Ein gelungener Auftakt der ESG III…

in die neue Spielsaison 2015/16 sollte es sein; wollte man der j├╝ngeren Schwester, der ESG IV, im nichts nachstehen. Hatte man sich daf├╝r eigens Bernd M├╝hlinghaus als Verst├Ąrkung und Gl├╝cksbringer von der ESG IV geholt. Doch nicht ohne Gegenwehr. So marschierte am Brett 6 der Wermelskirchener Schachfreund Helmut Kr├╝k durch die Er├Âffnung wie Bl├╝cher einst nach Waterloo – f├╝r f├╝nfzehn Z├╝ge brauchte er keine f├╝nf Minuten (sein Gegen├╝ber, Peter Wiesemann, jedoch ├╝ber drei├čig) und brachte Peter an der linken Flanke schwer in Bedr├Ąngnis. Peter konnte jedoch mit der Kavallerie den Einbruch mit Dame und Turm an dieser Flanke verhindern. Entschieden wurde die Begegnung an der anderen Flanke, mehrmals sprang der Wermelskirchener Springer zwischen b5 und a7 hin und her, und Peter bot remis an. Vielleicht h├Ątte er es auf Stellungswiederholung ankommen lassen sollen; denn eine vern├╝nftige Alternative hatte der Wermelskirchener nicht, vielleicht h├Ątte der Wermelskirchener dennoch auf Sieg spielen wollen.

Am Spitzenbrett der Elberfelder nahm wieder Routinier Josef Kr├╝k Platz und bot seinem Gegen├╝ber, Gerhard Lohmann, wie dieser in der anschlie├čenden Analyse zu verstehen gab, und den Zuschauern eine Lehrstunde in Sachen Positionsspiel. Hoffte und glaubte Gerhard Lohmann, seinen schwachen Springer gegen Josefs starken Springer tauschen zu k├Ânnen und somit in ein leicht vorteilhaftes Endspiel abwickeln zu k├Ânnen, so behielt Josef jedoch den ├ťberblick und dr├╝ckte am K├Ânigsfl├╝gel und lie├č Lohmann im 37. Zug mit Dg8 daneben greifen.

Kruk

Unbeirrt zog Josef Th8. Da ├Ąnderte auch der Versuch mit Sxf5 nichts, den Josef mit Dh5+ beantwortete.

An Brett zwei riskierte Thorben Mantler gegen Werner M├╝ller einen Bauernraub und sah sich bald darauf einem gef├Ąhrlichen K├Ânigsangriff ausgesetzt. Es gelang ihm jedoch, die Angriffe seines Gegen├╝bers zu parierten und mit dem Materialvorteil ein gewonnenes Endspiel herbeizuf├╝hren. So zog Werner M├╝ller im 39.Zug Df3

Mantler-Muller

und Thorben setzte mit Sf4+ nach. Es folgten 40. Ke3, Sxd5+ 41. exd5, Dxf3+ 42. Kxf3 Kg7 und der wei├če K├Ânig kann die schwarzen Bauern am K├Ânigsfl├╝gel nicht erobern.

Nun hatten die Elberfelder schon zweieinhalb Z├Ąhler, und an den laufenden Brettern sah es zuversichtlich aus. An Brett drei versuchte Alexandr Pertschik mit Dame mit Springer- und L├Ąuferunterst├╝tzung am K├Ânigsfl├╝gel die gegnerische Stellung aufzuknacken, das Brett vier mit Alfred G├╝thler war unklar, an Brett f├╝nf ├╝berzeugte Dennis Peters, der immer f├╝r eine taktische ├ťberraschung gut ist. An Brett sieben f├╝hrte Harald Kurz die Figuren aktiv ins Feld, und am Brett acht ├╝berraschte Bernd seinen Gegen├╝ber, Gerhard Paradies, mit einer Springergabel und konnte die Qualit├Ąt erobern – Erleichterung machte sich in den Reihen der ESG breit.

Doch dann geriet der Vorw├Ąrtsdrang der ESG ins Stocken, hatte┬á Bernd doch die Qualit├Ąt und einen gedeckten Freibauern (warum lie├č er ihn nicht laufen), und pl├Âtzlich war die gegnerische Dame hinter die Bauernlinie eingedrungen und stiftete mit st├Ąndigen Schachs und Bauernraub Unruhe, in der Bernd die Qualit├Ąt wieder verlor. Jetzt sah alles nach remis aus. Auch Haralds Angriff kam ins Stocken. Sein Gegner Patric M├╝cher tauschte geschickt alles ab, so dass Harald nicht mehr als remis rausholen konnte. Auch Alexandr fand nicht die zwingenden Z├╝ge, so dass in einer geschlossenen Stellung mit verschiedenfarbigen L├Ąufern mehr als remis nicht drin war – immerhin hatten wir jetzt dreieinhalb Z├Ąhler.

Dann machte Dennis an Brett f├╝nf mit einer sch├Ânen Kombination, die zu einer ├ťberlastung der Bauerverteidigung f├╝hrte, alles klar, und sein Kontrahent gab auf. Nun willigte auch Alfred an Brett vier in ein remis ein. Nur Bernd wollte, sich ├╝ber den Schlamassel mit dem Dameneinbruch ├Ąrgernd, nicht in ein remis einwilligen, wollte er sich doch f├╝r eine weitere Aushilfe empfehlen. Verbissen k├Ąmpfte er, behielt den ├ťberblick und konnte somit seinem Bauern zur Umwandlung verhelfen. Die Partie und damit die Begegnung war entschieden. Mit sechs Z├Ąhler am G├╝rtel fuhren die ESG-Recken nach hause.
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