverlauf. Insbesondere in den zwei Paarungen der FIDE-Meister ging es hoch her. Letztendlich etwas überraschend gingen beide Begegnungen mit Elberfelder Erfolgen aus. Am Brett Zwei setzte Helge Hintze zum Schluss seinen Gegner Marcel Becker kurioser Weise mitten auf dem Brett Schach matt während Teamchef Frank Noetzel am Brett Vier gegen Aleksej Litwak durch gute Vorbereitung bereits in der Eröffnung zu Spielvorteilen kam, die er dann Zug für Zug in einen verdienten Sieg ummünzen konnte. Diesen beiden Siegen mit den weißen Steinen stand die etwas unglückliche Niederlage von Gerd Kurr mit den schwarzen Steinen gegen Jürgen Kaufeld am Brett Drei entgegen. Mit den Remisen von Marco Kühne gegen Dragos Ciornei und Stefan Pfeiffer gegen Matthias Limberg an den Brettern Sechs und Acht – beide hatten Weiß – stand es bereits 3,5:2,5 für uns. Gut sah es aus für uns. In den beiden noch laufenden Partien hatten wir mit den schwarzen Steinen deutlichen Spielvorteil. Am Brett Fünf besass Heiko Kesseler im Turmendspiel einen Mehrbauern gegen Claus Nissen während Thomas Fuchs am Brett acht gegen Andreas Voge gar eine „Qualität mehr“ hatte. Beide spielten im Sinne der Mannschaft sehr vorsichtig, wollten den Teamerfolg zu keiner Zeit gefährden. Logische Konsequenz zwei Unentschieden, Nach dem „Fucki“ Remis gemacht hatte einigte sich auch Heiko nach fast sechs Stunden Spielzeit mit seinem Gegner auf Remis. Die Überraschung war perfekt.

Nun können wir mit einem Auswärtssieg über den Schachverein Kamen in der Schlußrunde am Sonntag den 26.04.15 doch noch das rettende Ufer erreichen. Vorausgesetzt gleichzeitig besiegt der favorisierte Tabellenzweite Letmathe erwartungsgemäß die Reserve des Bundesligisten Hansa Dortmund. Es bleibt spannend bis zum Schluss …

[HK]

1. Bezirksliga: BSW Wuppertal III – ESG III 2 : 6

Mit einem gerade in der Höhe unerwarteten 6:2-Erfolg im Stadtduell bei der BSW-Dritten hat die Drittvertretung die Abstiegsränge verlassen und sich wieder etwas Luft im Kampf um den Klassenerhalt verschafft.

Der Mannschaftskampf begann mit einer Serie von Punkteteilungen: In einer verschachtelten Stellung mit sich blockierenden Bauernketten verständigte sich zunächst Thorben an Brett zwei mit Hinrichs auf Remis. Bald darauf endeten auch die Partien von Peter (Brett sechs gegen Hölzer) und Harald (Brett sieben gegen Joachim Müller) jeweils unentschieden.

Den ersten vollen Punktgewinn für die ESG konnte Lukas am 4. Brett gegen Will einfahren:
will_heynck 01
Der „depressive Läufer“ auf a2 ist das Sorgenkind in der weißen Stellung. Mit 19… Ta3 bereitete Lukas die Turmverdoppelung auf der a-Linie vor, der den Figurengewinn erzwingt.

Zehn Züge später sah es auf den ersten Blick so aus, als hätte Weiß Gegenspiel bekommen:
will_heynck 02
Der Bauer e6 ist lästig und auch die Drohung Dg3 ist nicht zu vernachlässigen. Lukas fand jedoch den feinen Zug 29… Sc5, was nach 30. De3 Se4+ der weißen Dame das Feld g3 verwehrt und den Springer optimal platziert.

Einen weiteren (Schwarz-) Sieg für die Gäste steuerte Martin an Brett acht gegen Röder bei. Dabei war Martin nach ausgeglichener Eröffnung im Mittelspiel zunächst in eine sehr gedrückte Stellung geraten, konnte sich dann jedoch befreien und die Initiative übernehmen:
röder_keller
Röder hatte gerade mit 43. Sc3xe4 einen Bauern erobert und den Damentausch zur Entlastung der Stellung angestrebt. Martin verhinderte dies mit 43… c3!, was die Dame auf das passive Feld a2 treibt und den letztlich spielentscheidenden Königsangriff mit De5+ ermöglicht.

Die Gewinnpartie von Alexandr an Brett fünf gegen Rolf Killmer sicherte der ESG bereits den Mannschaftserfolg. Alexandr hatte in bereits vorteilhafter Stellung einen Springer erobert, was Killmer mit der Aufgabe der Partie quittierte. Dennis konnte am 3. Brett gegen Cron zudem ein weiteres Hälftchen beisteuern, obwohl er zwischenzeitlich einen Bauern verloren hatte. Den vollen Punkt zum 6:2-Endstand besorgte Josef am Spitzenbrett gegen Warschawskij, indem er sein Turmendspiel mit Mehrbauer und aktiverem König sicher zum Sieg führte.

[TM]

Schachlegende Vlastimil Hort zu Gast

Einer der ganz Großen auf der Weltschachbühne ist am kommenden Sonntag zu Gast in den ESG-Räumen. Großmeister Vlastimil Hort, wohl jedem Schachspieler ein Begriff, kommt mit dem Oberhausener Schachverein 1887 in der vorletzten Spielrunde der NRW-Klasse nach Wuppertal. Beim Spitzenreiter spielt er am Spitzenbrett und trifft dort am Sonntag auf unseren Besten, Reiner Odendahl. Seine vielen Schacherfolge sind legendär. Simultan-Weltrekordler, ehemaliger Vierter der Weltrangliste, Teilnahmer an 14 Schacholympiaden, sechsmal tchechischer Meister und nach seiner Einbürgerung dreimal Deutscher Einzelmeister sind einige wenige der vielen Erfolge in seiner Schachkarriere, die international 1960 in Leipzig mit der ersten Teilnahme an einer Schacholympiade begann. In dieser Saison ist Hort ungeschlagen. Zuletzt rang ihm der mehrfache deutsche Blitzmeister, Karl-Heinz Podzielny, ein Remis ab. Das schaffte auch Reiner in der letzten Saison. Ist diesmal mehr drin? In dieser Saison bezwang der Wuppertaler FIDE-Meister ja bereits Schach-Großmeister Eckhard Schmittdiel mit den schwarzen Steinen. Der Dortmunder war 1989 mit Hort Co-Sieger bei der Deutschen Meisterschaft in Bad Neuenahr. Schafft Reiner die zweite große Übberraschung? Das Oberhausener Spitzenteam, das nur noch einen Punkt zum Aufstieg in die NRW-Liga benötigt, hat mit Marcel Becker, Jürgen Kaufeld und Aleksej Litwak weitere drei starke FIDE-Meister an den vorderen Brettern. Dazu kommen vier starke Spieler aus der Region. Keine leichte Aufgabe für uns, gegen den Tabellenersten zu punkten und noch den Klassenerhalt zu schaffen. Spielbeginn für alle die zuschauen möchten, ist am Sonntag (22.03.15) um elf Uhr.

[HK]

Jugend-Regionalliga

ESG – Düsseldorf-Süd : 8 – 15

Berner: Leander traf am ersten Brett auf einen wie erwartet sehr starken Gegner, der ihn im Verlaufe des Spiels immer mehr in die Defensive drückte. Nachdem dann die ersten Figuren getauscht worden waren, konnte Leander nur zuschauen, als die gegnerischen Figuren in seine Stellung eindrangen und schließlich seine Dame eroberten. Kurz darauf war die Niederlage besiegelt.

Haringer gewinnt kampflos, wobei die Gegner behaupteten, die Karenzzeit betrage 1 Stunde.

Vorwerg: Am Anfang hab ich ein Schach nicht abhalten können, damit war meine Stellung die ganze Zeit schlechter.

Park: Seitdem ich meinen Springer in der Sizilianischen Verteidigung verloren hatte, ging meine Stellung auseinander.

Schmitz: Ich hatte relativ schlecht gespielt, weshalb ich früh einen Bauern verlor.

Rawe: Nachdem mein erster Läufer geschlagen wurde, ist meine Stellung durcheinander gekommen.

Foto

Einen Achtungserfolg…

… gegen den derzeitigen Tabellenzweiten, die Schachfreunde aus Unterbarmen, erzielten heute die vom Abstieg bedrohten Spieler der ESG IV – vollzählig und in Stammbesetzung sind sie heute mit Kampfwillen angetreten. Zwar geriet die ESG mit Jan Beumker in Rückstand, der in der italienischen Eröffnung einen Springer einstellte und später sich einem gegnerischen Springer im Zentrum gegenübersah. Mit geschicktem Flügelwechsel und Springertausch spielte er weiterhin auf Angriff und drohte die eine oder andere Gabel, doch sein Gegner blieb wachsam und eroberte dann selbst mit einer Gabel einen Turm und zwang unseren Youngstar zur Aufgabe.

Die ersten Lichtblicke lieferten Lorin Pott und Katharina Müller. Lorin spielte Caro-Kann, in der im 15. Zug die Damen getauscht wurden, und Lorin dann im 20. Zug remis anbot, das jedoch nach gründlicher Überlegung zunächst abgelehnt wurde, wohl zu recht, wie es der weitere Verlauf der Partie und die Nachbetrachtung zeigen sollte, denn nun sah sich Lorin einem starken Bauernangriff auf dem Damenflügel gegenüber, den er mit einer brillianten Abwehrleistung zum Stillstand brachte und so ein remis erwirkte.

Katharina konnte dann den ersten Zähler in einer anfangs ausgeglichenen Partie beisteuern, in der sie offensiver spielte als ihr schwarzer Kontrahent, so dass sie im 23. Zug mit La6 zu folgender Stellung kam:

Katharina

in der ihr Gegner nun Sxd4 ? zog. Katharina baute nun ihren Vorteil aus und konnte den gegnerischen Glückwunsch im 38. Zug entgegennehmen.

Es stand nun unentschieden, nach drei Partien. Und Markus Biedermann setzte nach. In der slawischen Damengambit-Variante zog sein Gegner überhastet b6, und der Bauer auf c6 war schutzlos. Doch damit nicht genug, im 14. Zug folgte ein weiterer Bauer, und Markus versuchte, den Damentausch zu erzwingen, was sein Gegner nicht zulassen wollen, vielleicht blindlings; denn keine zehn Züge später fiel der Turm, und die Partie war entschieden – Wir lagen in Führung, doch opferte Renè Niebergall in Skandinavischer Eröffnung den Springer für zwei Bauern, leider zu unrecht, wie sein Kontrahent ihm dann bewies.

Es liefen noch die Partien an den drei Spitzenbrettern, und wir brauchten noch 1,5 Punkte für den Sieg – das schien in greifbarer Nähe zu sein, doch die Partie an Brett 1 war unklar, an den beiden anderen Bretter hatten wir mit Materialvorteil der Gegner zu kämpfen.
Am Spitzenbrett überraschte der «Franzose» Thomas Falk seinen Gegner auf den Eröffnungszug e4  mit d6 und nahm nach 2. d4, Sf6, 3. Sf3 den Königsbauern mit Sxe4. Den Bauern muss Du ersteinmal zurückgewinnen, dachte er sich. Sein Gegner bekam zwar druckvolles Spiel im Zentrum, doch behielt Thomas den Überblick, so auch im 15. Zug, als er mit a6 den lästigen Läufer befragte…

Thomas

… und so seinen Gegner zu Lxc6 verleitete, anstatt Sxc6 zu spielen. Nach 16…. Sxc6 und 17. Sf3 hatte weiß kein Druck mehr im Zentrum aber immer noch einen Minusbauern. Thomas spielte nun konsequent auf Abtausch, um den Wert des Mehrbauern zu steigern, und kam dann zu einem gewinnbringenden entfernten Freibauern auf dem Damenflügel.
Wir lagen in Führung, aber es sah nicht hoffnungsvoll aus auf den beiden verbleibenden Brettern, aber vielleicht war da noch irgendwo ein remis versteckt, das uns wenigstens die Punkteteilung sichern würde, und Josef Komeinda kämpfte wie ein Löwe, versuchte das Unmögliche und ließ seinen Gegner beweisen, dass dieser mit König, Turm und drei Bauern gegen König, Turm und blockierten Bauern gewinnen kann, und er ließ sich Zeit, wollte mit den verbleibenden Figuren mattsetzen, anstatt den Turm zum Schlagen einer blutjungen Dame zu zwingen.
Nun stand es wieder unentschieden, und die letzte Partie an Brett 2, an dem Yadollah Zargari die weißen Figuren zog, würde alles entscheiden, doch die Materialüberlegenheit war erdrückend.

Yadi
Es drohte immerhin Matt, wenn schwarz es einmal nicht gelingen sollte, Schach zu geben, zumal schwarz versuchte, selbst mit Se4+ mattzusetzen, anstatt über ein geschicktes Schach mit Dc1+ auf die Grundreihe zurückzukommen und alle weißen Hoffnungen auf einen lucky punch zu vernichten. Aber es kam, wie es kommen musste, Yadi zog Kb3, und die schwarze Mattdrohung war erdrückend – vielleicht wäre Kb4, gefolgt von Ka5 und Kb6 noch eine Hoffnung gewesen.
Alles in allem eine hervorragende Mannschaftsleistung gegen die Tabellenspitze nach den vergangenen hohen Niederlagen.

ende
(alle warten gespannt darauf, wie die letzte entscheidende Partie ausgeht)

[Spieler der ESG IV]

Im Achtelfinale von Nordrhein Westfalen

Der Pokal hat seine eigenen Gesetze. Für jeden gilt: Es gibt keine zweite Chance. Dies gilt in allen Sportarten gleich. Erschwerend kommt beim Schach allerdings hinzu, dass die Mannschaftsstärke im Pokal zusätzlich halbiert ist. Dadurch ist jedes Brett gleich „doppelt wichtig“. Verständlich, dass der Druck auf alle Akteure damit gleich um ein Vielfaches höher liegt. Der kleinste Fehler an einem Brett kann ja gleich schon das Aus für das gesamte Quartett bedeuten. Hinzu kommt im Schach erschwerend dazu, dass auch bei einem 2:2 Gleichstand bereits die Würfel über das Weiterkommen in der Regel gefallen sind. Dies regelt die „Berliner Wertung“, die die Bretter mit unterschiedlichen Punkten (Brett 1 = 4 Punkte, Brett 2 = 3 Punkte usw.) bewertet. Nur wenn auch hier Gleichstand ist – was in der Praxis eher selten vorkommt – kommt es zum Showdown im Blitzstechen.

Am Wochenende stand in den ESG-Räumen die erste Doppelrunde des NRW-Pokal an. Unsere Kontrahenten waren die drei Verbandsligisten SV Bochum-Linden (Verband Ruhrgebiet), Bergische SF (Verband Mittelrhein) und SV Bergneustadt/Derschlag (Verband Südwestfalen). Erst am Samstag kurz vor Spielbeginn wurden die beiden Halbfinalbegegnungen und Farbverteilungen ausgelost. Eine Vorbereitung auf den jeweiligen Gegner durch die vielen Möglichkeiten daher quasi unmöglich. Schachgöttin Caissa bescherte uns gleich zu Beginn mit dem Quartett aus dem „Pott“ den schwersten Brocken. Das zeigte sich auch später im gesamten Verlauf des Kampfes.

Unser Team: Helge Hintze vertrat Reiner, der zeitgleich in Amsterdam in der ersten niederländischen Liga agierte, an „Eins“ und hatte wie Marco Kühne am Brett vier die schwarzen Steine. Frank Noetzel und Heiko Kesseler spielten somit an den beiden mittleren Brettern mit „Weiß“. Der Kampf begann. Die Bochumer erwiesen sich als der erwartet starke Gegner. Allenfalls Heiko hatte in der ersten Phase einen kleinen leichten Eröffnungsvorteil gegen Henning Marx. Dann passierte für uns am Brett vier ein „Unglück“. Marco Kühne hatte ein Blackout, stellte für „Nichts“ seine Dame ein und sein Gegner Ralph Schmidt nahm sie dankend mit dem Springer vom Brett. Die Stellung war so „ausgeglichen“, dass dies von den meisten Beobachtern erst mit der Zeit überhaupt registriert wurde. Marco kämpfte verbissen aber eben ohne Dame. Am Ende musste er schließlich seinem überglücklichen Gegner die Hand reichen. Es stand 1:0 gegen uns. An den anderen Brettern sah es auch nicht gerade nach einem Einzelsieg zum Ausgleich aus. Frank schien gegen Ingo Böhm etwas im Nachteil zu sein, der winzige Vorteil von Heiko war verflüchtigt und Helges Bemühen im Spiel gegen Matthias Hahn hatte bis dato keinen Sieg bringenden Stellungsvorteil gebracht. Das Pokal-Aus drohte bereits in der ersten Runde. In der Zeitnotphase packte sich dann Frank ans Herz, das Brett 2 „brannte lichterloh“ und die Stellung kippte zu Gunsten von unserem Teamchef „Frankie“. Das war der Ausgleich.

No

Pos1 Frank

Schwarz ist am Zug und greift nach einem komplizierten Schlagabtausch hier mit Sc3 fehl. Frank hat keine Schwierigkeiten bei der Verwertung seines Vorteils.

Noch zwei Remis und wir wären dank besserer Berliner Wertung weiter. Und so kam es. Mit jeweils Turm und Bauer war es bei Heiko genauso wie im anderen Turmendspiel von Helge Remis. Huch 2:2! Wir waren „Weiter“ …

Endspielgegner am Sonntag die Bergischen Schachfreunde aus Bergisch Gladbach. Sie hatten das „Dreierteam“ aus Bergneustadt/Derschlag mit 2,5:1,5 aus dem Weg geräumt.

Im Vergleich zum Vortag stellten wir in der Besetzung zweimal um. Der „fliegende Holländer“ Reiner Odendahl kam für Frank und David Bachmann für Marco ins Spiel. Wieder waren wir laut DWZ-Wertungszahlen favorisiert. Kein Grund den Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen. Das Vortagsmatch gegen Bochum sollte uns Warnung genug sein. Aber glatt lief es auch diesmal nicht. Heiko hatte mit Schwarz schon früh mit den schwarzen Steinen im Damenindisch „volles Spiel“, gab dann unnötig das Läuferpaar für eine eventuell mögliche „Traumkombi“ mit Matt oder Damengewinn“ her, um guter Letzt auch noch die Möglichkeit, mit einem Läuferopfer ein Remis durch Dauerschach zu haben, nicht zu nutzen. Danach war dem weißen Gegenangriff nicht mehr viel entgegenzusetzen. Sein Gegner Oswald Gut(t) machte seinem Namen in der Folge alle Ehre. 30 Züge später war es geschehen.

Das Unentschieden von David mit dem Bergischen Ersatzmann Günter Mann am Brett 4 war auf dem Brett wenig spektakulär. Trotz des Rückstandes durften wir zu Recht optimistisch sein.

An den beiden Spitzenbrettern spielten Helge mit Schwarz gegen Harm-Wulf Thelen…

Hi

Pos1 Helge

Helges Gegner ist hier mit Weiss am Zug und entscheidet sich fatalerweise für den falschen Bauern.

 

… und Reiner mit Weiß gegen Stefan Bosbach routiniert ihren „Stiefel runter“ und sorgten mit ihren verdienten Einzelsiegen für den 2,5:1,5 Gesamterfolg der Elberfelder Schachgesellschaft 1851. Der Einzug ins Achtelfinale des Schachbundes NRW war geschafft.

Od

Pos1 Reiner

Reiner übt schon geraume Zeit Druck auf die schwarze Stellung aus und der Schwarze möchte sich gern mit e5 befreien – geht hier aber nicht, wie Reiner überzeugend nachweisen kann.

Die Veranstaltung war nicht nur sportlich ein voller Erfolg. Viel Lob gab es für unser Organisationstrio. „Chef“ Martin Keller sowie die beiden Spielleiter Thomas Falk und Ronny Müller hatten ganze Arbeit geleistet. Das viele Lob von allen drei Gegnern und aus den eigenen ESG-Reihen haben sie sich sehr verdient. Bei toller guter Atmosphäre waren insbesondere die frischen Brötchen sehr begehrt. So kann es weiter gehen … am 16. und 17. Mai.

[HK]

 

NRW 4er Mannschaftspokal

Die heutige erste Runde konnten wir nach spannendem und dramatischem Kampfverlauf gegen die Schachfreunde aus Bochum für uns entscheiden. Im Parallelkampf mit ebenfalls sehenswerten Partien siegten die Schachfreunde aus Bergisch Gladbach gegen die Bergneustädter Spieler. Morgen treffen dann also die Sieger aufeinander und machen den Einzug in die nächste Runde unter sich aus.

Knappe 3,5:4,5 Niederlage nach hartem Kampf …

Punkte müssen her, egal wie“ – dies war die Losung für die letzten drei Spielrunden in der NRW-Klasse um noch dem Abstieg zu entgehen. Dabei war das Team des Schachvereins Erkenschwick in der siebten Spielrunde der NRW der erwartet starke Gegner. Fünf niederländische Schachlegionäre, darunter drei Internationale Schachmeister, machten unsere Aufgabe, im Auswärtskampf zu punkten von Beginn an nicht gerade leicht. Dazu kam, dass wir aufgrund des Krankenhausaufenthaltes von Gerd nur zu siebt waren. Aber die Zeichen standen auf Kampf. Man wollte dem internationalen Team aus dem Pott Paroli bieten und für den Klassenerhalt punkten. Auch wenn die Lichtverhältnisse im „Haus Zoranski“ wieder einmal nicht vom Besten waren. Für Brillenträger an einigen Brettern ein klarer Nachteil.

In der ersten Spielphase gab es jedoch den ersten Wermutstropfen für uns zu verdauen 0,5:1,5 .

Die Vorzeichen standen nicht gut. Aber ein Lichtblick: Die sechs spielenden ESGer kämpften gegen teilweise nominell übermächtige Gegner wie Löwen, auch wenn der Unterschied teilweise bis zu zweihundert Elopunkte betrug. Allen voran der in dieser Saison bisher etwas unglücklich spielende Marco Kühne. Mit einem glatten Sieg mit den schwarzen Steinen über Routinier Christoph Krings sorgte er für den verdienten Ausgleich. Nach dem Remis von „Fucki“ Thomas Fuchs mit NRW-Spielleiter Frank Strozewski stand es nun 2:2 Unentschieden. Hoffnung keimte auf, etwas Zählbares mit nach Hause zu nehmen. Die Partien der vier Haudegen Reiner Odendahl, Helge Hintze, Frank Noetzel und Heiko Kesseler waren in der entscheidenden Phase und standen alle auf des Messers Schneide. Spannung pur …

Am Spitzenbrett merkte man, beide Kontrahenten haben großen Respekt voreinander. Folgerichtig einigte sich unser Spitzenspieler Reiner Odendahl mit seinem Gegenüber Jens Jelmer, einem Internationalen Meister aus den Niederlanden, auf eine Punkteteilung. Zwischenstand: 2,5:2,5. Alles blieb weiter offen …

Dann passierte es: Unser mit den schwarzen Steinen aufopferungsvoll kämpfender Teamkapitän Frank Noetzel konnte seinem sehr starken Gegner nicht mehr Paroli bieten. In einer Partie mit „vielen Matts“ setzte der stark spielende Frank Erwich „zuerst Matt“. Leider dadurch nun 2,5:3,5 gegen uns. Jetzt kam alles auf Helge und Heiko an. Würden sie das Blatt noch drehen können?

Die Hoffnung war da und nicht unberechtigt. Kurz vor der Zeitkontrolle bekam Heiko dann von seinem nominell deutlich stärkeren Gegner, dem Niederländer Guust Homs (Elo 2217) ein Remis Angebot. Was war zu tun? War doch die andere Stellung von Helge und seinem Gegner Alexander van Beek, für alle Kiebitze alles andere als klar. Helge gab sich optimistisch und Heiko willigte der Punkteteilung am Brett 5 ein. 3:4 der Zwischenstand nun.

Alles hing jetzt an der letzten Partie. Würde Helge den Internationalen Meister Alexander van Beek besiegen und damit das 4:4 Unentschieden besiegeln. Leider klappte es nicht ganz. Der Niederländer spielte mit großer Übersicht in der komplexen Stellung, schaffte das Remis am Brett 2 und sicherte seinem Team den knappen Sieg und beide Mannschaftspunkte. Schade …

[HK]

4. Mannschaft ersatzgeschwächt

Der einzige Punktsammler heute: Samuel Haringer schreibt: Ich spielte mit weiß an Brett 7 Englisch. Im 10. Zug rochierte ich groß und machte Druck auf den rückständigen Bauern auf d6. Unter dem ständigen Druck des Läuferpaars stellte der Gegner einen Springer und 2 Bauern ein. Gegen Ende des Mittelspiels gab schwarz unter Materialmangel auf.- Katharina versuchte im Endspiel mit einem Springer gegen 3 Bauern zu bestehen, jeder hatte auch noch einen Turm und 2 weitere Bauern. Der Gegner lehnte ein Remisangebot von Katharina ab und bekam Recht, Katharina verwandelte einen Bauern in eine Dame, im direkt darauffolgenden Zug setzte weiß Katharina mit der Verwandlung eines Bauern in eine Dame auf der Grundlinie matt.- Leon: Ein angriffreiches Spiel mit vielen Abtauschvarianten, jedoch einem späteren Materialverlust, was dem taktischen Gegner einen guten Sieg ermöglichte.- Markus Karl Biedermann: Der Gegner spielte Königsindisch, fälschlicherweise opferte ich einen Läufer für 2 Bauern. Danach hätte ich mit g4! gewonnen. Leider sah ich das nicht und tauschte einen weiteren Läufer gegen Turm und Bauer. Dann kam zu starker Druck auf meinen König.- Dobrila verlor im 12. Zug eine Qualität, kämpfte mit der Hoffnung auf ein Patt am längsten.- Jan spielte die kürzeste Partie. (zeitlich) Norbert spielte schlecht, übersah im 12. Zug eine Gewinnchance, gab nach dem 15. Zug auf (die zügemäßig kürzeste Partie).

[NS]